„Gebt den Kindern ihre Mutter zurück“: Die ersten Lebensjahre sind prägend für die ganze Nation

Epoch Times31. August 2019 Aktualisiert: 10. Oktober 2019 11:16
Die ersten Lebensjahre sind nachweislich bedeutsam für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. Christa Meves, eine Bestsellerautorin sowie Kinder- und Jugendpsychologin ist dafür, mehr in Frauen zu investieren statt in Krippen- oder Kindergartenplätze.

Eine Mutter gibt dem Kind Geborgenheit, grenzenlose Liebe und Verständnis. Sie prägt unsere Kindheit durch ihre Zärtlichkeit und Fürsorge sowie Sie unser Selbstvertrauen stärkt. Die kindliche Gefühlswelt hat sich im letzten Jahrhundert kaum verändert. Doch was sich verändert hat, sind die Umstände und Erwartungen an die Mütter.

In jeder Mutter offenbart sich die Schöpferkraft des Selbst: In ihnen liegt die Zukunft der Menschheit, K.O. Schmidt

Die Mitte der Gefühlswelt

Auf der Bühne des Lebens ist die Mutterrolle eine schöpferische, da diese ihre Kinder nach ihrem Ebenbild gestaltet. Dies geschieht meist unbewusst. Kinder beobachten jede Geste, jeden Tonfall und Ausdruck ihrer Mutter mit liebevoller Aufmerksamkeit. Dann kopieren sie, meist etwas ungeschickt, aber mit aufrichtiger Hingabe das Gesehene. So erlernen Kinder die Fähigkeiten und Talente ihrer Mutter.

Während des Großziehens der Kinder erhalten Mütter das wertvollste Geschenk auf Erde: bedingungslose Liebe. Die Mutter wird auch an ihren unvollkommenen Tagen als gut und richtig betrachtet. Mütter haben einen ungeheuren Einfluss. Sie prägen die Gewohnheiten des Denkens, Fühlens und Handelns ihrer Kinder und beeinflussen somit die Zukunft der Menschheit.

Die ersten Lebensjahre sind nachweislich bedeutsam für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung. Christa Meves, ist eine Bestsellerautorin sowie Kinder- und Jungendpsychologin. Sie wurde nicht müde, der Welt zu erklären, dass der achtsame Umgang mit den Bindungsgefühlen kleiner Kinder oberste Priorität für deren zukünftiges Seelenwohl hat.

Wie Kleinkinder die Welt erleben

Bevor Kinder in die Kita kommen, ist die Familie der Dreh- und Angelpunkt. Dieses Umfeld vermittelt Werte, Verhaltensweisen und die grundsätzliche Sicht auf die Welt. Eindrücke aus dieser Zeit werden von Kindern nicht rational aufgenommen, doch werden sie ihre Gefühlswelt im Erwachsenenalter prägen.

In dem Buch „Beyond the Rainbow Bridge“ erklärte die Waldorfpädagogin Barbara Patterson: Kleinen Kindern fehlt die Abgrenzung zu ihrer Umgebung. Sie haben kein klares Verständnis für Individualität – weder für sich selbst noch für andere Menschen- aber sie erkennen den Charakter des anderen klar und deutlich.

Deshalb sind die ersten drei Jahre im Leben eines Kindes gesondert zu betrachten. Kleinkinder würden demnach eine intensive Zeit mit ihren Bindungsperson benötigen. Erst durch diese Ko-Regulation können ihre Bedürfnisse und die Ausbildung ihres Ich-Bewusstseins stattfinden. In dieser Zeit wird der Grundstein für die seelische Entwicklung gelegt – meint die Expertin.

Keine Betreuerin kann mit der Begeisterung und Aufrichtigkeit der Elternreaktionen über die Leistungen eines Babys mithalten. Solche Reaktionen fördern das Vertrauen und die elterliche Liebe. Sie sind die Basis, um einerseits das Selbstwertgefühl zu entwickeln und andererseits um Geborgenheit zu vermitteln“, schreibt die Waldorfpädagogin Rahima Dancy in ihrem Buch „You Are Your Child’s First Teacher.

Lebensauftrag: Mutterrolle

Kinder zählen wohl zu den glücklichsten und zufriedensten Menschen auf der Welt. Vielleicht weil sie mit der Gabe auf die Welt gekommen sind, im Moment selbst zu leben. Doch auch sie können stur und unnachgiebig sein, meist wenn sie Aufmerksamkeit haben wollen und diese nicht erhalten.

Niemand würde behaupten, die Mutterrolle sei eine leichte. Allerdings ist es wie bei jeder Heldentat: Die Reise selbst veredelt den Menschen, in diesem Fall veredelt sie die Frau hinter der Mutterrolle. Diese Rolle verlangt von jeder Mutter innere Stärke, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit über sich selbst nachzudenken.

Durch die Rolle als Mutter reift in den Frauen Mitgefühl heran. Sie erleben wie ihre Kinder innere sowie zeitweise äußere Kämpfe austragen müssen. Durch das Leben mit Kindern erfährt man das Leid des Lebens in anderen Dimensionen.

Das Wissen dem Kind einen guten Weg vorgehen zu müssen, ist für Mütter selbst eine Chance Durchhaltevermögen zu erlernen und die eigenen schlechten Gewohnheiten abzulegen. Mütter erschaffen die Kultur der Zukunft, indem sie ihre Lehren den Kindern vorleben. Sich dieser Aufgabe bewusst zu sein, ist die wahre göttliche Mission im Leben jeder Mutter.

