Ein Mann geht am 9. Oktober 2020 im Dorf Qarabag vor ein Haus, das während der anhaltenden Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um die umstrittene Region Berg-Karabach durch Beschuss beschädigt worden sein soll.Foto: TOFIK BABAYEV / AFP über Getty Images

Armenien und Aserbaidschan vereinbaren Waffenruhe

Epoch Times10. Oktober 2020 Aktualisiert: 10. Oktober 2020 10:43

Armenien und Aserbaidschan haben sich in der Nacht zu Samstag auf eine Waffenruhe im Konflikt in der Südkaukasusregion Bergkarabach geeinigt. Die Einigung sei unter Vermittlung Russlands zustande gekommen, berichtete der russische Staatssender „Russia Today“. Das russische Ministerium veröffentlichte in der Nacht zum Samstag eine entsprechende Erklärung.

Der Waffenstillstand soll demnach bereits am Samstagvormittag 10.00 Uhr (MESZ) in Kraft treten. Die Region ist zwischen Armenien und Aserbaidschan umstritten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 eskalierte der Konflikt zu einem Krieg, seit dessen Ende 1994 Bergkarabach und angrenzende Gebiete zu einem großen Teil von Armeniern kontrolliert werden. Seitdem gab es mehrere gescheiterte Vermittlungsversuche sowie wiederholt Kampfhandlungen. Nach einzelnen Gefechten im Sommer 2020 kam es ab September zu den schwersten Kampfhandlungen seit dem Waffenstillstand vor über 25 Jahren.

Hauptstadt von Berg-Karabach erneut Ziel von Raketenangriffen

Kurz vor dem Inkrafttreten einer Waffenruhe in der umkämpften Kaukasusregion Berg-Karabach ist die Hauptstadt Stepanakert erneut Ziel von Raketenangriffen geworden. Aserbaidschan habe „zivile Gebiete mit Raketen getroffen“, schrieb ein Vertreter der selbsternannten Regierung in Berg-Karabach am Samstag auf Twitter. Zwei Explosionen erschütterten die Stadt am Morgen, berichtete auch ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP. Das aserbaidschanische Außenministerium meldete seinerseits Angriffe auf bewohnte Gebiete durch die armenische Seite.

„Die armenischen Streitkräfte bombardieren intensiv bewohnte Gebiete“, erklärte das Ministerium.  Aserbaidschan habe daraufhin Maßnahmen ergriffen.

Seit Jahrzehnten Streit um Berg-Karabach

Berg-Karabach ist seit Jahrzehnten zwischen Armenien und Aserbaidschan umstritten. Die Kaukasusregion hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig ihre Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 90er Jahren ein Krieg mit 30.000 Toten. Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt.

Nach einer längeren Zeit relativer Ruhe war der Konflikt um Berg-Karabach und angrenzende Gebiete Ende September wieder aufgeflammt. Seitdem gab es täglich heftige Gefechte, auch am Freitag wurde ungeachtet der Gespräche in Moskau weiter gekämpft. (dts/afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion