Eine Frau hält ein Porträt des iranischen Ringkämpfers Navid Afkari während einer Demonstration am 13. September 2020 auf dem Dam-Platz in Amsterdam gegen seine Hinrichtung.Foto: EVERT ELZINGA/ANP/AFP via Getty Images

Auswärtiges Amt verurteilt Hinrichtung von iranischem Ringer – Botschafter in Teheran einbestellt

Epoch Times14. September 2020 Aktualisiert: 14. September 2020 14:12

Das Auswärtiges Amt hat die Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari verurteilt.

„Wir sind entsetzt darüber, dass die Todesstrafe gegen den Sportler Navid Afkari am vergangenen Samstag in Iran vollstreckt wurde“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Montag. „Die Bundesregierung verurteilt diese Hinrichtung, die trotz internationaler Proteste und Bitten um Aussetzung durchgeführt wurde, auf das Schärfste.“

Es habe erhebliche Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens gegeben. Unter anderem hatte es Vorwürfe gegeben, dass Afkari sein Geständnis erst nach Folter abgelegt haben soll.

„Die Bundesregierung hat sich mehrfach und auf sehr hoher diplomatischer Ebene in Teheran für die Aussetzung des Todesurteils gegen Navid Afkari eingesetzt“, so die Sprecherin weiter. Dem Recht auf freie Meinungsäußerung messe die Bundesregierung höchste Bedeutung bei und auch die Todesstrafe werde abgelehnt.

„Wir fordern ein rechtsstaatliches Verfahren für alle im Zusammenhang mit den Protesten in Iran inhaftierten Personen und dass weitere Todesstrafen weder verhängt noch vollstreckt werden“, sagte die Sprecherin.

Iranischer Außenminister bestellt deutschen Botschaft ein

Das iranische Außenministerium hat den deutschen Botschafter in Teheran wegen im Online-Dienst Twitter geäußerter Kritik an der Hinrichtung des Ringers Navid Afkari einbestellt. Das Ministerium habe die Äußerungen des Diplomaten auf Twitter „auf das Schärfste verurteilt“ und dem Botschafter Hans-Udo Muzel mitgeteilt, dass seine Reaktion als „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ des Iran betrachtet würden, hieß es in einer Mitteilung.

Der 27-jährige Ringer Afkari war am Samstag trotz internationaler Solidaritätskampagnen hingerichtet worden. Er soll bei einer Demonstration im August 2018 gegen die wirtschaftliche und politische Lage einen Beamten erstochen haben. (dts/afp/sua)

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