Blick auf das Europa-Parlament in Straßburg.Foto: Patrick Seeger/Illustration/dpa

Abstimmung „ein Sieg für Demokratie und Bürger“: EU-Kommission stößt mit Plänen zu hormonverändernden Stoffen auf Widerstand

Epoch Times4. Oktober 2017 Aktualisiert: 4. Oktober 2017 16:00
Endokrine Disruptoren sind chemische Stoffe, die etwa in Pestiziden oder Holzschutzmitteln vorkommen, aber auch in Kosmetika und Alltagsgegenständen. Sie können schwerwiegende Auswirkungen auf das Hormonsystem von Menschen und Tieren haben.

Die EU-Kommission ist mit einer geplante Neuregelung zu hormonverändernden Stoffen auf Widerstand im Europaparlament gestoßen. Die EU-Volksvertretung legte am Mittwoch ihr Veto gegen die von der Kommission vorgeschlagenen Kriterien für die Definition so genannter endokriner Disruptoren ein.

Das Parlament sah in dem Vorstoß der Kommission den Versuch, das derzeit EU-weit geltende weitreichende Verbot endokriner Disruptoren im Umweltbereich auszuhebeln – durch neue Ausnahmeregeln für Pestizide.

„Die Abstimmung ist ein Sieg für die Demokratie, die Umwelt und die Bürger“, betonte der Agrarexperte der Grünen-Fraktion, Martin Häusling. Nicht ohne Grund habe der Gesetzgeber die „hochproblematischen hormonstörenden Stoffe“ bis auf einige Ausnahmen verboten. Die Kommission habe die Ausnahmen „durch die Hintertür“ erweitern wollen.

Dass die Kommission die „lange überfälligen Kriterien“ zur Bestimmung hormonell wirksamer Stoffe vorgelegt habe, sei zu begrüßen, erklärte die SPD-Abgeordnete Susanne Melior. Aber die Brüsseler Behörde habe mit dem Vorschlag, bestimmte Pestizide von dem Verbot auszunehmen, ihre Kompetenzen überschritten. „Dagegen haben wir unser Veto eingelegt.“

Den Angaben zufolge muss die Brüsseler Behörde nun einen neuen Vorschlag vorlegen. Kritik an dem Votum kam vor allem aus dem rechten Lager. „Wir fordern seit acht Jahren Kriterien für die Identifizierung endokrinenr Disruptoren“, betonte die französische Konservative Françoise Grossetête. Nach dem Veto des Parlaments werde es nun wieder „endlose Verhandlungen“ mit den EU-Staaten geben.

Bereits bei der Vorlage der Kriterien hatte die EU-Kommission im Juni vergangenen Jahres harsche Kritik von mehreren Umweltschutzorganisationen geerntet.

Endokrine Disruptoren sind chemische Stoffe, die etwa in Pestiziden oder Holzschutzmitteln vorkommen, aber auch in Kosmetika und Alltagsgegenständen. Sie können schwerwiegende Auswirkungen auf das Hormonsystem von Menschen und Tieren haben.

Die EU-Kommission war 2010 beauftragt worden, wissenschaftliche Kriterien zur Einordnung eines Stoffes als hormonverändernd festzulegen. Eigentlich sollte dies bereits bis 2013 geschehen. (afp)


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