Radikale Muslime verfolgen Katholikin – Vatikan will kein Asyl anbieten

Von 25. Dezember 2018 Aktualisiert: 26. Dezember 2018 2:21
Fast acht Jahre lang war Asia Bibi davon bedroht, wegen eines Todesurteils nach angeblicher Blasphemie hingerichtet zu werden. Asyl vom Vatikan bekommt die Christin aber nicht.

Fast acht Jahre lang war Asia Bibi davon bedroht, wegen eines Todesurteils nach angeblicher Blasphemie hingerichtet zu werden.

Ende Oktober 2018 wurde die Mutter von zwei eigenen und drei Stiefkindern vom Obersten Gerichtshof Pakistans endlich freigesprochen. Doch nach dem Freispruch riefen sofort religiöse Hardliner zur Rebellion gegen die Regierung auf.

Sie forderten die Tötung Bibis sowie der drei Richter des Obersten Gerichtshofs. Es kam zu Unruhen im Land.

Schon 2011 waren zwei Politiker, die sich für Bibi eingesetzt hatten, von radikalen Muslimen ermordet worden. Die gesamte Familie musste jetzt untertauchen, ihr Rechtsanwalt flüchtete nach Europa und selbst die Richter sind ihres Lebens nicht mehr sicher.

Nun durfte man gespannt sein, wie Papst Franziskus reagieren würde, ob der Vatikan der katholischen Familie Schutz vor muslimischer Verfolgung anbieten wird.

Anklage wegen „Blasphemie“

Wir schreiben das Jahr 2009. Die ca. 40 bis 45-jährige Asia Bibi lebt mit ihrem Ehemann, seinen drei Kindern, die er mit in die Ehe brachte, sowie zwei gemeinsamen Kindern in einem pakistanischen Dorf, das von etwa 1.500 Familien bewohnt wird. Ihre Familie bildet zusammen mit zwei anderen eine christliche Minderheit (0,2 : 99,8 %). Die Frau arbeitet auf der Farm des Landbesitzers Mohammed Idrees. Dort trägt sich im Frühsommer des Jahres 2009 folgendes zu.

Bibi soll für die Gruppe der Arbeiterinnen Wasser holen, was sie auch tut. Jetzt wird sie aufgefordert, sich zum Islam zu bekennen, ansonsten könnten die Musliminnen das Wasser nicht trinken, wenn es aus der Hand einer Christin, also einer „Ungläubigen“, käme. Infolgedessen entbrennt eine Diskussion zwischen den Anwesenden.

Bis zu diesem Punkt stimmen die Schilderungen aller Beteiligten überein.

Nach Aussage der Musliminnen soll Asia Bibi dann behauptet haben, dass Jesus Christus und nicht Mohammed der wahre Prophet Gottes sei. Bibi selbst beteuert, dass sie das gar nicht gesagt habe.

Als es immer brenzliger wird für die Frau, flüchtet sie zu ihrer Familie. Einige Tage später, im Juni 2009, versuchen Einwohner des Dorfes sie in ihre Gewalt zu bringen und zu bestrafen. Die Christen im Dorf verständigen schnell die Polizei, bevor Schlimmeres passiert. Diese nimmt Bibi in Gewahrsam – nach Aussage der Behörde, um sie vor weiteren Übergriffen zu schützen. Jedoch lässt die Staatsgewalt Bibi anschließend nicht mehr frei. Stattdessen kommt es jetzt zu einer Anklage wegen „Blasphemie“ (Allah- bzw. Mohammedlästerung).

Die erste pakistanische Frau, die wegen „Blasphemie“ zum Tode verurteilt wird – Papst Benedikt XVI. versucht zu intervenieren

Insbesondere auf Druck muslimischer Geistlicher wird in der Folge tatsächlich Anklage gegen Asia Bibi erhoben. Im Oktober 2009 findet eine erste Anhörung statt, im November 2010, also fast eineinhalb Jahr nach der angeblichen Tat erfolgt das Urteil. Asia Bibi wird als erste Frau in der Geschichte Pakistans wegen „Allahlästerung“ zum Tod durch den Strang und zusätzlich noch zur Zahlung einer Geldstrafe von zweieinhalb Jahresgehältern verurteilt.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass die Christin den „Propheten“ Mohammed beleidigt habe, womit sie gegen die Paragraphen 295 B und C des pakistanischen Strafgesetzbuches verstoßen habe. Der Islam ist in Pakistan Staatsreligion und bei der letzten Volkszählung vor 20 Jahren waren über 96 Prozent der Bevölkerung Muslime. In seinem Urteil spricht der Richter von einer „unzweifelhaften Schuld“ und schließt mildernde Umstände aus.

