Wer wird Nachfolger von Kardinal Marx? Das kann zur Richtungsentscheidung werden

Epoch Times27. Februar 2020 Aktualisiert: 27. Februar 2020 7:09
Kardinal Reinhard Marx tritt angeblich aus Altersgründen zurück. Doch offenbar macht ihm auch sein konservativer Gegenspieler, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki zu schaffen.

Tritt Kardinal Rainer Maria Woelki die Nachfolge an oder einer der aufstrebenden jüngeren Bischöfe wie der Limburger Georg Bätzing, der Essener Franz-Josef Overbeck oder der Mainzer Peter Kohlgraf?

Am Dienstag entscheidet die Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Mainz über ihren wichtigsten Repräsentanten – die Wahl könnte zur Richtungsentscheidung werden.

Alle sechs Jahre wählt die Bischofskonferenz einen Vorsitzenden. Dass es in diesem Jahr mit der turnusmäßigen Wahl auch einen Wechsel an der Spitze geben würde, hatte niemand erwartet – mit seinem Verzicht auf eine zweite Amtszeit überraschte Marx alle. Die Motive dafür geben Grund zur Spekulation.

Der 66 Jahre alt Marx gab selbst als Gründe sein Alter und die Herausforderungen in seinem Münchner Erzbistum an. Doch nicht wenige glauben, es könnte noch mehr dahinter stecken: Vor allem, dass er zermürbt ist von den Auseinandersetzungen mit den konservativeren Kräften, die seinen zunehmend liberalen Weg torpedierten.

Zuletzt beim sogenannten synodalen Weg zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals und davor bei der Eucharistie für die protestantischen Ehepartner von Katholiken rebellierte eine Gruppe konservativer Bischöfe offen gegen den von Marx eingeschlagenen Kurs der deutschen Bischofskonferenz. Der profilierteste Vertreter dieser konservativen Garde ist Woelki.

Folgerichtig wäre, wenn Woelki auf den Posten in der Bischofskonferenz drängen würde. Allerdings winkte Woelki im Vorfeld des Bischofstreffens in Mainz ab: „Ich persönlich möchte mich auf die Herausforderungen konzentrieren, die sich mir als Erzbischof von Köln und als Kardinal der katholischen Weltkirche stellen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

Ob dies ein kategorisches Nein ist, wird sich erst nach der Wahl am Dienstag zeigen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Woelki einen Bischof aus seinem eher konservativen Lager zu installieren versucht, was bei einem Erfolg einen Kurswechsel der seit langem eher für einen liberalen Katholizismus stehenden deutschen Bischofskonferenz bedeuten würde.

Auf den kommenden Vorsitzenden kommen zwei große Aufgaben zu. Die erste ist, möglichst schnell ein abschließendes Entschädigungsmodell für die Opfer sexuellen Missbrauchs zu finden.

Für diese gab es von Bistum zu Bistum bisher unterschiedliche Geldzahlungen, die wegen ihrer geringen Höhe in den meisten Fällen nur als symbolische Anerkennung des Leids zu verstehen waren. Nun soll endlich eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden – die aber teuer werden dürfte.

Die zweite Aufgabe ist ungleich schwieriger. In der kommenden Amtszeit des Vorsitzenden wird sich als Folge der demografischen Entwicklung im Klerus der Priestermangel voll entfalten – quer durchs Land werden die Gemeinden ohne eigenen Priester dastehen.

Die verbleibenden Priester müssen gleichzeitig immer mehr Aufgaben übernehmen, was für diese zur Überlastung führen könnte.

Hinzu kommt, dass die mit Papst Franziskus verbundene Aufbruchstimmung einen erheblichen Dämpfer bekam. Dass er derzeit weder am Zölibat rütteln noch die Weihe von Frauen zu Diakoninnen erlauben will, sorgt für breite Ernüchterung unter Deutschlands Katholiken. (afp/nh)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.
Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Eine Buchempfehlung vom Verlag der Epoch Times

Wer hat die Weltherrschaft? Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Immer klarer wird, dass die Geschichte der Menschheit nicht so ablief, wie sie heutzutage gelehrt wird. Das Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ gibt die lange gesuchten Antworten.

„Kapitalismus abschaffen“? „Wohnungsgesellschaften enteignen“? Familie auflösen? Keinen Wohlstand und keine Kinder mehr wegen des Klimas? Frühsexualisierung? Solche Gedanken sind in Politik, Medien und Kultur populärer denn je. Im Kern drücken sie genau das aus, was einst schon Karl Marx und seine Anhänger der gesamten Menschheit aufzwingen wollten.

Der Kommunismus hat im 20. Jahrhundert hunderte Millionen Menschen physisch vernichtet, heute zielt er auf ihre Seelen. Bei vielen Menschen blieb glücklicherweise die der menschlichen Natur innewohnende Güte erhalten – was den Menschen die Chance gibt, sich vom Einfluss des „Gespenst des Kommunismus“ zu befreien.

Hier weitere Informationen und Leseproben.

ISBN Band 1: 978-3-9810462-1-2, Band 2: 978-3-9810462-2-9, Band 3: 978-3-9810462-3-6, Drei Bände 1-3: 978-3-9810462-6-7. Einzeln kostet jeder Band 19,90 Euro (zzgl. 2,70 Euro Versandkosten), alle drei Bände gemeinsam sind im Moment noch zum Sonderpreis von 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands) zu erwerben. Das Buch hat insgesamt 1008 Seiten und über 1200 Stichworte im Indexverzeichnis.

Bestellmöglichkeiten: Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich in unserem neuen Online-Buch-Shop, bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Das Buch gibt es auch als E-Book und als Hörbuch

Das E-Book gibt es in den Formaten PDF, EPUB oder MOBI. Das Hörbuch bieten wir im MP3-Format zum Download an. Einzeln kostet jeder Band 17,90 Euro, alle drei Bände sind im Moment noch zum Sonderpreis von 43,00 Euro zu erwerben. E-Books und Hörbücher sind in unserem neuen Online-Buch-Shop oder direkt beim Verlag der Epoch Times bestellbar – Tel: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]