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Die Grundlagen für die Moral eines Landes müssen in der Familie gelegt werden. Vergeblich werden Schulen, Akademien und Universitäten gegründet, wenn lockere Prinzipien und unzüchtige Gewohnheiten den Kindern in den ersten Jahren aufgezwungen werden. Die Mütter sind die frühesten und wichtigsten Instruktoren der Jugend, schrieb John Adams, einer der Gründungsväter der USA.

Werte leben, Werte bilden

Kinder imitieren die Menschen ihrer Umgebung bis sie rund sechs Jahre alt sind. In dieser Zeit kann der Nachwuchs noch nicht zwischen guten und schlechten Eigenheiten unterscheiden. Somit zeigen sich die vorgelebten Verhaltensweisen der Eltern beim „Mutter-Vater-Kind spielen“. Darin ahmen sie unverblümt den Tonfall und die Handlungen ihrer Eltern nach. Wenn jedoch Kinder viel Zeit in der Tagesstätte verbringen, werden sie von den Verhaltensweisen der Erzieher und Mitschüler geprägt.

Kinder ahmen auch die emotionalen Ausdrücke nach und nehmen somit das Wertesystem ihrer Umgebung als Maßstab zur Beurteilung in sich auf. Diese Prägungen kann jeder in sich selbst finden, beispielsweise wenn man sich dabei ertappt „wie seine Mutter zu reden“. Das zeigt, wie tief die Ereignisse aus Kindertagen in uns ruhen. Kinder werden so handeln wie es die Menschen um dieses herum tun.

Wenn Eltern beispielsweise sauer werden, wenn der Hund auf die Couch springt, wird das Kleinkind lernen, dass es in Ordnung ist, den Hund anzuschreien. Wenn Kinder ständig von Nörgelei umgeben sind, werden diese als Teenager nicht zimperlich mit Kritik um sich werfen.

Was wir tun, wenn wir wütend werden, lehrt Kinder, was sie tun sollen, wenn sie wütend werden. Faith Collins

Kinderbetreuung mit Hintergedanken

Wertebildung ist heute ein wichtiger Bestandteil des Kita-Alltags. Grundlegend für die Wertebildung in der Institution ist, dass sich das pädagogisches Personal der Wertehaltung der Kultur, in der die Kinder leben, bewusst ist. Jedoch werden auch die Wertevorstellungen der Bildungseinrichtung immer Teil der Kinder werden.

So waren früher Betriebs- und Werkskindergärten keineswegs Randerscheinungen. Die damals geleistete pädagogische Arbeit lässt erkennen, dass einstige Betriebe den unzensierten Einfluss auf die Kinder nutzten, um zukünftige Arbeitskräfte aufzuziehen. Sie wurden mit Fabriktugenden gefüllt und dadurch zu gehorsamen, ausgebeuteten Arbeitskräften herangezogen.

Im Nationalsozialismus wurden die Kinderpflege und Gesundheitserziehung in die Hände der Mutter gegeben. Die Mütter wurden als Stütze des Landes gepriesen und ihre „Arbeit“ an ihrem Nachwuchs wurde zum wichtigsten Gut des Deutschen Reichs. Doch war der Weg von der Politik vorgegeben. Kinder mussten abgehärtet und körperlich zu gesunden Menschen erzogen werden. Sport war eine der höchsten Prioritäten in der Kindererziehung.

Notgruppen und Behelfslösungen für Kinder

Sozialhistorisch betrachtet, kann wohl der karitative Einfluss außerfamilärer Kinderversorgung als effektive Steuerung der Frauenerwerbstätigkeit interpretiert werden. Dies zeigt sich dadurch, dass der Elternurlaub und die öffentliche Betreuung, üblicherweise, aufeinander abgestimmt werden.

Dies zeigt die Inanspruchnahme der beiden Angebote: lange Freistellungsmöglichkeiten bedeuten meist gleichzeitig geringe Angebote für staatliche Kinderbetreuung beziehungsweise korreliert eine gute Kinderbetreuungsinfrastruktur mit zeitgleich begrenzter Freistellungsdauer. Davon ausgenommen ist Ostdeutschland, diese Sonderstellung ist durch die ehemalige politische Trennung der beiden System aufgetreten.

Infolge dessen stellt sich die Frage: Warum besteht sechs Jahre nachdem die Bundesregierung den einklagbaren Rechtsanspruch auf Kita- und Krippenplätze eingeführt hat, bundesweit ein Mangel von rund 300.000 Plätzen für unter Dreijährige?

In so manchen Städte und Gemeinden übersteigt die Nachfrage nach Betreuungsplätzen im Frühsommer bereits das Angebot für den kommenden September. Die Kommunen versuchen, durch Notgruppen, An- oder Ausbauten zusätzliche Plätze zu schaffen. Dies stellt jedoch für Kinder wie für die Erzieher eine Qualitätsminderung in der Betreuung dar.

Christa Meves meinte einst: „Gebt den Kindern ihre Mütter zurück!“

Ihr Plädoyer war stets die Förderung der Familie durch gesellschaftliche Anerkennung der Mutterrolle, indem in die Unterstützung der Frauen investiert wird und weniger in Krippen- oder Kindergartenplätze. Sie empfand auch, dass es Zeit wäre für die überfällige Kehrwende in der Kinderbetreuung: weg von der frühen Fremdbetreuung, hin zu der Betreuung durch die eigene Mutter.

Es scheint heute so, als ob die selbstverständlichsten Dinge – dass ein Mann ein Mann ist und dass eine Frau Frau sein darf, aber auch, dass ein Kind seine Mutter und seinen Vater braucht – gerechtfertigt werden muss.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) unter: The Undervalued Power of Women as Mothers von June Fakkert. Die deutsche Bearbeitung erfolgte durch Renate Pammer.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.