Ein Mitglied der Anti-Taliban-Miliz „Sangorians” während eines anhaltenden Kampfes mit den Taliban.Foto: WAKIL KOHSAR/AFP via Getty Images

Afghanischer General ruft Menschen zum Verlassen von Provinzhauptstadt Laschkar Gah auf

Epoch Times3. August 2021 Aktualisiert: 3. August 2021 14:32

Angesichts der Belagerung der südafghanischen Provinzhauptstadt Laschkar Gah in der Provinz Helmand durch die radikalislamischen Taliban hat ein afghanischer Kommandeur die Bewohner dazu aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Menschen müssten die Stadt „so schnell wie möglich verlassen“, damit die Armee ihren Einsatz gegen die Taliban starten könne, sagte General Sami Sadat am Dienstag. Nach UN-Angaben wurden seit Montag mindestens 40 Zivilisten getötet und mehr als hundert weitere verletzt.

„Es gab unablässig Schusswechsel, Luftangriffe und Granatenbeschuss“, beschreibt Sarah Leahy, Koordinatorin des Projektes von Ärzte ohne Grenzen die Situation dort. „Häuser werden bombardiert und viele Menschen schwer verletzt. An nur einem Tag haben wir im Boost-Krankenhaus zehn Menschen mit Kriegsverletzungen operiert. So viele Operationen an einem Tag hatten wir hier noch nie, und dabei sind wir nicht einmal die Hauptanlaufstelle für chirurgische Fälle. Bis vorletzte Woche haben wir durchschnittlich zwei chirurgische Eingriffe pro Tag gehabt.“ Sie koordiniert die Mediziner von Ärzte ohne Grenzen die das Boost-Krankenhaus in Laschkar Gah unterstützen.

Die afghanische Armee befindet sich derzeit an zahlreichen Fronten unter massivem Druck der Taliban. Am Montag griffen die Islamisten das Stadtzentrum und das Gefängnis von Laschkar Gah an, der Hauptstadt der Provinz Helmand. Die UN-Unterstützungsmission für Afghanistan zeigte sich am Dienstag „zutiefst besorgt“ angesichts der Lage der Zivilisten in Laschkar Gah und forderte ein „sofortiges Ende der Kämpfe in städtischen Gebieten“.

Die Einnahme eines der großen urbanen Zentren Afghanistans durch die Taliban würde die Dynamik des Konflikts nach Einschätzung von Experten zugunsten der Islamisten verändern. Beobachter befürchten, dass die Taliban nach dem vollständigen Abzug der Nato-Truppen wieder die Kontrolle in Afghanistan übernehmen könnten. Die Provinz Helmand ist wegen der zahlreichen Mohnfelder für die weltweite Heroin-Produktion für die Taliban finanziell besonders interessant. (afp)



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