Gran Canaria.Foto: IStock

Affenpocken: Zweiter Ansteckungsherd auf Kanaren? – Deutscher Fall mild

Epoch Times21. Mai 2022 Aktualisiert: 23. Mai 2022 8:42
Noch ist es nur eine Vermutung. Spanische Behörden untersuchen, ob sich viele Menschen auf der Urlauberinsel Gran Canaria mit dem Virus angesteckt haben. Der erste Affenpocken-Fall Deutschlands soll eine Infektion mit der milderen westafrikanischen Variante des Virus sein.

Die spanischen Behörden gehen der Vermutung nach, dass Partys der Gay Pride auf der Urlauberinsel Gran Canaria ein weiterer Ansteckungsherd für Affenpocken gewesen sein könnten. Das berichtete die Zeitung „El País“ am Samstag unter Berufung auf Quellen im Gesundheitssektor.

An der vor allem von Schwulen besuchten „Maspalomas Pride“ nahmen vom 5. bis 15. Mai etwa 80.000 Menschen aus Spanien und vielen anderen Ländern teil, wie die Zeitung berichtete. Männer aus Italien, aus Madrid sowie von der Nachbarinsel Teneriffa, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, sollen an den Feierlichkeiten teilgenommen haben. Intimkontakte sind ein möglicher Übertragungsweg für das Virus.

Sauna in Madrid geschlossen

Am Freitag hatten die Behörden die Madrider „Sauna Paraíso“ geschlossen, weil sich auch dort mehrere Männer angesteckt haben sollen.

In Spanien sind bisher 30 Affenpocken-Fälle nachgewiesen. Zudem gebe es weitere 23 Verdachtsfälle, berichteten Medien am Freitag. Zur Situation in Portugal schrieb die dortige Zeitung „Público“, dass inzwischen 23 Fälle bestätigt seien. Der erste in Deutschland erfasste Infizierte war von Portugal über Spanien nach Deutschland gereist – ob er sich in einem der beiden Länder ansteckte, war aber zunächst unklar.

Infektionen mit dem Affenpocken-Virus werden aus immer mehr Ländern gemeldet. Fieber, starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten, häufig auch Lymphknotenschwellungen sind mögliche Symptome. Typisch ist zudem ein vom Gesicht auf den Körper übergreifender Ausschlag. Selten treten Erblindung und entstellende Narben als Dauerschäden auf.

Erster Fall in Deutschland mit milderer Variante

Bei dem in Bayern bekannt gewordenen Affenpocken-Fall handelt sich nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek (CSU) um eine Infektion mit der milderen westafrikanischen Variante des Virus. Das habe die Genomsequenzierung des Virus am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München ergeben, teilte Holetschek am Samstag mit. Das allgemeine Infektionsrisiko für die Bevölkerung in Bayern werde vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit als gering erachtet, hieß es weiter.

Zentralafrikanische Virusvarianten bei Affenpocken sind laut Robert Koch-Institut (RKI) „deutlich virulenter“ als die westafrikanischen Virusvarianten, sind also ansteckender. Bei dem Fall in München handelt es sich dem RKI zufolge um den ersten Affenpocken-Fall in Deutschland. Der aus Brasilien stammende Patient hatte sich umgehend selbstständig in medizinische Untersuchung begeben, nachdem er Symptome bemerkt hatte. Er befindet sich nach Angaben Holetscheks isoliert in der München Klinik Schwabing, wo er behandelt wird.

Die Symptome

Zu den Symptomen der Affenpocken beim Menschen gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Schüttelfrost sowie ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb mehrerer Wochen von der Krankheit, ein tödlicher Verlauf ist selten.

Üblicherweise wird die vor allem in Zentral- und Westafrika verbreitete Krankheit durch engen Kontakt mit infizierten Nagetieren übertragen. Affen und Menschen sind lediglich Zufallswirte. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und nur bei engem Kontakt möglich, etwa durch Körperflüssigkeiten, kontaminierte Gegenstände oder den Schorf der Infizierten.

Nach Angaben des Bundeswehr-Instituts in München schützt eine Impfung gegen Pocken auch vor einer Infektion mit Affenpocken. Allerdings hat der Großteil der Bevölkerung mittlerweile keinen belastbaren Schutz mehr durch frühere Pockenschutzimpfungen. (dpa/afp/mf)



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