Linksextreme stören Vortrag an Uni Wien: Jetzt sind auch schon nationalliberale Historiker „Nazis“

Von 22. November 2019 Aktualisiert: 22. November 2019 10:39
Die zunehmende Infragestellung der Redefreiheit durch die extreme Linke in Deutschland droht auf Österreich überzugreifen. Am Dienstagabend wurde eine Vorlesung des als FPÖ-nahe geltenden Historikers Lothar Höbelt an der Universität Wien gestört.

Mit 63 Jahren befindet sich Lothar Höbelt, seines Zeichens Historiker und außerordentlicher Professor für Neuere Geschichte an der Universität Wien, in einem Alter, in dem man üblicherweise kaum noch bahnbrechende neue Erkenntnisse über sich selbst vermittelt bekommt.

Dabei ist auch Nichthistorikern bekannt, dass die Okkupation Österreichs durch Hitlerdeutschland bereits 1945 geendet hatte und zugleich auch die NSDAP dort verboten wurde. In diesem Sinne wäre es etwas ungewöhnlich, dass jemand, der erst im Jahr 1956 geboren wurde, noch ein „Nazi“ gewesen sein könnte.

ÖH stellt sich hinter die Störer

Es dauerte bis zum Dienstagabend (22.11.), ehe Höbelt diese unerwartete Nachricht zuteilwurde. Wie die „Krone“ berichtet, störten linksextreme Aktivisten eine Vorlesung des Professors und brüllten Parolen. Zudem hielten sie ein Transparent mit dem Aufdruck „Kein Raum für Nazis an der Uni“ hoch und verteilten Handzettel, auf denen vermeintlich beanstandenswerte politische Aktivitäten Höbelts aufgeführt waren.

Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH), in der Pflichtmitgliedschaft besteht, stellte sich hinter den Protest. Die Uni Wien höre „den Studierenden und der ÖH oft nicht zu, daher müsse man den Protest medienwirksam gestalten“, erklärte die grüne Hochschülerschaftsfunktionärin Zissi Fritsche gegenüber der APA. Die ÖH, deren Vertretung auch im Frühjahr 2019 nur von etwa einem Viertel der Studenten gewählt wurde, fordert von der Universität Wien gar die Entlassung Höbelts wegen dessen angeblicher „Nähe zur extremen Rechten“.

Anlass für die Störung war, dass Höbelt, der nach eigenen Angaben kein Mitglied der FPÖ ist, aber seit Jahrzehnten als Experte für die Geschichte der Partei und des „Dritten Lagers“ in Österreich gilt, zugesagt hat, am kommenden Wochenende (22.-24.11.) einen Vortrag bei der Herbstakademie des „Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark“ (FAV) in Semriach zu halten. Dieser war einer der tragenden Kräfte hinter der Zeitschrift „Aula“, die erstmals 1951 erschien und 2018 eingestellt wurde.

Beiträge in der „Aula“ als Stein des Anstoßes

Das Magazin wurde von mehreren freiheitlichen Akademikerverbänden getragen und war vor allem im Umfeld der Burschenschaften verbreitet. Auch unter den zum Teil militanten „Südtirol-Kämpfern“, die sich in den 1960er Jahren für eine Abspaltung des mehrheitlich deutschsprachigen 1918 an Italien angegliederten Gebiets einsetzten, wurde die Zeitschrift gelesen. Das „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands“ stufte die „Aula“ als „rechtsextrem“ ein. Tatsächlich fanden sich darin mehrfach Beiträge, die ein revisionistisches Geschichtsbild erkennen ließen.

Nachdem die Bezeichnung eines österreichischen Teilnehmers am „Eurovision Song Contest“ 2018 als „Quotenmohr“ in der Zeitschrift in der Öffentlichkeit für Aufsehen sorgte, distanzierte sich auch die FPÖ-Spitze offiziell von der Publikation. Der FAV Steiermark, der als letzter Verband in der Herausgebergemeinschaft verblieben war, verkündete wenig später das Aus für die „Aula“. Ein Relaunchversuch im Jahr 2019 scheiterte und die „Neue Aula“ wurde nach nur einer Ausgabe eingestellt.

Was Höbelt nun vonseiten der radikalen Linken zum Vorwurf gemacht wird, ist, dass auch dieser regelmäßig Beiträge in der „Aula“ veröffentlichte. Radikale Inhalte fanden sich in Höbelts Texten jedoch nicht. Im Regelfall steuerte er historische Beiträge oder Analysen über die FPÖ, das Dritte Lager oder das Revolutionsjahr 1848 bei. Dabei vertrat er jene traditionell national-liberale Sichtweise, wie sie für die FPÖ vor der Wahl Jörg Haiders zum Bundesparteivorsitzenden kennzeichnend war.

RFS warnt vor linksextremer Germanisierung der österreichischen Öffentlichkeit

Die darauf folgende Umwandlung der Partei in eine Massenbewegung stieß in den Akademikerverbänden und der „Aula“ auf Argwohn. Sie befürchteten eine Entideologisierung der Partei und ein Abgleiten in die inhaltliche Beliebigkeit. Dieser Befürchtung gaben sowohl der eher klassisch-liberale Höbelt als auch die betont nationalistisch orientierten Kreise rund um die früheren „Aula“-Chefredakteure Herwig Nachtmann oder Dr. Otto Scrinzi Ausdruck.

Der Parteichef der FPÖ, Norbert Hofer, verlangte in einer Pressemitteilung Konsequenzen für die linksextremen Störer. In der Mitteilung dazu hieß es: „Die linken Krawallmacher, die mit ihrem totalitären Gedankengut gegen die demokratische Grundordnung verstoßen, müssen in die Schranken gewiesen werden.“

Der Ring Freiheitlicher Studenten, die Studentenorganisation der FPÖ, warnt vor einer „Welle der Intoleranz und geistigen Brandstiftung“, die aus Deutschland nach Österreich überzuschwappen drohe.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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