Antifa in YPG/PKK-Camps: Syrien als Trainingszentrum für neue Welle des Linksterrorismus?

Von 13. Juni 2020 Aktualisiert: 12. Juni 2020 20:45
Bereits in den 1970er Jahren reisten RAF-Terroristen in den Nahen Osten, um sich bei PLO und PLFP „weiterzubilden“. Die linksextremistische „Antifa“ könnte diese Tradition wiederbeleben: Experten aus den USA und der Türkei weisen deren Verbindungen zu YPG und PKK nach.

In westlichen Ländern wirkte sich der Syrienkonflikt bislang vor allem durch verstärkte Migrationsbewegungen aus – und gestiegene Terrorgefahr, nicht zuletzt durch europäische „Dschihad-Touristen“, die aus westlichen Ländern ins Kriegsgebiet gereist waren. Was bis dato wenig Aufmerksamkeit fand, ist, dass auch gewaltbereite Linksextremisten nach Syrien gereist waren, um dort zu kämpfen – nur eben nicht in den Reihen des IS, sondern der Kurdenmiliz YPG („Volksverteidigungskräfte“), die als dortiger Ableger der terroristischen PKK gilt.

In den USA ist dieses Thema jüngst wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, als Präsident Donald Trump die Einstufung der Antifa als inländische terroristische Organisation ankündigte. Der Geheimdienstexperte Brad Johnson weist in einem jüngst ausgestrahlten Interview auf dem One America News Network (OANN) darauf hin, dass bereits Mitte der 2010er Jahre Linksextremisten nach Syrien gereist waren, um sich den YPG anzuschließen.

Türkei sieht in YPG Gefahr für eigene Souveränität

Johnson wirft dabei der Regierung unter Trumps Vorgänger Barack Obama vor, sich leichtfertig über Bedenken der Türkei als NATO-Partner hinweggesetzt zu haben: Diese hatte es von Beginn an als Gefahr für die eigene Souveränität betrachtet, eine Miliz zu bewaffnen, die den verlängerten Arm einer terroristischen Organisation darstellt, die seit mehr als 40 Jahren im eigenen Land aktiv ist. Der seit 1984 geführte Krieg der PKK gegen den türkischen Staat hat bis dato mehr als 40.000 Todesopfer gefordert.

Dass der Westen im Syrienkrieg von Beginn an die Position vertrat, dass nur ein Sturz des Machthabers Baschar al-Assad die Chance einer friedlichen Neuordnung eröffnen würde, setzte die Regierungen sowohl in den USA als auch in Europa unter Zugzwang. Immerhin stellte sich die Frage, wer an dessen Stelle treten solle, um das Land zu führen.

Der damalige türkische Premierminister und heutige Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der ebenfalls von Beginn an einen Regimewechsel in Syrien gefordert hatte, hatte eine klare Antwort: Er wollte den „Syrischen Nationalkongress“ (SNC) als Plattform der syrischen Opposition zu deren legitimem Sprachrohr erhoben wissen. Im Westen wollte man Erdoğan diesen Triumph jedoch nicht gönnen, zumal man ein ägyptisches Szenario befürchtete, als in den Jahren nach dem Arabischen Frühling die Muslimbruderschaft die Macht im Land übernahm. Da die meisten im SNC versammelten Gruppen protürkisch und islamisch ausgerichtet waren, warf man Erdoğan vor, den Syrienkonflikt für „neo-osmanische“ Expansionspolitik nützen zu wollen.

Feminismus und Basisdemokratie als PR-Strategie

Der Vormarsch des „Islamischen Staates“ (IS), der – auch durch europäische Dschihadisten verstärkt – 2014 begleitet von Gewaltexzessen weite Teile Syriens und des Iraks überrannte, lenkte die Aufmerksamkeit auf die Grenzstadt Kobane, die an den IS zu fallen drohte. Die Grausamkeiten des IS und Berichte über Sklaverei und Massenvergewaltigungen beispielsweise jesidischer Frauen im Irak setzten den Westen unter Zugzwang und die USA formierten eine Anti-IS-Koalition.

Wie TRT Deutsch berichtet, sind seit 2014 Hunderte von Ausländern nach Nordsyrien gereist, um sich den Reihen der YPG anzuschließen, die sich auf versierte PR verlässt und soziale Medien nutzte, um neue Rekruten zu finden. Die in den syrischen Kurdengebieten dominante YPG wusste auch die Befindlichkeiten der linksliberalen Eliten im Westen mustergültig für sich zu nutzen.