Nun schaltet sich der deutsche Papst Benedikt XVI. ein und appelliert am Ende der Generalaudienz am 17. November 2010 an die pakistanische Regierung:

In diesen Tagen verfolgt die internationale Gemeinschaft mit großer Sorge die schwierige Lage der Christen in Pakistan, die oft Opfer von Gewalt und Diskriminierungen sind […] Heute bringe ich meine geistliche Nähe besonders Frau Asia Bibi und ihren Familienangehörigen zum Ausdruck, während ich darum bitte, dass ihr so bald wie möglich wieder ihre volle Freiheit zurückerstattet wird.“

Die Ermordung von Salman Taseer – Gouverneur von Punjab

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Auch andere setzen sich für die Katholikin ein, so etwa der Gouverneur von Punjab, der pakistanische Geschäftsmann, Autor und Politiker Salman Taseer, ein enger Vertrauter des pakistanischen Staatspräsidenten Asif Ali Zardari und dessen 2007 ermordeter Ehefrau Benazir Bhutto.

Taseer gehörte als liberaler Politiker schon länger zu den schärfsten Gegnern der pakistanischen Taliban. Der regierenden Muslimliga warf er immer wieder vor, dass sie Extremisten toleriere, wenn nicht sogar aktiv unterstütze. Auch befürwortet er eine Änderung der Verfassung, in welcher die Anhänger der Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft als Nicht-Muslime gelten.

Zudem stellt sich Taseer öffentlich in einem Fernsehinterview gegen das Todesurteil gegen die Christin Asia Bibi wegen „Blasphemie“ und kritisiert das pakistanische Blasphemiegesetz.

Den Premierminister Asif Ali Zardari fordert er auf, Asia Bibi zu begnadigen, da sie keinen fairen Prozess erhalten habe. Auch andere Mitglieder seiner Familie unterstützen gemeinsam mit ihm Asia Bibi. Zusammen mit seiner Frau und einer seiner Töchter trifft Taseer im November 2010 persönlich mit Bibi in dem Gefängnis zusammen, in dem sie auf ihre Hinrichtung wartet.

Keine zwei Monate später, Anfang Januar 2011, wird der Gouverneur auf dem Kohsar-Markt von Islamabad durch einen Angehörigen seiner eigenen Leibgarde ermordet. Der Attentäter, der einer Elite-Polizeieinheit angehört, erschießt ihn mit seiner Dienstwaffe, einer AK-47 (Kalaschnikow), von hinten, als er gerade aus seinem Auto aussteigt.

Anschließend stellt er sich den Behörden und gibt als Motiv Taseers Äußerungen bezüglich des Blasphemiegesetzes und zu Asia Bibi an. Neun Monate später wird der geständige Attentäter wegen Terror und Mord zum Tode verurteilt. Gegen die Verurteilung des Mörders und den Freispruch Bibis protestierte die Tehreek-e-Labbaik Pakistan, eine islamistische Partei aus der Barelwi-Bewegung. Der Richter, welcher das Urteil spricht, muss daraufhin wegen Drohungen von muslimischen Extremisten das Land verlassen.

Taliban durchsiebt pakistanischen Minister für religiöse Minderheiten

Keine zwei Monate später, Anfang März 2011, erwischt es den nächsten pakistanischen Politiker. Um 1990 gründete Shahbaz Bhatti zusammen mit Organisationen der Christen, Hindus, Sikhs und Bahai die All Pakistan Minorities Alliance und wird deren langjähriger Vorsitzender. Er engagierte sich für ein faires Miteinander von Christen und Hindus sowie Sikhs und Parsen. Ende 2008 wird er Minister für religiöse Minderheiten in der Regierung von Präsident Asif Ali Zardari.

Bhatti setzt sich sehr aktiv für eine Reform des seit 1986 bestehenden, oft gegen Christen angewandten Blasphemie-Gesetzes ein und schafft es, 46 von 87 Senatoren (knapp 53 Prozent) zu überzeugen. Zur Änderung des Gesetzes wäre aber eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, also bleibt es bestehen. Immer wieder erhält der Minister Morddrohungen, lässt sich davon aber nicht einschüchtern.

Wenn ich für meine Haltung sterben muss, dann ist das eben so“, sagt er.

Und natürlich setzt er sich für Asia Bibi ein. Im März 2011 wird er auf dem Weg zu seinem Ministerium von drei bewaffneten Männern überfallen.

Den Attentätern gelingt es, den Wagen des Ministers zum Halten zu bringen. Daraufhin eröffnen sie sofort das Feuer. Bhatti wird von mindestens acht Kugeln getroffen. Er stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Zu dem Anschlag bekennt sich die Taliban. In einem Schreiben droht sie allen Gegnern des pakistanischen Blasphemiegesetzes mit dem Tod. Mit der Ermordung Bhattis ist der einzige Christ in der pakistanischen Regierung liquidiert.

Asia Bibi wird nach mehr als neun Jahren freigesprochen

Nach dem Todesurteil gegen die Asia Bibi kündigt ihr Ehemann an, in Berufung gehen zu wollen. Doch diese wird im Oktober 2014 durch den Lahore High Court zurückgewiesen, wogegen jetzt nur noch eine Berufungsmöglichkeit besteht. Das Ganze zieht sich über viele Jahre hin.

Die Verurteilte muss immer damit rechnen, bald hingerichtet zu werden. Jahrelang! Dann im Oktober 2016, mehr als sieben Jahre nach der angeblichen Tat, lässt der oberste Gerichtshof die Berufung zu. Wiederum zwei Jahre später, am 31. Oktober 2018 wird Asia Bibi vom Obersten Gerichtshof Pakistans endlich freigesprochen.

Der Richter führt in einer Erläuterung zum Urteil an, dass zum einen die Beweislage unklar sei und dass Jesus im Islam auch ein heiliger Prophet und die heilige Bibel ein Buch, das vom allmächtigen Allah offenbart worden sei. Insofern seien die Handlungen der anderen Frauen, die Jesus Christus nicht anerkennen wollten, nicht weniger blasphemisch gewesen.

Der heilige Prophet Mohammed habe deklariert, dass Christen die Verbündeten des Islam seien. Die entsprechende ungefähr im Jahr 628 an die Mönche im Kloster Sankt Katharina am Sinai getätigte Aussage Mohammeds (siehe Schutzbrief des Mohammed) habe sich nicht nur auf diese, sondern auf alle Christen bezogen, so der Richter. Eine Woche später, am 7. November 2018 wird Bibi aus dem Gefängnis entlassen und an einen unbekannten Ort gebracht.

Öffentliche Mordaufrufe gegen Bibi und die drei Richter

Sofort rufen religiöse Hardliner wieder zur Rebellion gegen den Staat auf. Etliche radikale Muslime fordern die Tötung Bibis sowie der drei Richter des Obersten Gerichtshofes. Islamisten um die Partei Tehreek-e-Labaik organisierten Massenproteste gegen den Freispruch von Bibi und fordern eine Revision des Falls. Und nun halten Sie sich bitte gut fest!

Der oberste Gerichtshof hat Bibi in letzter Instanz freigesprochen, auch wegen unklarer Beweislage. Doch was passiert nun? Die Massenproteste der Muslime werden so massiv, dass die Regierung nach Verhandlungen mit der islamischen Tehreek-e-Labaik deren Forderungen schließlich nachgibt. Die Exekutive mischt sich nicht nur indirekt, sondern ganz direkt in die Judikative ein. Ferner wird Bibi die Ausreise aus Pakistan verboten.

Asia Bibi, ihre Familie, ihr muslimischer Rechtsanwalt, aber auch die Richter, die das Todesurteil aufhoben, können ab jetzt ihres Lebens nicht mehr sicher sein. Bibis Anwalt Saif-ul-Malook flüchtet aus Sicherheitsgründen nach Europa, in die Niederlande.

Vatikan: Geht uns nichts an, wenn Katholiken in Pakistan verfolgt werden

Und was macht nun Papst Franziskus, der Nachfolger Benedikts XVI. als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und Souverän (Staatsoberhaupt) des Vatikanstaats, diesmal kein Europäer, sondern ein Südamerikaner, wenn eine Katholikin und ihre gesamte Familie in Pakistan von radikalen Muslimen mit dem Tode bedroht werden, weil sie sich nicht zu dem Islam bekennen wollte? Bietet er seine Unterstützung an? Interveniert er? Sucht er das Gespräch? Offeriert er für das eigene Schäflein Asyl in seinem Staat?

Nach Angaben des Kurienkardinals Pietro Parolin bietet der Vatikan Asia Bibi weder Asyl noch diplomatische Unterstützung an. Nach Parolins Worten handle es sich um eine „innerpakistanische Angelegenheit“, in die man sich nicht einmischen wolle. Natürlich hoffe man auf deren bestmögliche Lösung.

Vielleicht betet der Jesuit Franziskus (Jorge Mario Bergoglio) ja abends für Asia Bibi. Für die armen Muslime in Afrika und in der arabischen Welt belassen Franziskus und der Vatikan es aber natürlich nicht beim Gebet. Denn als es um den UN-Migrationspakt ging – und nicht nur da -, setzte sich neben der UN, der EU und Merkel-SPD-Deutschland (und natürlich den Grünen) vor allem noch ein mächtiger Player ganz massiv für diesen Pakt ein: Franziskus und der Vatikan.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung der Epoch Times oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

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