Automobilindustrie in der Krise (Teil 2): Das Verhängnis der Ära Kohl, dem treuen Freund Chinas

Die Ursachen für die heutige Abhängigkeit der Automobilindustrie von China reichen bis in die 1980er Jahre zurück. Die Auftragsdiplomatie von Bundeskanzler Helmut Kohl, mit Volkswagen an treuer Seite, steht hier Pate für die deutsch-chinesische Abhängigkeit.
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Bundeskanzler Helmut Kohl legte den Grundstein für die spätere Abhängigkeit der deutschen Automobilbranche von China.Foto: ROBYN BECK / AFP über Getty Images)
Von 30. Mai 2020

Fortsetzung von: Automobilindustrie in der Krise (Teil 1): So ernst steht es um Deutschlands Stolz.

Deutschlands Schlüsselindustrie, Schmuckstück und ganzer Stolz steht vor enormen Herausforderungen. Die Automobilindustrie, die wichtigste Säule der deutschen Volkswirtschaft, befindet sich in einer Krise, die schlimmer ist als die Finanzkrise 2008. Bereits im ersten Quartal 2020 verzeichneten die Autohersteller beispiellose Verkaufseinbrüche.

Was sind die Grundursachen für die beispiellose Krise? Wo ist der Ausweg? Die Artikel-Reihe „Deutsche Automobilindustrie in der Krise“ der Epoch Times geht diesen Fragen nach und zeigt Möglichkeiten auf, dem Dilemma zu entkommen. Hier kann Teil 1 nachgelesen werden.

Die wirtschaftliche Abhängigkeit der deutschen Automobilbranche von China trägt ihre Fußstapfen in den 1980er Jahren. Die Ära von Bundeskanzler Helmut Kohl begründete die Basis für die Abhängigkeit der deutschen Automobilbranche von China, frei nach dem Motto: Deutschland gibt Kapital und Wissen, China die Hoffnung, eines Tages daran verdienen zu können, wie der „Spiegel“ damals „berichtete“. Federführend vonseiten Volkswagen war es Carl Horst Hahn, der den Meilenstein für die heutige Marktmacht von Volkswagen in China legte.

Volkswagen heute: „Teil der chinesischen Gesellschaft“ und „in China zu Hause“

Volkswagen ist der größte Automobilkonzern der Welt und auch das größte deutsche Unternehmen Deutschlands. Außerdem ist Volkswagen Marktführer in China.

Die Verbindung zwischen Volkswagen und der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) scheint tief zu sein, wie Werbeslogans von Volkswagen – „Volkswagen als Teil der chinesischen Gesellschaft“ und „[Volkswagen ist] in China zu Hause“ – vermuten lassen. Nicht nur der chinesischen Automobilindustrie, sondern auch der chinesischen Gesellschaft als Ganzes wolle man ein „starker und verlässlicher Partner“ sein, heißt es weiter.

Historisch gesehen, seit Beginn der Reform und Öffnung Chinas im Jahr 1975, war Volkswagen nicht nur das erste deutsche Unternehmen, das in China investierte, sondern auch das erste große ausländische Unternehmen überhaupt, das in den chinesischen Markt eintrat. Außerdem war Volkswagen das erste Unternehmen in China, das Autoteile exportierte.

Seit 1984 haben Führungskräfte von Volkswagen in der Delegation der deutschen Bundesregierung bei China-Besuchen nie gefehlt. Und Besuche von chinesischen Volkswagen-Werken waren auch seit jeher bei den Besuchen der Regierungschefs an der Tagesordnung. Zur Etikette der einzelnen Regierungschefs gehörte es auch stets, ein enges Verhältnis zur Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) zu pflegen, egal, ob man Merkel, Schröder oder Kohl nimmt.

Kohl legte Grundstein für enge und langfristige Zusammenarbeit der Automobilindustrie mit China

Bedeutende Persönlichkeiten in der deutsch-chinesischen Automobilindustrie sind die Herren Kohl und Hahn, die beide im Jahr 1982 – dem chinesischen Jahr des Hundes – als Bundeskanzler beziehungsweise Präsident von Volkswagen aufstiegen. „Menschen, die im chinesischen Tierkreiszeichen Hund geboren wurden, sind loyale und treue Freunde“, jedenfalls solche von China – im wahrsten Sinne des Wortes.

Beide Persönlichkeiten bemühten sich um eine intensive Zusammenarbeit mit der KPCh und standen ihr bis zum Schluss der Karriere voll zur Seite.

