Seltene Rinder und Pferde grasen im Dienst der Deutschen Bahn

Epoch Times28. November 2018 Aktualisiert: 27. November 2018 11:50
Die Deutsche Bahn kümmert sich nicht nur um Züge und Schienen - auch hunderte Schafe, Kraniche und Fledermäuse finden dank ihr ein neues Zuhause. Aktuell fördert die Bahn mehr als 5000 Projekte zugunsten seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Es soll ein Ausgleich dafür sein, dass die Baustellen der Bahn so viel Landschaft und Lebensraum zerstören.

Mit dem Ausbau des Schienennetzes wird auch die Fläche der Ausgleichsmaßnahmen für die Umwelt kräftig wachsen. Bis 2030 benötigt die Bahn dafür hochgerechnet 13.700 Hektar – etwa so viel wie das Stadtgebiet von Halle (Saale). 770 Millionen Euro legt die Bahn für die Projekte bereit.

Um künftig schneller und leichter neue geeignete Flächen zu finden, arbeitet die Bahn nun mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zusammen. Diese hat bundesweit 35.000 Hektar in petto, die ab sofort für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Der Bundesforst soll die Projekte im Auftrag der Bahn realisieren.

Heckrinder und Przewalski-Pferde grasen im Auftrag der Deutschen Bahn

Ein neues Projekt sind beispielsweise elf seltene Heckrinder, die seit Anfang des Jahres auf einem ehemaligen Militärgelände in der Nähe von Aschaffenburg weiden. Zusammen mit zehn Przewalski-Pferden verhindern die tierischen Landschaftspfleger durch die Beweidung das Aufkommen von Gehölzen und erhalten damit wichtige Lebensräume für andere Tier- und Pflanzenarten. Damit gleicht die Bahn den Ausbau der Strecke von Hanau nach Nantenbach aus.

Das ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn ein Infrastrukturprojekt die Landschaft verändert. Die zuständigen Behörden legen die Ausgleichsmaßnahmen fest. Für den Artenschutz baut die Bahn etwa Eidechsenhügel, Bienenhotels, Trockenmauern für Insekten und Eidechsen, Brutkästen und Horste für Vögel sowie Durchlässe unter den Gleisen für Otter. Außerdem verschließt die Bahn alte Bergwerksstollen, damit Fledermäuse dort ungestört hausen können.

Bäume pflanzen für ein „Ökokonto“

Die Bahn pflanzt zum Teil aber auch schon vorausschauend Bäume, obwohl diese keinen direkten Bezug zu einem Bauprojekt haben. Dafür bekommt sie nämlich Punkte auf einem „Ökokonto“ gutgeschrieben, die dann bei konkreten Bauvorhaben gegengerechnet werden. Wie viel Fläche die Bahn bis heute wieder hergerichtet hat, weiß sie selbst nicht. Fakt ist aber, dass es immer mehr wird.

Seit 2014 hat sich die Zahl der Kompensationsmaßnahmen laut dem Staatskonzern von 900 auf 18.500 mehr als verzwanzigfacht. Gründe dafür sind neue Erfassungsmethoden, aber auch Großprojekte wie die Schnellstrecke zwischen Nürnberg und Berlin, die viel Fläche zubauen. Wegen weiterer Großbaustellen wie etwa der Güterverkehrsverbindungen von Knappenrode nach Horka oder von Karlsruhe nach Basel werden noch viele weitere Maßnahmen dazukommen. Davon sollen dann nicht nur Bahnreisende profitieren, sondern auch Tiere. (afp/ts)

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