Taj Mahal in Indien, 11. März 2018.Foto: LUDOVIC MARIN/AFP/Getty Images

„Adopierte ein Baudenkmal“ – Aktivisten in Indien befürchten Privatisierung des Taj Mahal

Epoch Times30. April 2018 Aktualisiert: 30. April 2018 19:02
Aktivisten befürchten eine Privatisierung von 95 historischen Gebäude wie dem weltberühmten Taj Mahal: Ein Patenschaftsprogramm für Baudenkmäler sorgt in Indien für Proteste.

Ein Patenschaftsprogramm für Baudenkmäler sorgt in Indien für Protest: Aktivisten befürchten eine Privatisierung historischer Gebäude wie dem weltberühmten Taj Mahal. Oppositionspolitiker warfen der Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi am Sonntag vor, mit dem Plan „Adoptiere ein Baudenkmal“ historische Gebäude zu „verpachten“.

Die Liste der Regierung umfasst 95 historische Stätten, für die private Unternehmen die Patenschaft übernehmen können, darunter auch das Taj Mahal. Um die Patenschaft für das Mausoleum bewerben sich zwei Großkonzerne.

Am Wochenende hatte das indische Tourismusministerium einen Fünf-Jahres-Vertrag mit der Firmengruppe Dalmia Bharat für das aus dem 17. Jahrhundert stammende Rote Fort in Delhi und ein weiteres Fort im südlichen Bundesstaat Andhra Pradesh veröffentlicht. Die Festungsanlage Rotes Fort gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

Die Regierung argumentiert, mit der Patenschaft für das Rote Fort sollten nur die Kosten für Betrieb und Wartungsarbeiten gedeckt werden. Dalmia Bharat dürfe etwas Werbung machen, die Ticketpreise bestimmen und unter Aufsicht der Regierung Geld mit dem Ticketverkauf einnehmen. Alle Erlöse müssten jedoch der Verbesserung des Monuments dienen. Profit dürften die Unternehmen nicht daraus schlagen.

Die oppositionelle Kongresspartei forderte hingegen, mehr staatliche Gelder für den Betrieb der Baudenkmäler zur Verfügung zu stellen. „Warum sollte es verpachtet werden. Trauriger und dunkler Tag in unserer Geschichte“, erklärte die Modi-Kritikerin Mamata Banerjee im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die Historikerin und Aktivistin Rana Safvi sagte AFP, es sei nicht klar, wie das Management der Baudenkmäler durch die Konzerne beaufsichtigt werde. Indien verfügt über fast 3700 historische Monumente, 31 davon gehören zum Unesco Weltkulturerbe. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion