Ashley Madison Hacker-Skandal: Nutzer verklagen das „Betrüger“-Portal auf 578 Mio. Dollar

Epoch Times23. August 2015 Aktualisiert: 23. August 2015 14:48
Die Mitglieder von Ashley Madison klagen gegen das Seitensprung-Portal, nicht gegen die Hacker.

Mit dem Slogan "Das Leben ist kurz. Gönn‘ Dir eine Affäre" wirbt die Webseite Ashley-Madison um ihre Kunden, verheiratete Männer und Frauen. Der Cyber-Angriff auf das Seitensprung-Portal lässt die über 30 Millionen Mitglieder und nun auch die Webseitenbetreiber zittern. 

Unbekannte Hacker stahlen im Juni über 30 Millionen Daten der Mitgliedern von Ashley Madison. Jetzt stellten die Hacker die Informationen der Nutzer ins Internet, mit drastischen Folgen für das Portal. 

Zwei kanadische Anwaltskanzleien fordern im Auftrag kanadischer Opfer, deren Daten bei dem Hacker-Angriff gestohlen wurden, eine immense Schadensersatzsumme. Auf satte 578 Millionen Dollar soll die Seitensprung-Webseite nun verklagt werden.

Die Anwälte der Ashley Madison-Mitglieder werden sich vor allem auf die Internetfirmen Avid Dating Life und Avid Life Media aus Toronto fokussieren, berichtet die Bild-Zeitung. Die beiden Plattformen wurden von Ashley Madison gegründet.

Das "Betrüger"-Portal, wie es von den Hackern gennant wird, gab in einem Statement an, dass die persönlichen Daten, die durch den Hack an die Öffentlichkeit gelangt sind, kein Beweis für die Untreue ihrer Klienten darstellten. Zu den kommenden Klagen hat sich die Webseite, laut "Bild", bislang nicht geäußert. 

Warum verklagen die Mitglieder das Portal?

Die Nutzer der Webseite seien verärgert, da sie zusätzliche Gebühren zum Löschen ihrer Nutzerdaten gezahlt hatten, heißt es aus einer der Anwaltskanzleien, berichtet die Zeitung weiter. Ihre Daten wurden jedoch nicht ganz gelöscht und nun von den Hackern veröffentlicht. Für die Nutzer wurde der Schaden somit alleine durch das Seitensprung-Portal verursacht und nicht durch die Hacker.

Unter den Inhalten des ersten geleakten Datenpakets befanden sich rund 15.000 E-Mail-Adressen. Unter den Nutzern der Webseite befanden sich anscheinend auch Angestellte kanadischer Bundesbehörden, der Polizei und dem kanadischen Militär. 

Auch hohe US-Regierungsmitarbeiter und Angehörige des Militärs nutzen das Portal. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte dazu, das Pentagon prüfe, ob Armeeangehörige in dem Portal aktiv gewesen seien.

In der US-Armee kann Verhalten wie Ehebruch bestraft werden. Auch die E-Mail-Adressen mehrerer Vorstandsvorsitzender von europäischen und US-Unternehmen sind laut anderen Webseiten in dem Datensatz gefunden worden. (so) 

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN