Der größte Raub aller Zeiten

Von 20. November 2018 Aktualisiert: 21. November 2018 22:29
Ich heiße Fritz Wilhelm Spitz! Erlauben Sie mir, mich vorzustellen. Ich bin ein Unterstaatssekretär zweiter Klasse in der Deutschen Bundesbank. Welche, wie allgemein angenommen wird, in der Tat dem Bund gehört, obwohl auch ich nie herausfinden konnte, inwieweit dies wirklich der Fall ist. - Eine Satire

Um ehrlich zu sein, nie hätte ich gedacht, etwas derartiges fertigzubringen. Nicht in meinen kühnsten Träumen! Aber da Whistleblowing inzwischen gesellschaftlich akzeptabel ist und, noch wichtiger, in den Augen unserer mehr traditionell gesinnten Damen sogar als glamourös erachtet wird, sah ich mich von einem atypischen Anfall akuten Heldentums überwältigt. Ich fragte mich: Warum nicht auch du?

Das heisst, ich, Fritz Wilhelm Spitz!

Erlauben Sie mir,  mich vorzustellen. Ich bin ein Unterstaatssekretär zweiter Klasse in der Deutschen Bundesbank. Welche, wie allgemein angenommen wird, in der Tat dem Bund gehört, obwohl auch ich nie herausfinden konnte, inwieweit dies wirklich der Fall ist. Nun hat diese Auffassung vor einiger Zeit einen schweren Stoss erhalten, und ich werde mit ein paar Worten erklären, warum dies geschah.

 Es geschah wegen des Goldes! Um genauer zu sein, Deutschlands nationaler Goldschatz, Rückendeckung für unsere pekuniäre Vertrauenswürdigkeit und, im weitesten Sinne, der des schwer angeschlagenen Euros auch. Ein grosser Teil der kostbaren Goldbarren, nämlich weit über tausend Tonnen, lagert immer noch in den Kellern der privaten US-Notenbank in New York, fälschlicherweise Federal Reserve genannt. Der Grund hierfür ist einfach. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts befand sich mein Land, prekär ganz am Rande der freien westlichen Welt situiert, in ständiger Gefahr, kommunistischer Aggression und kollektiver Versklavung zu erliegen. Das gelbe Metall wurde daher grosszügigerweise von unseren Glorreichen Befreiern und Ergebenen Freunden in deren bombensicheren Brandschutzkellern auf der anderen Seite des Atlantiks aufbewahrt.

Dies war eine vernünftige Vorsichtsmassnahme, solange die Konfrontation andauerte, änderte sich aber grundlegend vor zwanzig Jahren mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Danach vollzog sich eine überraschende Umkehr der Rollen, nämlich eine Verschwörung zum Zwecke einer weltweiten Kontrolle durch die US Neocon Mafia, je nach Geschmack auch Deep State, Globalisten oder Illuminaten geheissen. Die nämlich versuchen, den Erdball mit ihren Tentakeln zu umfassen, während ein schnell genesendes Russland es schaffte, einige demokratische Imperative umzusetzen, die schon vor Jahren in den massiv manipulierten westlichen Gesellschaften über Bord geworfen wurden.

In diesem Zusammenhang kann mit einiger Sicherheit gesagt werden, dass Deutschlands politische Elite sich ebenfalls nie gedrängt fühlte, bestimmte Imperative umzusetzen, demokratisch oder anderweitig, ausser jenen vielleicht, die ihr von ihren Bilderberg-Bossen an das Herz gelegt wurden.

Und solange das Land wirtschaftlich boomte, hatten die Wähler ja nicht das geringste Interesse daran, an dem Kehricht zu schnuppern, der sich hinter den glänzenden Fassaden des politischen Flohzirkusses angesammelt hatte. Diese selige Unwissenheit änderte sich mit der Einführung des Euro, Teil einer strategischen Machenschaft der Obengenannten, um die globalen Märkte zu dominieren und so die Freie Welt ein für alle Mal zu unterwerfen.

