Jeder hat die Wahl: Eine neue Kultur entsteht

Von 5. Juli 2020 Aktualisiert: 29. September 2020 18:37
Corona verwandelt das Land. Oberflächlich gesehen sind zunächst einmal die Schreibtischarbeiter eindeutige Gewinner des Corona-Lockdowns. Doch das eigentliche Problem liegt tiefer: Die wichtigste gesellschaftliche Frage lautet für jeden Einzelnen: Folgt er der permanenten egozentrischen Kultur- und Naturzerstörung oder der Renaissance des kooperativen guten Charakters? Berührende Momente der uneigennützigen gegenseitigen Hilfe, der Hinterhofkünstler und Arbeitgeber, die unkompliziert helfen, lassen hoffen.

Die derzeitige globale Leitkultur der Gier stößt Menschen in der Corona-Zeit immer tiefer in den Abgrund ihrer Wünsche und Süchte. Psychologen befürchten deutlich erhöhte Zahlen von Depressionen, Angsterkrankungen, Drogen- und Suchtmittelabhängigen.

Unser tägliches Leben strotzt von einer „Kultur der Gewalt“. „Antifa“, „Black Lives Matter“, Denkmalstürmer, Messerstechereien, Gangs, Mafia, Piraten & Co. werden positiv umgedeutet, was ihre Taten als attraktiv und seriös erscheinen lässt.

Strengere Gesetze und stärkere Strafverfolgung sind langfristig gesehen allerdings keine Lösung. Sie können das grundlegende Problem nicht lösen, wie die Rückfallquoten der Justizbehörden zeigen – jeder Zweite kehrte 2016 zurück in den Knast.

Corona zeigt zusätzlich: Es ist notwendig, erwachsen zu werden und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Auch die „moralistische Infantilisierung der Politik“ muss enden, wie der Philosoph Rüdiger Safranski (in der „Weltwoche“ 52/2015) oder Raymond Unger (bekannt für sein Buch „Die Wiedergutmacher“) es nennen.

Renaissance des guten Charakters

Der springende Punkt für die Probleme der Gesellschaft sei, dass Menschen dazu angehalten werden, lediglich die Befriedigung ihrer unbegrenzten materiellen Wünsche zu verfolgen, konstatiert das Autorenteam des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“, erschienen im Epoch Times Verlag.

Gebraucht werde keine fortwährende kommunistisch-technische Kulturrevolution. Benötigt werde die Renaissance der alten Tugenden wie Ehrlichkeit, Fleiß, Gutherzigkeit, Geduld, Güte, Rechtschaffenheit, sowie von Höflichkeit und guten Manieren. Dazu gehören Anstand, Zurückhaltung und Zivilisiertheit ebenso wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Erst mit einer Renaissance des guten Charakters könne das Leben künftig in bessere Bahnen gelenkt werden.

Berührende Momente der uneigennützigen gegenseitigen Hilfe, wie die der Hinterhofkünstler und von Arbeitgebern, die unkompliziert helfen, lassen hoffen.

Was bewirkte die chinesische Kulturrevolution?

Viele junge Leute der 68er im Westen – die heute 70-Jährigen – begeisterten sich an der chinesischen Kulturrevolution. China war ihr damaliger Wallfahrtsort. Reinhard Bütikofer (heute Abgeordneter der Grünen im EU-Parlament), damals Maoist wie viele, nannte Mao die Ikone der 68er und der Journalist Karl-Peter Schwarz, ein geläuterter Maoist, erklärte, es habe sehr viel Religiöses an sich gehabt.

Mao gab der Kulturrevolution (1966-1976) vier klare und strikte Ziele vor: die Vernichtung der alten Sitten, der alten Tradition, der alten Gewohnheiten und der alten Kultur. Was folgte? Eine wortwörtliche Umsetzung dieses Auftrags durch Teenager und Jugendliche – riesige Säuberungskampagnen, um eine sozialistische Gesellschaft herbeizuführen.

Maos Prinzip: Der Einzelne zählt überhaupt nichts, die Gemeinschaft alles. Und: Terror sei doch eine gute Möglichkeit, um zu regieren, erklärt das Video „Europäer und die Kulturrevolution“ (2016), eine Produktion von sagamedia, mdr und arte.

Traditionelle Familienstrukturen galten ab sofort als reaktionär, die Menschen wurden in „Einheiten“ eingegliedert. Tausende aufgeputschte Jugendliche himmelten Mao an und folgten ihm wie Groupies einem Popstar. Die Schule fiel aus.

„Rote Garden“ von Schülern im Teenageralter zogen als Tod bringender Mob über das Land. In ihrem Abenteuer der totalen Freiheit, des „Ärger-Machens“, brachen sie in Häuser ein, plünderten und töteten, wie es ihnen gefiel. Sie zerstörten alles, was ihnen in die Hände fiel. Brutal und tödlich, brandschatzend und terroristisch. Drei Jahre später gab es in China keine Opposition und keinen anderen Glauben mehr als den an die Kommunistische Partei.

100 Millionen politisch Verfolgte

Klöster, Tempel, buddhistische Statuen und Gemälde, Kunstwerke und Kulturstätten wurden vollständig zerstört. Bis 1976 waren von den ursprünglich 2.700 Tempeln in Tibet nur noch acht übrig. Auch Konfuzius Grabstein wurde zerschlagen. 20 Millionen Opfer, über 100 Millionen politisch Verfolgte – so bezifferte Ye Jianying, damaliger stellvertretender Vorsitzender des Zentralkomitees der KPC, am 13. Dezember 1978 hinter verschlossenen Türen diese zehn Jahre in China.

Dadurch, dass sie mordeten und andere Verbrechen verübten, machten sich die Massen zu Komplizen der KP Chinas und ihrer Grausamkeiten. Die brutalsten Täter wurden zu den treuesten Verbündeten der Partei. Diejenigen, die die Macht nach Mao übernahmen, weisen bis heute unaufhörlich jegliche Verantwortung von sich.

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Opfer und Täter sind noch heute traumatisiert. Ein großes Schweigen legte sich über das Land. Demografische Statistiken bei populationpyramid.net sprechen für 1965 von 724 Mill. Einwohnern in China. Grob gerechnet: Einer von dreißig starb, fast jeder Siebente politisch verfolgt.

Die jungen ausländischen Besucher der Generation der 68er, die gegen Ende der Kulturrevolution nach China reisen durften, waren mehr als handverlesen. Stramme Kommunisten und Maoisten aus dem Westen, vorzugsweise linke Studenten. Sie wollten die Bestätigung dafür sehen, dass die Revolution gut sei. Mehr wollten und sollten sie nicht sehen und mehr zeigte ihnen der Propagandastaat auch nicht. Mit erhobener Faust in der Großen Halle des Volkes zu stehen, war für sie das Paradies.

Jeder muss sich entscheiden

Seit den 1980er Jahren haben zunächst fast unmerklich die 68er-Radikalen in Schulen und Universitäten, in der Wissenschaft, in Hollywood und in den Mainstream-Medien, weitgehend die Oberhand gewonnen und ihre Hochburgen errichtet. Heute befinden sich viele der 68er in der internationalen Gesellschaft an Führungspositionen, in NGOs, in Thinktanks und in den höheren Posten der Verwaltungen.

Als wichtigste gesellschaftliche Frage steht daher jetzt jeder Einzelne vor der Entscheidung: Folgt er der sich stetig weltweit verbreitenden, egozentrierten materialistischen „Kulturrevolution“ oder der Renaissance des kooperativen und aufrichtigen guten Charakters?

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.