Man inszenierte sich zum einen als Vorhut im Kampf gegen die Barbarei des IS, zum anderen wollte man das im Norden Syriens ausgerufene Staatswesen „Rojava“ als prowestliches Bollwerk der Basisdemokratie und des Feminismus anpreisen. Die kameragerecht für westliche Fernsehstationen aufbereiteten Bilder von „starken Frauen“, die sich selbstbestimmt gegen Islamismus und Patriarchat stellen, begeisterten Regierungsberater und Think-Tank-Analysten. Einige sogar so sehr, dass sie laut darüber nachdachten, dass die hauptsächlich von der YPG gestellten „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) eine mögliche Ordnungsmacht in einem Syrien nach Assad darstellen könnten. Und das, obwohl Kurden lediglich zehn Prozent der Bevölkerung des Landes ausmachen.

PKK entführt junge Menschen vom Schulweg in die Berge

Hinter den verherrlichten Bildern der bewaffneten Frauen in Uniform, die der Fraueneinheit der YPG angehören, stehen jedoch in der Regel Männer aus dem Führungskader der terroristischen PKK, erklärt Nahostexperte Ali Özkök in einem Beitrag für TRT Deutsch. Gegenüber der Epoch Times schildert er zudem, dass die Rhetorik der PKK/YPG von der „Befreiung der Frau“ vor allem politischer Machtsicherung und ökonomischen Interessen dient: „Die ‚Abnabelung‘ junger Menschen von ihren ‚unterdrückerischen‘ Familien geschieht höchst unfreiwillig. PKK-Kader entführen diese vom Schulweg in die Berge, um sie dort als Kanonenfutter für ihre terroristischen Aktivitäten zu missbrauchen. Öcalan und die führenden Kader der PKK sind zudem dafür bekannt, Frauen, die sie in die Berge verschleppt haben oder in den Dienst der Partei gestellt hatten, zu sexuellen Gefälligkeiten anzuhalten. Ein geregeltes Leben außerhalb der Politik, mit Ehemann und Kindern, wie es jenseits der Ideologiegebäude linker Theoretiker den meisten Menschen als erstrebenswert gilt, ist im Gesinnungsstaat ‚Rojava‘ ebenso wenig vorgesehen wie in anderen marxistischen Gemeinwesen.“

Für europäische Linksextremisten war die Selbstdarstellung der YPG allerdings sehr ansprechend. Neben Ultralinken aus der türkischen und kurdischen Diaspora sowie Einzelkämpfern aus westlichen Ländern, die aus unterschiedlichsten Motiven dazugestoßen waren, war auch die Antifa in den linken „Dschihad-Tourismus“ involviert. Insgesamt sollen mindestens 500 Linksextremisten aus westlichen Ländern nach Syrien gereist sein, um die Reihen der YPG zu verstärken.

Antifa spielt Neuauflage der „Interbrigaden“

Die Antifa hatte sich vor allem den „International Revolutionary People’s Guerilla Forces“ (IRPGF) zugesellt, um in den YPG-Gebieten Flagge zu zeigen. Inwieweit ihre Anhänger tatsächlich an Kampfhandlungen teilgenommen hatten, ist ungewiss. Sie nutzten jedenfalls die Anwesenheit im Krisengebiet für PR-Aktionen, die sich an das Publikum in ihren Herkunftsländern richtete. Die Einheit berief sich auf die „Internationalen Brigaden“ des Spanischen Bürgerkriegs von 1936 bis 1939.

Neben Anhängern unterschiedlicher Ausformungen der totalitären marxistisch-leninistischen Ideologie wie Maoismus oder Hoxhaismus waren auch solche des Anarcho-Kommunismus willkommen. Auch der 1999 inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan hatte sich im Laufe der Jahre von einem Marxisten-Leninisten zum Protagonisten eines sogenannten „demokratischen Konföderalismus“ entwickelt, der auch anarchistische Theorien beinhaltet.

Dass es auch Kampftraining und Kampfeinsätze für westliche Linksextremisten aus Antifa und nahestehenden Gruppierungen gegeben haben dürfte, zeigen Beispiele wie das der 1995 in Duisburg geborenen Ivana Hoffmann. Diese war die erste deutsche Freiwillige, die in den Reihen des PKK-Ablegers im Syrienkrieg getötet wurde. Sie war dort schon mit 13 Jahren durch politischen Extremismus aufgefallen und hatte sich in der dortigen gewaltbereiten linksextremen Szene engagiert.

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Seattle als Anwendungsbeispiel?

Der französische Inlandsgeheimdienst DGSI sieht in militärischen Fertigkeiten, die Linksextremisten in Syrien erworben haben, ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial. Er geht von einem Wissens- und Erfahrungstransfer aus – von PKK-Terroristen zu westlichen Linksextremisten. Die PKK hatte sich zuletzt auf Sprengfallen entlang von Straßen und Überfälle auf Feldwegen konzentriert oder urbane Guerillataktiken forciert. Auch der Umgang mit Sprengmitteln wurde in den YPG-Camps vermittelt. Im April 2018 eröffnete eine Person in der Gemeinde Notre-Dame-Des-Landes im Westen Frankreichs das Feuer auf einen Gendarmeriehubschrauber. Es wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um einen Anschlag eines aus Syrien zurückgekehrten Linksextremisten handelte.

Nicht zuletzt die „autonomen Zonen“, die bewaffnete Anhänger der Antifa vor wenigen Tagen in US-Städten wie Seattle ausgerufen hatten, zeigen, dass die westlichen Linksextremisten bei den Schulungen durch PKK-Kader gut aufgepasst haben müssen. Diese Strategie der „Stadtguerilla“ hatte die PKK auch in den Kurdengebieten der Südosttürkei angewandt, nachdem sie in den Dörfern zunehmend auf Gegenwehr vonseiten der türkischen Armee und loyaler Dorfbewohner gestoßen waren. Deren Sympathien hatten sie durch Gewalttaten gegen andersdenkende Kurden zuvor zunehmend eingebüßt.

Die PKK hatte ihrerseits von der ebenfalls linksextremistischen türkischen DHKP-C gelernt, Stadtguerillataktiken zu entwickeln und illegale Aktivitäten unter dem Banner legaler Vereinigungen zu verfolgen. Diese hatte ihrerseits die RAF zum Vorbild. Von dieser hatte man die Taktik übernommen, Anwälte einzuspannen, um als Kuriere zu fungieren oder Daten auszukundschaften.

PKK rückte nie von großkurdischen Ambitionen ab

Die Erpressung von Schutzgeld („Revolutionssteuer“) von Geschäftsleuten, mit denen die Antifa in Seattle bereits begonnen hatte, gehört seit Jahr und Tag ebenfalls zum Standardrepertoire der PKK. Diese Praktiken übt die Terrororganisation auch im Exil aus, etwa in Deutschland, wo nach Erkenntnissen von Verfassungsschutz und Sicherheitsbehörden mit besonderer Rücksichtslosigkeit gegen Abweichler vorgegangen wird.

Der Nahostexperte Ali Özkök hält gegenüber der Epoch Times Erklärungen, die YPG hätten einen rein syrischen Fokus und ihre Verbindungen zur PKK gekappt, für eine Schutzbehauptung:

„Die grenzüberschreitende Präsenz der terroristischen PKK und die Verhaftung ihres Führers Abdullah Öcalan haben ihren Fokus verändert. Öcalans Nachfolgegeneration, die sich aus türkischen, syrischen und irakischen Kurden, aber auch Exilkadern zusammensetzte, wollte nicht mehr nur die mehrheitlich kurdisch bewohnten Gebiete der Türkei von ihrem Mutterland abtrennen. Für sie sollte es das ganze ‚Kurdistan‘ sein, das ‚befreit‘ werden sollte. Deshalb gibt es auch den KCK (Verband der kurdischen Gemeinschaften) als Dachverband für alle oder den ‚gesamtkurdischen Volkskongress‘ (Kongra-Gel), über den die PKK ihre Direktiven umsetzt – nach dem kommunistischen Prinzip des Demokratischen Zentralismus.“

Am 9. Oktober 2019 startete die Türkei gemeinsam mit verbündeten Rebellengruppen in Nordsyrien die „Operation Friedensquelle“. Die Militäroffensive hat zum Ziel, einen Sicherheitskorridor zu schaffen, der eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der terroristischen PKK im Südosten der Türkei und den nordsyrischen Grenzgebiete verunmöglichen soll. Die Türkei, die eine fast 900 Kilometer lange Grenze zu Syrien aufweist, will dazu eine Pufferzone schaffen. Diese soll zum einen den Transfer von Personen und Waffen zwischen PKK und YPG unterbinden und zum anderen eine Heimstätte für syrische Binnenflüchtlinge schaffen.

