Eine Abkühlung tut immer gut, wenn die Hitze während der Hundstage im Sommer zu groß wird.
Eine Abkühlung tut immer gut, wenn die Hitze während der Hundstage im Sommer zu groß wird.Foto: WetterOnline

Hundstage: „Tierische“ Hitze Ende Juli und im August nicht Namenspate

Epoch Times14. Juli 2021 Aktualisiert: 13. Juli 2021 23:53
Die Hundstage haben historisch gesehen nichts mit der „tierischen“ Hitze im Sommer zu tun. Vielmehr gibt es einen zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Aufgang des „Hundssterns“ Sirius – oder besser: gab. Denn fragt man einen heutigen Astronomen, dürfte die hundsgemeine Sommerhitze erst Ende August beginnen.

13. Juli 2021. 35 bis 40 Grad – Die Hundstage dauern jedes Jahr vom 23. Juli bis zum 23. August und gelten als heißeste Phase des Sommers. Doch dies ist längst nicht immer so, weiß Björn Goldhausen, Meteorologe von WetterOnline. Ihren Namen verdanken sie jedoch vielmehr einem astronomischen Ereignis aus der Antike: dem Aufgang des Sternbilds „Großer Hund“.

„In den vergangenen Jahren stiegen die Temperaturen während der Hundstage mehrmals auf 35 bis 40 Grad. Am 25. Juli 2019 wurde in Duisburg und Tönisvorst in Nordrhein-Westfalen mit 41,2 Grad sogar extreme Hitze gemessen“, berichtet Goldhausen. Im Kernzeitraum vom 25. Juli bis zum 7. August komme es aber auch immer wieder zu unbeständigen Südwestwetterlagen. Kühleres Regenwetter ist die Folge.

„Es ist laut Statistik kein Muss, dass es in der Zeit der Hundstage tierisch heiß ist. Die Urlaubsplanung rein nach den Hundstagen auszurichten, gleicht somit einem Lotteriespiel“, so Goldhausen.

Sternbild statt Sommerhitze prägt(e) den Namen

Der Name Hundstage geht nur indirekt auf die Vierbeiner zurück, erklärt Goldhausen in einer Pressemitteilung des Wetterdienstes. Gemeint ist damit in unserem Sprachgebrauch der Zeitraum, in dem das Sternbild Canis Major, zu Deutsch Großer Hund, am Nachthimmel sichtbar ist. Seit der Antike wurden Sterngruppen mythischen Gestalten, Gegenständen oder Tieren zugeordnet.

Das Sternbild Großer Hund erscheint jedes Jahr im Sommer für vier Wochen am Himmel und kreative Menschen können in ihm die Figur eines Hundes erkennen. Der hellste Stern dieser Konstellation wird Sirius oder auch Hundsstern genannt. Dieser war zur Zeit der Römer jedes Jahr etwa ab dem 23. Juli bei Sonnenaufgang auf der Erde sichtbar. Bis das gesamte Sternbild am klaren Nachthimmel erschien, vergingen vier Wochen, die „Tage des großen Hundes“, vom 23. Juli bis zum 23. August.

So ergab sich auch die genau definierte Zeitspanne für die Hundstage, die bis heute erhalten geblieben ist. Aber Goldhausen weiß: „Der Aufgang des Sirius hat sich im Laufe der Jahrhunderte jedoch um einen Monat verschoben. Dies ist der Eigenbewegung des Sternbildes und der Richtungsänderung der Erdachse geschuldet. Sirius erscheint deshalb heutzutage erst Ende August am Morgenhimmel.“ Die Hundstage müssten demnach – astronomisch gesehen – eigentlich erst Ende August beginnen.

Bauernregel: „Hundstage heiß, Winter lange weiß“

Um das Sternbild Großer Hund rankten sich früher allerhand Mythen. So machte der Aberglaube die Hundstage für die Römer zu einer unheilvollen Zeit: Menschen, die während der Hundstage geboren wurden, galten als Unglücksboten. Die Griechen erklärten sich die Hundstage damit, dass der Stern Sirius die Strahlkraft der Sonne beeinflusse und deshalb für die sommerliche Hitze verantwortlich sei.

Auch in zahlreichen Bauernregeln finden die (meist) sommerlichen Tage Beachtung. So heißt es zum Beispiel „Hundstage heiß, Winter lange weiß“. „Diese Regel ist allerdings kaum belastbar“, erklärt Goldhausen. „Sollte an den Hundstagen also der Schweiß fließen, dann ist panisches Schneeschaufelhorten sicherlich keine gute Idee.“ Die Bezeichnung „Hundstage“ für die Zeitspanne brütender Hitze hält sich jedoch in der Umgangssprache bis heute. (WO/ts)



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