Kohl wollte Deutschland eng und langfristig an China binden, verkündete der Ex-Bundeskanzler bereits 1984 bei seinem ersten China-Besuch, berichtete ein ehemaliger deutsch-chinesischer Botschafter namens Mei Zhaorong. Zuvor war Helmut Schmidt der erste Bundeskanzler, der 1975 die Kommunistische Partei Chinas besuchte.

So kam es bei diesem Besuch nach sechsjähriger Vorlaufzeit erstmals zu einem Abkommen über die gemeinsame Produktion von Santana-Automobilen durch Shanghai Volkswagen. Daneben gab es weitere Projekte mit dem staatseigenen Eisen- und Stahlunternehmen „Baosteel“. Außerdem bestellte China gleich Airbus-Flugzeuge. Auch finanzielle und technische Unterstützung von Deutschland sagte Kohl zu, ergänzte der Ex-Botschafter.

„Noch nie (…) habe sich ein Bonner Politiker so unmittelbar eingesetzt, um Einwände, Zögern, Hemmnisse bei den Chinesen zu überwinden“, zitierte die „Zeit“ die damalige Wirtschaftsdelegation Kohls.

„Die Chinesen steuern vor allem die Hoffnung bei, eines Tages daran verdienen zu können“

Bei dem Besuch in China legten Kohl und Hahn auch den Grundstein für das Joint Venture „Shanghai Volkswagen“ (heute „SAIC VOLKSWAGEN“), das im Oktober 1984 gegründet wurde, wie der „Spiegel“ berichtete.

Gleichzeitig merkte der Reporter aber auch an – übrigens, der Artikel stammt aus dem Jahr 1988: „Der Begriff Joint-Venture gehört zu den Vokabeln, die den Chinesen in fremder Sprache am besten gefallen, doch sie deuten ihn auf ihre Art. Alles Wissen, alle Anlagen, fast das gesamte Material kommen aus dem Ausland“. Und weiter:

Die Chinesen steuern vor allem die Hoffnung bei, eines Tages daran verdienen zu können.“

Volkswagen habe zu diesem Joint-Venture auch gleich seine 50 wichtigsten Zulieferer mit auf den chinesischen Markt gebracht. Diese lieferten nicht nur eigenes Kapital, sondern auch die eigene Technologie, was sich aus einem Interview von Hahn in seinen späteren Jahren ergibt.

Joint Venture mit Chinas Autoriesen FAW: VW sticht Chrysler aus

Zwei Jahre später, also 1986, hörte ein Freund Hahns zufällig, dass Chinas Automobilhersteller Nummer Eins, die Firma „FAW“ (First Automotive Works), ein riesiges Limousinenwerk außerhalb seines ursprünglichen Lkw-Produktionsbereichs gebaut hatte. Führungskräfte von FAW sollen zu diesem Zeitpunkt bereits mit dem Autobauer Chrysler in Gesprächen über eine Zusammenarbeit gestanden haben.

Hahn faxte sofort einen Brief an Geng Zhaojie, dem Direktor von FAW. Darin bekundete er seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit FAW. Schon nach 24 Stunden lud Direktor Geng den Volkswagenchef Hahn zu FAW ein, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur „Chongqing Morning News“ (CQBC).

Im Oktober 1987 besuchte Hahn dann zum ersten Mal FAW. „Ein riesiges Begrüßungskomitee mit baumwollgepolsterten Jacken und einem in China hergestellten langen Auto mit roter Flagge“ wartete auf Hahn. Noch während der Verhandlungen ging Geng Zhaojie eine halbe Stunde weg und sagte den Deal mit Chrysler ab. Der Deal war zwar schon gemacht, aber hatte wenig Bedeutung. Volkswagen hatte also den Job. Hahn wurde schließlich mit einem noch größerem Auto, wieder mit chinesischer Flagge, zum Flughafen gefahren. Hahn sei heute noch aufgeregt, wenn er an dieses Gefühl denke, berichtete „CQCB“ weiter.

Im selben Jahr importierte Deutschland auch die Traumschiff-Schnulze nach China, in der sich Volkswagen in großzügigen Werbepausen als das Motorisierungsunternehmen schlechthin empfahl, wie der „Spiegel“ weiter berichtete.

1988 unterzeichneten China und VW des weiteren ein „Memorandum über die langfristige Zusammenarbeit“.