Was PKK und Antifa unterscheidet

Auch der Transfer europäischer Extremisten zu radikal-islamistischen Gruppen oder der YPG soll auf diese Weise erschwert werden. Allerdings bestehen in westlichen Ländern bereits jetzt enge Verbindungen zwischen der PKK und linksextremen Vereinigungen wie der Antifa. Die PKK verfügt zum Teil auch in Parlamenten über Abgeordnete, die sich als deren Sprachrohr erweisen – in Deutschland betrifft dies vor allem die Linkspartei.

Was westliche linksextremistische Vereinigungen wie die Antifa von der PKK unterscheidet, ist zum einen die Rolle des Nationalismus, der sich im Fall der Kurden auf den Narrativ stützt, zu den „Unterdrückten“ zu gehören. Im Fall der Antifa tritt an diese Stelle eher das Sendungsbewusstsein der moralisch vermeintlich überlegenen Avantgarde, die den „Unterdrückten“ in aller Welt zu ihrem Recht verhelfe. Zum anderen konnte sich die PKK stets darauf verlassen, ausländische Unterstützung zu bekommen – wobei die Gönner häufig wechselten und von der UdSSR über Syrien, Armenien oder Griechenland bis zur Regierung Obama reichten, die die YPG bewaffnete.

Es könnte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis Regime wie das der KP in China den strategischen Wert solcher Gruppierungen im rivalisierenden Ausland entdecken. Ideologisch weisen sowohl PKK als auch Antifa eine starke Affinität zu den Lehren und Praktiken des Maoismus auf.

Eine Buchempfehlung vom Verlag der Epoch Times

Wie sich die Fülle der Organisationen, die heute Unruhen und Gewalt in der westlichen Gesellschaft anstiften, auch nennen mag – sei es „Unteilbar“, „Antifa“, „Stopp das Patriarchat“, „Black Lives Matter“ oder „Widerstand gegen Faschismus“ – sie alle sind Kommunisten oder Befürworter kommunistischer Ideen. Die gewalttätige Gruppe der „Antifa“ besteht aus Menschen verschiedener kommunistischer Prägung, wie Anarchisten, Sozialisten, Liberalen, Sozialdemokraten und dergleichen.

„Widerstand gegen Faschismus“ ist eigentlich eine linksradikale Gruppe, die vom Präsidenten der Revolutionären Kommunistischen Partei der USA gegründet wurde. Sie steckte hinter vielen großen Protestveranstaltungen, die darauf abzielten, das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen 2016 zu kippen.

Unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung arbeiten diese Gruppen unermüdlich daran, alle möglichen Konflikte in der westlichen Gesellschaft zu schüren. Um ihr eigentliches Ziel zu verstehen, braucht man nur einen Blick auf die Richtlinie der Kommunistischen Partei der USA an ihre Mitglieder zu werfen, wie sie im Kongressbericht von 1956 formuliert wurde:

„Mitglieder und Frontorganisationen müssen unsere Kritiker ständig in Verlegenheit bringen, diskreditieren und herabsetzen [...] Wenn Gegner unserer Sache zu irritierend werden, brandmarkt sie als Faschisten oder Nazis oder Antisemiten. [...] Bringt diejenigen, die sich uns widersetzen, ständig mit Namen in Verbindung, die bereits einen schlechten Ruf haben. Diese Verbindung wird nach ausreichender Wiederholung in der Öffentlichkeit zur ‚Tatsache‘ werden.“ Hier weitere Informationen und Leseproben.

ISBN Band 1: 978-3-9810462-1-2, Band 2: 978-3-9810462-2-9, Band 3: 978-3-9810462-3-6, Drei Bände 1-3: 978-3-9810462-6-7. Einzeln kostet jeder Band 19,90 Euro (zzgl. 2,70 Euro Versandkosten), alle drei Bände gemeinsam sind im Moment noch zum Sonderpreis von 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands) zu erwerben. Das Buch hat insgesamt 1008 Seiten und über 1200 Stichworte im Indexverzeichnis.

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