THW: Griechenland behindert ausländische Hilfe für Flüchtlingslager

Epoch Times13. September 2020 Aktualisiert: 13. September 2020 6:54
Ausländische Hilfe für in Griechenland untergebrachte Migranten wird einem Medienbericht zufolge erheblich durch örtliche Behörden erschwert. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, sei im März wegen "politischer Probleme" ein Projekt des Technischen Hilfswerks (THW) gescheitert.

Im Auftrag der Bundesregierung sollte das THW im März die Wasserversorgung auf der Ägäis-Insel Samos verbessert werden. Das Projekt scheiterte, wie die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Im THW-Bericht an das Bundesinnenministerium hieß es zum Scheitern des Vorhabens: „Die vordergründig technischen Probleme (nicht ausreichend Wasser im neuen Camp) entpuppen sich bei näherer Betrachtung als politisches Problem (zum Beispiel Abklemmen der Hauptwasserleitung zum neuen Camp) und können daher auch nicht technisch, sondern nur politisch gelöst werden.“ Laut dem THW wurde die Hauptwasserleitung zum Flüchtlingslager durch eine Gemeindeverwaltung aufgrund von Protesten der Bevölkerung abgeklemmt.

Wasserprojekt bis heute nicht umgesetzt

Zudem habe es Hinweise auf einen Brunnen in der Nähe gegeben, den das THW aber nicht auffinden konnte, weil den Inselverwaltungen „dessen genaue Lage angeblich unbekannt ist“. Auch seien die Möglichkeiten aus den Infrastrukturprojekten der EU nicht ausreichend genutzt worden. Von zur Verfügung gestellten 310 Millionen Euro seien nur 70 Millionen abgeflossen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den THW-Bericht.

Für das bis heute nicht umgesetzte Wasserprojekt auf Samos war ein Finanzierungsbetrag von bis zu 500.000 Euro vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Aussicht gestellt worden.

Auf den ägäischen Inseln Leros, Samos, Lesbos, Kos und Chios leben über 25.000 Menschen in völlig überfüllten Lagern. Bei Bränden – die nach Angaben der griechischen Regierung von Migranten gelegt wurden – am Dienstag und Mittwoch war das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos fast völlig zerstört worden. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks wurden 11.500 Menschen obdachlos, darunter 4.000 Kinder. (afp)

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