Zu jener Zeit noch ein Student der Wirtschaftswissenschaften, erinnere mich gut an mein völliges Unverständnis der haarsträubenden Idee, die absolut stabile deutsche Mark mit der wackeligen spanischen Peseta oder, noch alarmierender, der gänzlich aufgeweichten griechischen Drachme gleichzusetzen. Was in Himmels Namen, fragte ich mich verdutzt, trieb Bundeskanzler Kohl und seine Kohorten dazu, unsere eiserne Währung in einer derart schwachsinnigen Art und Weise zu ruinieren?

Heute weiss ich es besser.

Deutschland ist ein besetztes Land und wird von einer fremden Macht regiert. Die Amerikaner (d.h. Neocons) üben die wirkliche Kontrolle aus. Deutschlands politische Elite wird von ihnen gegängelt. Als Folge dieser Situation kann Berlin nicht für das Wohl des Landes handeln, wie es dies eigentlich sollte. In der Tat ist es so, dass Deutschland in der heutigen Zeit gegen seine eigenen Interessen regiert wird.

Alexander Dugin

Eine schockierende Situation, werden auch Sie sagen. Inzwischen begann die ganze Welt, dem einst so mächtigen Dollar zu misstrauen und kaufte statt desssen Gold. Und zwar Berge davon! Dies war der Grund, warum in Deutschland einige politische Pundits versuchten, ein paar clevere Medienhaie zu besänftigen, weil die auf die Idee gekommen waren, etwas könnte mit unserem Goldberg nicht ganz koscher sein und so den Stoff für einen Riesenknüller hergeben. Daher wurde der Deutschen Bundesbank aufgetragen, den Glorreichen Befreiern und Ergebenen Freunden eine schüchterne Anfrage zwecks Besichtigung unserer in den USA eingelagerten Goldbarren zukommen zu lassen.

Welche zur Überraschung aller rundweg abgelehnt wurde. Nun liess dieses unhöfliche und völlig unerwartete Verhalten seitens der Fed reichlich Alarmglocken in sehr hohen Positionen schrillen, insbesondere, da ja bald Wahlen ins Haus standen. Und so wurde beschlossen, den Misthaufen aufzuräumen, bevor jemand versehentlich hinein trat und den ganzen Laden verdreckte, ohne es wirklich gewollt zu haben. Nach erheblichem Drängen kamen schliesslich an die 300 Tonnen zurück nach Deutschland, aber der Riesenanteil, nämlich 1236 Tonnen, verbleibt noch immer in New York. Ebenfalls nach langem diplomatischen Hin- und Her wurde uns schliesslich zugestanden, dass ein Vertreter der Deutschen Bundesbank zumindest einen Blick auf unser Gold werfen durfte.

Diese heikle Aufgabe, zu meiner freudigen Überraschung, wurde mir übertragen, und zwar mit vielen Anweisungen, wie ich mich zu verhalten habe und was ich in der Gegenwart des neuen Fed – Chairman sagen sollte und was nicht. Ausserdem wurde mir von meinen Vorgesetzten befohlen, New Yorks Fleischtöpfe zu vermeiden, da dies zu den sattsam bekannten Erpressungstaktiken von CIA, Mossad, BND oder Anetta K. führen und so meine Mission behindern könnte. Das ist der Grund, warum ich nur eine Reisetasche und eine Aktentasche dabei hatte, als ich frohgemut mein Flugzeug nach New York bestieg.

Bei der Ankunft nahm ich ein Taxi und nannte dem stämmigen Fahrer mein Ziel, ein Unterfangen, das sich im Nachhinein als verhängnisvoller Prolog der bevorstehenden Katastrophe erwies. Denn als der Mann verstand, wohin ich wollte, trat er hart in die Bremsen, musterte mich mit klaren Anzeichen von Abscheu und verlangte zu wissen, ob ich einer von denen war. Und wenn ja, fügte er hinzu, wäre es besser, ich ginge zu Fuss, denn einen vefluchten Gangster dieser Grössenordnung würde er garantiert nicht transportieren.

Ziemlich schockiert angesichts dieser unerwarteten Reaktion verlor ich keine Zeit, ihm zu erklären, wer ich war und warum ch gekommen war. Welches wiederum, und zu meinem grossen Erstaunen, das genaue Gegenteil hervorrief. Nämlich ein lautes Gelächter, das in unkontrollierten Anfällen anhielt, bis wir unser Ziel erreicht hatten. Und als ich den Fahrpreis entrichten wollte, lehnte er dies rundheraus ab. Sich die Augen wischend sagte er mir, ich würde das Geld dringend benötigen, um sicher nach Hause zurückzukehren und sollte es daher besser behalten. Dann fuhr er davon, immer noch geschüttelt von wildem Gelächter.

Sie können sich meine Bestürzung vorstellen. Welche sich, nachdem ich die Heiligen Hallen der Fed betreten und mich Angesicht zu Angesicht mit dem Chairman wiederfand, noch vertiefte.

ER (stirnrunzelnd): Sie sehen garnicht wie ein … ahChinese aus!

ICH (verblüfft ): Wie bitte?!

ER (höflich): Sind Sie schwerhörig? Taub, wie man so sagt?

ICH (mein wasserdichtes Lächeln aufsetzend): Weder noch. Und um genau zu sein, ich bin auch kein Chinese!

ER (prüft einen in Goldfolie gefassten Terminkalender): Im Ernst?! Na sowas …

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ICH (mich aufrichtend): Ich bin… Fritz Wilhelm Spitz, Staatssekretär Zweiter Klasse bei der Deutschen Bundesbank, hier erschienen um einen professionellen Blick auf den deutschen Goldschatz zu werfen, den Sie und Ihr Verein, als vertrauenswürdige Ehrenmänner, für das deutsche Volk bewachen. (Ein Schriftstück aus meinem Aktenkoffer ziehend, halte ich es hoch) Von Ihrem Amt bestätigt und unterzeichnet am …

ER (drückt hart auf eine Gegensprechanlage, knurrt): Welcher verfluchte Narr hat mir … (nimmt das Blatt und liest) … einen Fitzwilliam  aus … (liest weiter) … Deutschland aufgehalst?! (fügt entrüstet hinzu) Ausgerechnet!

METALLISCHE STIMME: Mrs. Janet, Ihre Vorgängerin. Sie dachte nämlich nach ihrem Rauswurf, es wäre besser, Ihnen die Lügerei zu überlassen. (ein metallisches Kichern)

ER (schliesst die Gegensprechanlage, knurrt): Verdammte Schlampe! (starrt mich an, grinst schief und reisst sich zusammen) Also, was wollen Sie?!

ICH (mich wiederum aufrichtend): Ich bin Fitz William Spitz, Unter …

ER (macht eine wegwerfende Handbewegung): OK! OK! Nun sagen Sie mir, warum Sie das Gold sehen wollen. Vertrauen Sie und Ihr Verein der Fed nicht mehr? Oder mir, dem chairman?! (jetzt mit einem drohenden Unterton) Ich brauche Sie nicht daran zu erinnern, dass Sie und Ihr Verein besonders vorsichtig in dieser Hinsicht zu treten haben, und zwar insbesondere unter Berücksichtigung bestimmter historischer Ereignisse, welche die Angelegenheit höchst… ah… delikat erscheinen lassen könnten!

ICH (von meinen Vorgesetzten für diese Art von Argument vorbereitet): Seien Sie versichert, dass ich in dieser Hinsicht extrem delikat zu treten gedenke. Das Letzte, was mir in den Sinn käme, ist Sie mit historischen Ereignissen zu iritieren, egal wie fantasievoll, absurd oder an den Haaren herbeigezogen, die Ihr professionelles Vorgehen in Bezug auf meine Anfrage beeinträchtigen könnten.

ER (starrt mich an, schüttelt den Kopf): Ich verstehe .. (runzelt die Stirn ) Sie verarschen mich doch nicht, oder?!

ICH (mit Nachdruck): Ich würde es nicht wagen!

ER (immer noch stirnrunzelnd): Fantasievoll klingt grossartig. Was mich ganz akut an Ihre Anfrage erinnert. (kneift sich in die Nase, wechselt dann das Thema) Haben Sie eigentlich eine Ahnung von der enormen Last, welche die US-Notenbank in dieser schlimmen Zeit auf ihren breiten Schultern zu tragen hat?

ICH (heftig nickend): Natürlich! Die Verantwortung für die Stabilität der US-Währung und damit die gute Gesundheit der US-Wirtschaft und, noch wichtiger, das Wohlergehen der US-Bürger im Allgemeinen.

ER (sieht mich an als wäre ich verrückt, lacht heiser): Haha! Grossartig, wirklich! Wo haben Sie das denn gehört?! (beruhigt sich und versucht, ernst dreinzuschauen) Ahem! Da haben Sie natürlich völlig recht. Aber das signifikanteste Mandat der Fed ist es, den Goldpreis nach unten zu drücken, damit der Dollar nicht in ein bodenloses Loch fällt. Hinzu kommt die ungemein wichtige geopolitische Verpflichtung, den Iran genau wie Afgahnistan, Libyen, den Irak, Syrien und die anderen Banditen für unseren wichtigsten Partner in der Gegend das Fürchten zu lehren.

ICH: Aber heisst das nicht, dass dies Milliarden-Dollar-Verluste für den amerikanischen Export bedeutet, ganz zu schweigen von Millionen von Arbeitsplätzen, die dadurch verloren gehen? Und ganz zu schweigen…

ER (zuckt mit den Schultern): Na und? Wen juckts?! Wir leben in einer Freien Marktwirtschaft, und die Fed ist schliesslich ein Privatunternehmen. Wir sind in erster Linie dazu da, Gewinne für die Besitzer zu erwirtschaften, oder? (steht auf und zwinkert mir zu) Komm, lass uns einen heben.

ICH (schüchtern): Sollten wir nicht erst einen Blick auf das Gold werfen? Solange wir noch nüchtern sind?!

ER (schüttelt den Kopf): Später. (und nach kurzem Überlegen) Nenne mich Jay!

Er nimmt mich gönnerhaft am Ellbogen und führt mich zu einer Tür mit der Aufschrift Persönliche Bibliothek. Welche zu meiner Überraschung keinerlei Bücher enthält, sondern einen kompletten türkischen Harem mit einigen sich räkelnden Odalisken und einer gänzlich unbekleideten Bauchtänzerin.

Noch tief beeindruckt von dem leichtfertigen Eingeständnis, das meine schlimmsten Befürchtungen und die der Bundesbank bestätigt sieht, beschliesse ich, die weiteren Ereignisse trotzdem gelassen hinzunehmen, höre aber alle meine Alarmglocken läuten, als Jay mit breitem Lächeln vorschlägt, mir eine der wunderschönen Odalisken für ein wenig inoffizielle Belustigung auszuwählen.

Als ich das Angebot ruhig aber bestimmt ablehne, jagt er die Mädchen davon und will wissen, ob ich lieber einen jungen Adonis vorziehe. Jetzt bedarf es meiner ganzen Willenskraft, ein ernstes Gesicht zu bewahren, und während ich den Adonis ebenfalls ablehne, versuche ich, die Situation durch erwähnen der versprochenen Drinks zu entschärfen.

ER (barsch): Was ist los? Sind Sie ein verfluchter Pädofiler, wie die halbe Welt heutzutage? Oder etwa nur impotent wie die andere Häfte?

ICH (würdevoll): Weder noch! Nur möglichen Erpressungen und Verleumdungen abgeneigt.

ER (grinst entwaffnend): Ach wirklich?! Cleverer Bursche! OK, los gehts. (und im Nachhinein) Haben Sie einen Koffer dabei?

Ohne eine Antwort abzuwarten, öffnet er eine Tür. Wir wandern durch einen langen Gang und betreten einen Aufzug. Der zoomt nach unten mit weichen Zischen, hält an, öffnet sich, und ich finde mich in der sagenumwobenen Druckerei der Fed wieder. Es ist eine gewaltige unterirdische Halle mit hunderten von riesigen Druckmaschinen, und jede spuckt US-Dollars in jeder Nominierung auf endlose Fliessbänder, die alle in weiter Ferne verschwinden. Der Lärm ist ohrenbetäubend, alles scheint voll automatisiert zu sein und kaum ein Mensch ist zu sehen. Jay hält neben einer Maschine an, die 100 Dollar-Noten druckt und fragt, ob ich einen Stoss davon haben will. Erklärend fügt er hinzu, dass er mir hierfür einen billigen und extra grossen Wal-Mart-Koffer geben kann, da er für diesen speziellen Anlass der Kundenbtreuung einige davon in Vorrat hält. Die glänzenden neuen Scheine lassen mir das Wasser im Munde zusammenlaufen, aber ich lehne das Angebot heldenhaft ab.

Er zuckt mit den Schultern, geht zu einer massiven Tür, hebt eine Hand mit einem erhobenen Zeigefinger und starrt intensiv auf den letzteren. Ich verstehe, dass etwas von grosser Bedeutung geschieht und erwarte mit einem Seufzer der Erleichterung, nun endlich einen Blick auf unser Gold werfen zu können.

Aber ich habe mich geirrt. Statt endlose Stapel von glitzernden Goldbarren zu sehen, finde ich mich in einem sehr grossen, altmodischen und gemütlichen Raum wieder. Auf der einen Seite steht ein massiver langer Tisch mit vielen Stühlen, auf der anderen finden sich ein paar bequeme Sessel vor einem grossen Kamin. Die Wände sind mit dunkler Täfelung aus geschnitztem Eichenholz bedeckt und in Abschnitte unterteilt, und in jedem hängt ein Porträt in einem massiven goldenen Rahmen. Ich starre verblüfft auf all die Rothschilds, Rockefellers, Meyers, Lazards, Warburgs, Schiffs, Baruchs und so weiter, und sie starren mit ihren eisigen Augen zurück, und ich erkenne schaudernd, dass ich in eine Art finsteres Heiligtum eingetreten bin.

Denn dies ist die legendäre Halle der Gründerväter, und um alle verbliebenen Zweifel zu zerstreuen, sehe ich auf einem Podest in der Mitte des Raums die sagenhaften Pyramide ohne Spitze, und darüber schwebend ein Auge aus farbigem Glas. Das letztere sieht erschreckend lebendig aus, und für einen Moment bin ich versucht zu denken, dass es jedem Gesetz der Schwerkraft trotzt. Aber bei genauerem Hinsehen erkenne ich jedoch, dass die alberne Murmel nur von einem an der Decke befestigten seidenen Faden gehalten wird. Jay hat inzwischen einen eleganten Louis XVI Schrank geöffnet und eine Flasche und zwei grosse Weingläser hervor geholt.

ER (öffnet die Flasche, füllt die Gläser und reicht mir eins): Mouton Rothschild 1921! Fantastisches Jahr, absolut unbezahlbar. Persönliches Geschenk von Lloyd Blinkfine. Gehörte einst einem französischen Grafen, der dumm genug war, Lehman Bros. sein gesamtes Vermögen anzuvertrauen. Prost!

Wir trinken, und da ich selbst ein nicht ganz unerfahrener Weinkenner bin, kann ich Jays Einschätzung nur zustimmen. Dies ist ein herrlicher Tropfen und ich fühle, wie er mir zu Kopf steigt und mich nach dem zweiten Schluck in die rosigsten Himmelssphären erhebt. Als ich einen Lachanfall bekomme, lacht Jay auch lauthals. Dann dauert es nicht lange und wir fallen einander in die Arme und versprechen uns unter Tränen, ab sofort und für immer die allerliebsten Freunde zu sein, welche die Welt bisher gesehen hat.

Wir knacken eine zweite Flasche, und als ich beginne, alles doppelt zu sehen, hilft Jay mir auf die Beine und führt mich zu einer anderen Tür. Er öffnet sie und wir treten in eine riesige Halle. Die ist ebenfalls etliche Kilometer lang, schwach mit indirekten Neonlampen beleuchtet und völlig leer.

ER (mit hohl hallender Stimme): Da ist es!!

ICH (abrupt ernüchternd): Da ist was?!

ER (stirnrunzelnd): Euer GOLD! Kannst du es nicht sehen?

ICH (schockiert): Ich sehe überhaupt nichts!

ER: Verdammt ! Es hat bei den Schweden funktioniert! Warum nicht mit dir?!

Er runzelt die Stirn und geht zurück ins Heiligtum. Ich stehe einen Moment länger und starre in den riesigen leeren Saal. Und langsam begreife ich die schreckliche Wahrheit.

Das Gold ist weg!  Es ist verschwunden! Absolut und total! Nichts ist mehr da, nicht einmal eine Handvoll Goldstaub!

Wieder etwas zu mir kommend, kehre auch ich in das Heiligtum zurück. Und während ich Jays breiten Rücken scharf im Auge behalte, reisse ich das Glasauge von der Pyramide und stecke es schnell in die Tasche. Es ist ein unkontrollierter Reflex, der zu dieser seltsamen Handlung führt, und erst viel später wird mir klar, dass er von einem mächtigen unterbewussten Impuls ausgelöst wurde.

Zurück in Jays Büro kommen wir zu praktischen Angelegenheiten.

ER: Sagen Sie Ihrer Chefin, sie bekommt es wieder in … (kalkuliert) … zehn Jahren ungefähr. (kalkuliert wieder) Also, sagen wir mal zwanzig … (kalkuliert noch etwas mehr) Okay, machen wir‘s dreissig! Das müsste wirklich genügen!

ICH (immer noch völlig schockiert): Was soll der Unsinn, um Himmelswillen?! Der US-Dollar kann jeden Tag als globale Leitwährung zusammenbrechen. Und Sie wissen, was das bedeutet! Dann verkauft Ihnen niemand mehr einen Sack mit Erdnüssen, geschweige denn ein Gramm Gold!

ER: In diesem Fall … (öffnet die Arme weit und grinst entwaffnend) …wen könnte es jucken?! Mich etwa?! Ich gehe mit zwanzig Millionen Schweizer Golddukaten in den Ruhestand, wenn ich hier entlassen werde!

ICH (ungläubig): Soll ich ihr das sagen?!

ER: Unsinn! Sie weiss es doch längst. Sie gehört schliesslich zum Verein!!! (denkt nach) Nichts da! Gib ihr einfach mein berühmtes persönliches Leitmotiv… (steht auf und intoniert mit salbungsvoller Stimme) Ein solides Fundament ist die sicherste Basis für eine stabile Grundlage!

Worauf hin ich den letzten Rest meiner Selbstbeherrschung verliere, zu Boden gehe und in Tränen ausbreche.

Wieder zurück in Deutschland, werde ich von meinen Vorgesetzten angewiesen, nie ein Wort zu verlieren von dem, was ich gesehen habe, und für einige Wochen folge ich den Befehlen. Aber dann geschieht etwas Seltsames. Das Glasauge verfolgt mich in meinen Träumen, und eines Tages nehme ich einen Hammer und zerschlage es in kleine Stücke.

Kurz danach entscheide ich mich dazu, mein Schweigen zu brechen.

Was ich hiermit getan habe …

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