Pekings Panzer zerquetschen Chinas Jugend

Am 17. November 1989 unterzeichneten FAW und Volkswagen weiter eine Durchführbarkeits-Studie, an der sie zuvor acht Monate arbeiteten, dokumentierte die chinesische Enzyklopädie Baidu. Und auf genau dieses Datum kommt es an.

Denn im Juni 1989 fand auf dem Platz des Himmlischen Friedens (oder Tian’anmen-Platz) ein blutiges Massaker statt, wo chinesische Kommunisten unbewaffnete Studenten blutig niederschlugen. Die Studenten protestierten zuvor wochenlang gegen Korruption, gegen Willkür und gegen Bürokratie. Außerdem gedachten sie mit Transparenten dem Begräbnis des bisherigen Staatschefs, Hu Yaobang. Hu war ein reformorientierter Politiker, dessen Tod die letzte Hoffnung auf eine demokratische Reform eintrübte.

In der Nacht des 3. Juni überrollten chinesische Panzer schließlich die protestierenden Studenten und zerquetschten sie. Oder es waren Schüsse, die die Studenten töteten. 10.000 Studenten sollen ums Leben gekommen sein. Andere landeten im Gefängnis oder mussten der KPCh ewige Treue schwören.

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Der Vorfall schockierte die ganze Welt.

„Peking, die quirlige Hauptstadt Chinas, versank in diesen Tagen im Schweigen. Wie gelähmt waren die Bürger, als ihre Regierung die rebellische Jugend von der Straße geschossen hatte“, schrieb der „Spiegel“.

Den Beitrag verfasste ein beim Massaker in Peking anwesender Journalist vom „Spiegel“, der den Vorfall am 4. Juni 2019 nachzeichnete.

Journalisten bestürzt über das Schönreden der Manager

Nach dem Massaker am 4. Juni kündigte Deutschland zwar Sanktionen gegen China an. Der rasant wachsende Handel ging zunächst auch schlagartig zurück. Aber nicht für lange.

Etwa 1987 war Deutschland nach Hongkong, Japan und den Vereinigten Staaten bereits der viertgrößte Handelspartner von China, mit einem Handelsvolumen von rund 8,9 Milliarden DM. Das berichtete die chinesische Nachrichtenagentur „The Paper“.

Weiter hieß es beim „Spiegel“: „Entsetzt beobachteten wir Journalisten, wie ausländische Regierungen, auch die deutsche, schon bald nach dem 4. Juni das Verhältnis zur chinesischen Führung normalisieren wollten“.

Denn bereits wenige Wochen nach der blutigen Katastrophe „redeten deutsche Manager bei einem Empfang im Jianguo-Hotel auf uns Journalisten ein, wir sollten bitte nicht durch allzu kritische Berichte das Geschäftsklima vermiesen“, schrieb der Journalist weiter. „So schlimm sei die Lage doch gar nicht, der von Deng Xiaoping gerade eingesetzte neue Parteichef Jiang Zemin sei ganz gewiss ein Reformer.“

Tatsächlich aber kooperierte die Automobilindustrie ab diesem Zeitpunkt mit dem ungezügelten Bösen – Jiang Zemin.

Fortsetzung folgt.

(mit Material der chinesischsprachigen Epoch Times)



Eine Buchempfehlung vom Verlag der Epoch Times

Viele bezeichnen ihr berufliches oder soziales Umfeld metaphorisch als „Schlachtfeld“ – doch für die KP China bedeutet es Krieg im wahrsten Sinne des Wortes. Diese Partei, die die Regierung Chinas stellt, vertritt den Grundgedanken der „uneingeschränkten Kriegsführung“: „Einfach ausgedrückt, Schwarzkopf [Oberbefehlshaber der multinationalen Streitkräfte des Golfkriegs] + Soros + Morris [Schöpfer des Morris-Wurm-Computervirus] + bin Laden? Das ist unsere wahre Karte, die wir ausspielen“, so zwei chinesische Oberste, die „Erfinder“ der „Uneingeschränkten Kriegsführung“.

Der Schlüsselpunkt dazu sind nicht unbedingt die unter Waffen stehenden Streitkräfte, sondern die „Generalisierung von Krieg“ für jeden chinesischen Landesbürger. „Uneingeschränkte Kriegsführung“ meint, dass „alle Waffen und Technologien nach Belieben eingesetzt werden können; was bedeutet, dass alle Grenzen zwischen Krieg und Frieden, zwischen militärischer Welt und ziviler Welt aufgebrochen werden.“

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