„Bitte retten Sie ihn!“: Hilferuf der Eltern des inhaftierten belarussischen Bloggers

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Demonstranten fordern die Freilassung des weißrussischen Oppositionsaktivisten Roman Protasewitsch und dessen Freundin.Foto: WOJTEK RADWANSKI/AFP via Getty Images
Epoch Times26. Mai 2021

Die Eltern des in Belarus festgenommenen Regierungskritikers Roman Protasewitsch haben sich mit einem verzweifelten Hilferuf an die internationale Staatengemeinschaft gewandt. „Ich bitte, ich flehe, ich appelliere an die ganze internationale Gemeinschaft, ihn zu retten“, sagte unter Tränen Natalia Protasewitsch, die Mutter des 26-jährigen Bloggers, im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP im polnischen Breslau.

„Er ist nur ein Journalist, er ist nur ein Kind. Bitte retten Sie ihn! Sie werden ihn töten!“, sagte die 46-Jährige. Seit Tagen habe sie nicht mehr geschlafen und das Handy in der Hoffnung auf gute Neuigkeiten nie aus der Hand gelegt. „Sie haben einen Kampfjet geschickt, um diesen jungen Mann zu holen! Das ist ein Terrorakt, anders kann man es nicht nennen“, erklärte sie. „Er wurde als Geisel genommen.“

Der im Exil lebende Journalist und Oppositionelle Roman Protasewitsch und seine aus Russland stammende Freundin Sofia Sapega waren am Sonntag auf dem Weg von Athen nach Vilnius nach einer erzwungenen Flugzeuglandung in Minsk festgenommen worden. Der Vorfall hatte international Empörung hervorgerufen.

Natalia Protasewitsch und ihr 48 Jahre alter Mann Dmitri vermuten ihren Sohn nun in einem Gefangenenlager des belarussischen Geheimdienstes, doch Gewissheit haben sie nicht. „Eine der Arten, wie unsere Behörden foltern, ist, dass sie den Familien nicht sagen, wo ihre Angehörigen festgehalten werden“, sagte Dmitri Protasewitsch.

Die belarussischen Behörden hatten am Montag ein Video veröffentlicht, in dem der 26-Jährige ein angebliches Geständnis über die Organisation von Massenprotesten in Minsk ablegte. Dass sein Sohn dies freiwillig tat, glaubt Dmitri Protasewitsch nicht.

Er habe extrem nervös gewirkt, blaue Flecken im Gesicht und am Hals aufgewiesen, und anscheinend hätten ihm auch einige Zähne gefehlt. „Das Video war eindeutig inszeniert. Es wurde unter Druck umgesetzt und man sollte dem keinen Glauben schenken“, sagte er.

Das Ehepaar war vor acht Monaten angesichts des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen die regierungskritischen Demonstranten in Belarus nach Polen umgezogen. Ihr Sohn wanderte bereits 2019 nach Polen aus, später zog er nach Litauen um. Er habe sich in der EU immer sicher gefühlt, berichtete sein Vater. Die von der EU verhängten Sanktionen gegen Belarus begrüßte er. „Ich denke, das wird helfen, meinen Sohn zu befreien.“

Seit seiner Jugend ist Roman Protasewitsch als Journalist und politischer Aktivist tätig. Mehrmals wurde er bereits verhaftet und musste mehrere Wochen im Gefängnis verbringen. „Er ist ein Kämpfer für die Gerechtigkeit“, sagte seine Mutter. „Mein Sohn, dieser junge Mann wollte nur die Wahrheit über die Situation sagen. Er hat nichts falsch gemacht.“ (afp)



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