Ostern 2019 und das „Osterparadoxon“: Warum wir Ostern jedes Jahr an einem anderen Tag feiern

Epoch Times28. März 2019 Aktualisiert: 26. März 2019 19:15
Ostern ist das älteste und wichtigste Fest des Christentums, aber was feiern wir da eigentlich? Warum feiern wir es jedes Jahr an einem anderen Tag? Und wann ist eigentlich Ostern 2019?

Ostern 2019 fällt auf den 21. April und damit auf einen der spätesten möglichen Termine überhaupt. Noch später fand es zuletzt zur Jahrtausendwende (am 23. April) und 2011 (am 24. April) statt. Ostern im Mai ist jedoch unmöglich, denn der späteste mögliche Termin ist der 25. April.

An Ostern feiern Christen die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Mit dem Osterfest beginnt die Zeit der Osterfreude, die 50 Tage andauert und mit dem Pfingstfest ihren Abschluss findet. Um zu erklären, warum das Osterfest jedoch jedes Jahr auf ein anderes Datum fällt, müssen wir in der Zeit zurückreisen. Fast 2000 Jahre.

Warum fällt Ostern jedes Jahr auf ein anderes Datum?

Die letzte Woche vor Ostern heißt Karwoche. Sie beginnt mit dem Palmsonntag, an dem die Christen den Einzug Jesu nach Jerusalem feiern. Am Gründonnerstag, wobei „grün“ nicht von der Farbe abstammt, sondern von dem altdeutschen Wort „greinen“, feiert das Christentum das letzte Abendmahl und die Einsetzung der Eucharistie.

Am nächsten Tag, dem Karfreitag, wird des Todes Jesu am Kreuz gedacht, am Karsamstag ist Grabesruhe und am dritten Tage, dem Ostersonntag ist Jesus – nach der Bibel – auferstanden. Das Osterdatum wurde jedoch erst knapp 300 Jahre später festgelegt.

Bereits vor dem Tod und der Auferstehung Christi gab es zu dieser Zeit des Jahres ein Fest, das jüdische Pessachfest. Obwohl der exakte Wortlaut nicht überliefert ist, geht man aus diesem Grund davon aus, dass das Konzil von Nicäa das Osterfest auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt hat.

Im Gegensatz zur heutigen Zeit lebten die Menschen damals nach einem lunisolaren Kalender, der sich nach den Mondphasen richtete. Entsprechend wurden auch die Feiertage nach den Mondphasen bestimmt. Heute gilt jedoch der, durch das Sonnenjahr definierte, gregorianische Kalender und da Mondphasen und Sonnenjahre grundsätzlich unterschiedliche und unvereinbare Zeitspannen vorgeben, fällt ein bestimmter Tag stets auf unterschiedliche Daten in den jeweiligen Kalendersystemen.

Ostern 2019 und das „Osterparadoxon“

Allgemein gilt, der Ostersonntag ist der Sonntag, der auf den ersten Frühlingsvollmond folgt. Fällt dieser selbst auf einen Sonntag, wird Ostern am darauf folgenden Sonntag gefeiert. Der kirchliche Frühlingsanfang findet immer am 21. März statt und der erste Vollmond, der am oder nach dem 21. März stattfindet, bestimmt das Osterfest.

Die astronomische Tagundnachtgleiche, die den Frühlingsanfang in der nördlichen Hemisphäre einleitet, schwankt jedoch jedes Jahr zwischen dem 19. und 21. März. Das Datum des ersten kirchlichen Frühlingsvollmondes stimmt wiederum nicht unbedingt mit den astronomischen Mondphasen überein, sondern wird mithilfe eines mathematischen Modells ermittelt, dass sich alle 19 Jahre wiederholt. Dies führt mitunter zum sogenannten Osterparadoxon. 2019 ist es wieder soweit.

Ostern 2019 ist deswegen so spät, weil der astronomische Frühlingsanfang auf den 20. März fiel. Der erste astronomische Frühlingsvollmond fand am 21. März statt, sodass wir Ostern theoretisch mathematisch korrekt schon am 24. März hätten feiern können.

Der Termin für den kirchlichen März-Vollmond ist jedoch der 20. März und damit einen Tag vor dem kirchlichen Frühlingsanfang. Dies führt dazu, dass der nächste kirchliche Vollmond zur Bestimmung des Osterfests herangezogen wird und das ist der 18. April. Der Ostersonntag fällt dieses Jahr demzufolge auf den 21. April.

Entsprechend den kirchlichen Frühlingsvollmondterminen kann das Osterfest im gregorianischen Kalender frühestens am 22. März (kirchlicher Vollmond am Samstag, 21. März) und spätestens am 25. April (kirchlicher Vollmond am Sonntag, 18. April) stattfinden.

In orthodoxen Kirchen, die nach dem julianischen Kalender leben, gelten wiederum andere Bestimmungsregeln, sodass das orthodoxe Osterfest und das westliche Osterfest ebenfalls auf unterschiedliche Daten fallen können.

Ostern bestimmt Feiertage im Jahresverlauf

In Deutschland gibt es insgesamt 19 Feiertage, von denen neun bundesweit einheitlich gefeiert werden. Nahezu alle beweglichen Feiertage werden jedoch von Ostern beeinflusst und verschieben sich von Jahr zu Jahr. Einen Überblick bietet eine Tabelle der Universität Bamberg, mit den wichtigsten beweglichen Feiertagen bis einschließlich 2078.

Der österliche Festkreis beginnt mit dem Aschermittwoch, dem der Rosenmontag und Faschingsdienstag vorausgeht und dem eine 40-tägige Fastenzeit folgt. Diese soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste gefastet hat. Da die Sonntage vom Fasten ausgenommen sind, liegt der Aschermittwoch tatsächlich 46 Tage vor Ostern.

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Eine Woche vor Ostern findet der Palmsonntag statt. Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag bilden die drei Tage direkt vor Ostern. Ostermontag folgt direkt auf den Ostersonntag. 39 Tage nach Ostern findet Christi Himmelfahrt statt, dieses Jahr am 30. Mai.

Die Zeit der Osterfreude dauert 50 Tage und findet am Pfingstmontag ihren Abschluss. Pfingstsonntag ist genau zehn Tage nach Christi Himmelfahrt und sieben Wochen nach Ostern. Wiederum zehn Tage nach Pfingstmontag und 60 Tage nach Ostern bildet Fronleichnam den letzten, von Ostern abhängigen Feiertag.

Im Gegensatz zu Christi Himmelfahrt ist Mariä Himmelfahrt kein beweglicher Feiertag und findet immer am 15. August statt. Dieser Tag ist zudem nur im Saarland und in Bayern ein gesetzlicher Feiertag.

Die Osterferien sind ebenfalls von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und beginnen dieses Jahr frühestens am 4. April (Schleswig-Holstein) und dauern bis spätestens zum 30. April (Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt). Die letztgenannten Bundesländer können sich über einen weiteren Ferientag freuen, der 1. Mai ist bundesweit Feiertag.

Die Osterferien auf einen Blick