Spezialkräfte der Polizei im Einsatz.Foto: SEBASTIAN WILLNOW/dpa/AFP via Getty Images

Österreichischer Publizist über das deutsche Versagen gegenüber dem Extremismus

Von 24. Februar 2020 Aktualisiert: 24. Februar 2020 21:12
Der österreichische Publizist Gerald Grosz sieht Deutschland in ernster Gefahr, kollektiv in den Extremismus abzugleiten. Die Führung treffe erhebliche Mitschuld an der Entwicklung, weil sie spaltende Entscheidung träfen und den Rechtsstaat unterminierten.

In einem Kommentar für die Zeitung „Österreich“ hat der Publizist und frühere Chef des „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ), Gerald Grosz, den deutschen Eliten und der politischen Mitte des Landes Unfähigkeit vorgeworfen, die Interessen der Normalbevölkerung und die Demokratie gegen Extremismus zu verteidigen.

Deutschland sei, so Grosz, in den vergangenen 50 Jahren regelmäßig von Terror heimgesucht worden. Der Bogen ziehe sich von der linksextremen RAF in den 1970ern über den rechtsextremen NSU in den frühen 2000ern und Anschläge von islamischen Extremisten in deutschen Großstädten bis hin zum Mord an Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke und erst jüngst die Ereignisse von Halle und Hanau.

Insgesamt habe Deutschland damit nun 1314 dokumentierte Terrorakte erlebt, die das Land in unterschiedlichem Ausmaß erschüttert hätten.

Verantwortungsträger in Deutschland hysterisieren oder relativieren

Daraus habe Deutschland jedoch nicht gelernt, schreibt Grosz. Vielmehr hätte die politische Führung des Landes noch zusätzlich Öl ins Feuer gegossen, indem sie „spaltende statt einende Entscheidungen“ getroffen hätte.

Die vernünftigen Kräfte hätten davor kapituliert, die demokratischen Parteien versagt und die kollektive Unfähigkeit, praktikable Lösungen zu konkreten Problemen zu liefern, sorge für noch mehr Polarisierung und Radikalisierung.

Am Ende könne dies noch mehr an Fanatismus und künftigem Extremismus nach sich ziehen. Das dauerhafte Scheitern der legitimierten demokratischen Anführer werde zum Brandbeschleuniger für anarchische Gewalt, Mord und Terror.

„Die Verantwortungsträger von Merkel abwärts suchen die Schuld nicht bei sich selbst und ihrer Politik“, schreibt Grosz weiter, „sondern es wird nach dem jeweiligen ideologischen Standpunkt relativiert oder hysterisiert, Schuld zu- oder Schuld abgewiesen, vergiften sich die Verantwortungsträger nicht nur selbst, sondern auch weiterhin die Gesellschaft und sie offenbaren damit ja nur die gänzliche Blindheit des Rechtsstaates gegenüber den von ihnen selbst gezüchteten Gefahren.“

Grosz sieht „geifernde Freude“ über Untaten des jeweils entgegengesetzten Extremismus

Man sehe den Splitter im Auge des anderen, nur den Balken im eigenen Auge nicht. Ein Mangel an rechtsstaatlichem Bewusstsein, demokratischen Umgangsformen und der Fähigkeit zur Selbstkritik ermögliche es Extremisten aller Couleur, die Zivilisation in den Abgrund zu ziehen.

Zudem sehe sich jeder Extremismus im Wüten des jeweils gegnerischen gerechtfertigt und freue sich sogar darüber. Eine apathische Mitte jedoch lasse sich bereitwillig einschüchtern und überlasse damit den Extremisten das Feld:

„Die geifernde Freude der Linken, dass es endlich wieder rechtsradikale Anschläge gibt, die geifernde Freude der Rechten, sich in islamischen Anschlägen oder linksextremen Umtrieben gerechtfertigt zu sehen. Dazu gesellt sich das Schweigen der Mitte und damit das Unvermögen, die breite Gesellschaft und die Demokratie zu verteidigen. Armes, blindes Deutschland!“

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf diesen Link die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion