Zootier des Jahres 2019: Erfolgreiche Kampagne verhilft Gibbons zu Bodyguards

Epoch Times23. Dezember 2019 Aktualisiert: 23. Dezember 2019 18:52
Ein Rekord-Erfolg für den Artenschutz: Die „Zootier des Jahres“-Kampagne 2019 konnte erstmals mehr als 115.000 Euro erbringen. Von dem Geld profitieren nicht nur Gibbons, deren Bodyguards neue Ausrüstung erhalten, sondern auch andere bedrohte Affenarten in der Region.

Gibbons gehören zu den Kleinen Menschenaffen und sind die derzeit gefährdetste Affenart weltweit. Besonders die Wilderei und der illegale Handel bedroht die Artenzahl massiv. Anfang des Jahres wurde der kleine Affe zum Zootier des Jahres gekürt und erhielt mehr als 100.000 Euro für den Artenschutz.

Delikatesse in Korea und Vietnam

In Asien werden Gibbons gewildert, um ihr Fleisch als exotisches „Bush Meat“ zu verkaufen. Dieses Fleisch wird unter anderem auch exportiert, zum Beispiel nach Korea, wo es in Restaurants angeboten wird. Der Verzehr von Affenfleisch gilt leider auch bei der neuen aufstrebenden Mittelschicht des modernen Vietnams als schick.

Darüber hinaus werden junge Gibbons in den touristisch geprägten Teilen Asiens als Motive für Fotos angeboten. Auf diese Weise bringt der illegale Handel mit den selten gewordenen Tieren viel Geld ein.

„Ehemals war der Lebensraumverlust die größte Bedrohung für die Gibbons, doch mittlerweile gilt die Wilderei als Hauptgrund für den Rückgang der Gibbonbestände“, erklärt Viktoria Michel, Projektkoordinatorin der „Zootier des Jahres“-Artenschutzkampagne.

Experten gehen davon aus, dass allein in Vietnam jährlich bis zu 3.000 Tonnen Wildtiere und deren Produkte unbemerkt in den illegalen Handel gehen – darunter auch Gibbons. Nur 3 Prozent dieser Wildtiere werden beschlagnahmt.

Bodyguards für Gibbons

Von diesen menschlichen Eingriffen erholen sich die Gibbonbestände nur sehr langsam, denn die Tiere haben eine lange Generationsfolge. So setzt die Geschlechtsreife bei Gibbons erst mit acht bis neun Jahren ein und alle zwei bis drei Jahre wird ein einzelnes Jungtier geboren, welches nach zwei Jahren entwöhnt wird.

Auch deswegen ruhen jetzt die Hoffnungen auf den gesammelten Spenden. Mit ihnen wird Ausrüstung angeschafft, die für die Projektarbeit der Ranger, die die Gibbons vor Ort bewachen und beschützen, unerlässlich ist. Dazu gehören unter anderem Kameras, Ferngläser, Kletterausrüstung und GPS-Geräte für die Feldarbeit.

Auch größere Geräte, wie Geländemotorräder werden aus den Spenden finanziert, damit die Teammitglieder besser zu den Forschungsgebieten gelangen. Da es in der Gegend keinen verlässlichen Handyempfang gibt, stellt die Kampagne zudem Satellitentelefone zur Verfügung, damit sich die Teams besonders in Notlagen und auf Patrouille verständigen können.

Als Verantwortliche vor Ort erfassen die Ranger einerseits die Bestände der Gibbons, andererseits verfolgen sie gemeinsam mit den zuständigen Behörden die Wilderer.

Rekordeinnahme für den Artenschutz

Von diesen Schutzmaßnahmen profitieren nicht nur Gibbons, sondern auch viele andere stark bedrohte Tierarten, die in Laos und Vietnam leben, etwa Rotschenklige Kleideraffen, Saolas oder Pangoline.

Ein Rekord-Erfolg für den Artenschutz: Die „Zootier des Jahres“-Kampagne 2019 konnte erstmals mehr als 115.000 Euro erbringen. „Wir sind überwältigt, dass die diesjährige Kampagne diese unglaubliche Summe erbracht hat“, sagt Dr. Sven Hammer, stellvertretender Vorsitzender der ZGAP.

„Es ist die mit Abstand höchste Summe, die wir seit Beginn unserer Kampagnen im Jahr 2016 erreichen konnten.“ Die gesammelten Mittel können nun in effektive Schutzmaßnahmen für die hochbedrohten Gibbons in Laos und Vietnam fließen.

Die Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) wird das neue „Zootier des Jahres“ zusammen mit ihren Partnern, dem Verband der Zoologischen Gärten, der Deutschen Tierpark-Gesellschaft, der Gemeinschaft der Zooförderer und weiteren Tiergärten, Zoos und Verbänden am 08. Januar 2020 in Marlow verkünden. (ZGAP/ts)

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