Drunter und drüber

Epoch Times19. Juli 2011 Aktualisiert: 19. Juli 2011 0:40
Nicht nur zur Sommerzeit: Unter wirklich gelungenen Looks verbirgt sich die richtige Unterwäsche. Stiltipps der Frankfurter Modedesignerin und Imageberaterin Starlay.

Bei der Unterwäsche scheiden sich die Geister, männliche wie weibliche, in Freaks und Funktionsanhänger. Wenn man weiß, dass unser heutiges Herrenoberhemd ursprünglich ein Stück Unterwäsche war, dann erhält der Gedanke etwas wenig Erotisches. Dieser Umstand ist übrigens auch die Begründung dafür, dass Herrenhemden nur in der Langarmversion akzeptabel sind, als Kurzarmhemd aber unter Gläubigen des guten Stils als stillos rangieren.

Wäsche unterstützt den guten Stil

Statistisch gesehen geben deutsche Männer pro Jahr erschreckend wenig Geld für neue Unterwäsche aus. Praktisch gesehen sollten sie (bzw. Sie …) sich nicht nur auf eine gewisse Mindestmenge einlassen, sondern auch ein wenig Zeit in die richtige Form und Passform investieren. Die Diskussion lässt sich in allen Fällen – bei Männern und bei Frauen – auf einen Punkt bringen: Unterwäsche im 21. Jahrhundert soll nicht abzeichnen, der Körperform schmeicheln und die Silhouette sanft unterstützen! Zum Glück leben wir in Zeiten der nahtlosen Kantenverarbeitung. Viele Frauen mit einem Faible für Wäsche lieben farbige Modelle mit Spitzen, Nähten und Raffungen. Allein zu wissen, dass man schöne Wäsche trägt, gibt ein unglaubliches Körpergefühl, was wiederum die Bewegungen positiv beeinflusst.

Wirklich Klasse aber hat der gemusterte Luxus nur, wenn er unter blickdichter Kleidung getragen wird. Wenn die Oberstoffe im Sommer leichter werden, scheint schnell einmal etwas im Gegenlicht durch und gibt ungewollten Einblick in persönliche Vorlieben.

Unterwäsche und Funktion

Farblich gilt für Herren wie Damen noch immer Großmutters Rezept: Helle Wäsche unter heller Kleidung, dunkle unter dunkler Kleidung. Unter Weiß allerdings sollten Sie sich für hautfarbene Unterwäsche entscheiden, weil Weißes sogar unter einer hellen Jeans durchscheinen kann – je nachdem, wie dunkel die Hautfarbe ist.

Alles, was den Körper in eine gänzlich andere Form zwingt, zum Beispiel Pushup BHs, wirkt unnatürlich und wenig elegant – von der Bequemlichkeit einmal ganz zu schweigen. Wie kann man noch lächeln, wenn einem die unelastischen Träger (denn das ist der Trick bei den Pushup’s) in die Schulter einschneiden?

Und das oberste Gebot: Passen und sitzen muss es! Der Sommer legt leider auch da viel Unwissenheit bloß. Unter knappen Shirts, hellen Tops und weißen Hosen wird schnell sichtbar, wenn z.B. ein BH-Verschluss im Rücken zwischen die Schulterblätter rutscht, weil das Stück in der falschen Größe gekauft wurde oder einfach abgetragen ist (das Elastan leiert dann aus!) und eben nicht mehr hält. Der Verschluss sollte nämlich auf der Höhe „Mitte Oberarm“ entlang der Unterbrustweite sitzen. Das tut er, wenn die Unterbrustweite eng genug gewählt wird und die Träger nicht zu kurz eingestellt sind. Das Körbchen wiederum darf nicht zu klein ausgesucht werden, damit das empfindliche Gewebe nicht gedrückt wird und die Brüste vorne nicht herausquellen. Die Vorderkanten müssen glatt abschließen. Schlecht sitzende oder farblich unpassende BHs, einkneifende Slipkanten oder auch herausblitzende (oder noch schlimmer: sichtbare) Träger, womöglich noch in Kontrastfarben, nehmen jedem noch so chicen Look die Sexiness. Der Reiz liegt bekanntlich in der Vorstellung.

Die Tricks der Profis

Die Models bei Modenschauen tragen nur Minimalwäsche, sprich Stringtanga und dafür speziell entwickelte Pads zum Abkleben der Brustwarzen, damit die sich nicht bei jedem Temperaturwechsel (Achtung Klimaanlagen!) abzeichnen. Dieser Trick funktioniert auch für Abendkleider, unter die kein BH passt. Sonst täte es auch mal ein Sensitiv-Pflaster. Ob Slipkante oder Rückenverschluss:

Sie ersparen sich peinliche Situationen, wenn Sie sich auch einmal von hinten anschauen. Das gilt auch für Männer! Und nehmen Sie beim Kauf Ihrer Unterwäsche ruhig qualifizierte Beratung in Anspruch, denn eines der größten Stilgeheimnisse ist eine gute Wäscheverkäuferin!

Ihre Katharina Starlay

Die Epoch Times Deutschland freut sich, in regelmäßigen Abständen Stiltipps der Frankfurter Modedesignerin und Imageberaterin Katharina Starlay veröffentlichen zu können. Mehr Stilvolles auf ihren Websites  www.starlay.de sowie  www.stilclub.de

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