Boykott gegen Netflix: US-Abgeordnete wollen Streaming-Dienst wegen „Verbreitung von Kinderpornos“ anklagen

Simulierte sexuelle Handlungen, knappe Outfits und Sexualisierung von Minderjährigen – mit seinem neuen Film „Cuties“ sorgte Netflix für verärgerte Gemüter. Nun rufen US-Abgeordnete das US-Justizministerium auf, Anklage gegen den Streaming-Dienst zu erheben.
Titelbild
Netflix in Kritik: Am 10. September stand #CancelNetflix ganz oben auf der Twitter-Trendliste.Foto: ROBERT SULLIVAN/AFP via Getty Images
Von 16. September 2020

Das US-Justizministerium soll Anklage gegen Netflix wegen „Verbreitung von Kinderpornographie“ erheben. Das fordern zwei US-Abgeordnete inmitten einer „Cancel Netflix“-Bewegung gegen den Streaming-Dienst, der durch die Veröffentlichung des Films „Cuties“ ausgelöst wurde.

„Als Vater von drei jungen Töchtern finde ich ‚Cuties‘ widerlich“, twitterte der republikanische Abgeordnete Jim Banks. „Ich freue mich, mich [Senator Tom Cotton] anzuschließen und das Justizministerium aufzufordern, Netflix wegen der Verbreitung von Kinderpornographie anzuklagen“.

Der republikanische Abgeordnete Jim Banks im März 2019 während eines Interviews mit der Epoch Times. Foto: Video-Screenshot/The Epoch Times

Senator Tom Cotton gab am 12. September bekannt: „Wie alle Eltern finde ich die Entscheidung von @netflix, Kinderpornographie zu verbreiten, widerlich. Und es ist kriminell. @TheJusticeDept sollte schnell handeln.“

Netflix verteidigt Film: „Es ist ein sozialer Kommentar“

Netflix verteidigte „Cuties“ und rief die Menschen auf, den Film anzusehen, bevor sie ihn kritisieren. In einer Erklärung gegenüber The Epoch Times sagte ein Netflix-Sprecher: „‚Cuties‘ ist ein sozialer Kommentar gegen die Sexualisierung von Kleinkindern und eine kraftvolle Geschichte über den Druck, dem junge Mädchen in den sozialen Medien und von der Gesellschaft im Allgemeinen beim Heranwachsen ausgesetzt sind“.

„Wir würden jeden, der sich für diese wichtigen Themen interessiert, ermutigen, sich den Film anzusehen“, fügte der Sprecher hinzu.

Im Mittelpunkt des Films mit dem französischen Titel „Mignonnes“ steht eine 11-jährige senegalesische Immigrantin namens Amy, die in Paris lebt und sich in der Schule einer Gruppe von Tänzerinnen, den „Cuties“ (deutsch: die Süßen), anschließt.

Laut einer Beschreibung des Films auf der Sundance-Website sind Amy und ihre Freundinnen „von einer Choreographie begeistert, die immer erotischer wird, was die Hoffnung der Mädchen entfacht, mit Twerking bei einem lokalen Tanzwettbewerb zum Star aufzusteigen“.

In der Beschreibung heißt es außerdem, dass die Regisseurin Maïmouna Doucouré „sich stark auf ihre rüpelhaften Protagonistinnen konzentriert und einen temperamentvollen Film geschaffen hat, der die jugendliche Energie und Verletzlichkeit der Teenager gewandt darstellt und gleichzeitig ihren ungeschickten Eifer erforscht, als sexualisiert gesehen zu werden“.

Senator: Netflix‘ Promotion des Films ist „ekelhaft und ein Verbrechen“

Der republikanische Senator Tom Cotton bei einer Diskussion über Grenzsicherheit, am 30. Juli 2019 in Washington. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

In einer exklusiven Erklärung gegenüber dem „Daily Caller“ brachten die beiden Abgeordneten ihre Missbilligung von „Cuties“ zum Ausdruck und erklärten, warum sie das Justizministerium aufrufen, Netflix anzuklagen.

Es gibt keine Entschuldigung für die Sexualisierung von Kindern, und die Entscheidung von Netflix, den Film ‚Cuties‘ zu promoten, ist bestenfalls ekelhaft und schlimmstenfalls ein schweres Verbrechen“, sagte Cotton der Zeitung.

„Ich fordere das Justizministerium dringend auf, gegen Netflix wegen seiner Rolle bei der Verbreitung expliziter Kinderdarstellungen in amerikanischen Haushalten vorzugehen“, so der Senator.

In einer Erklärung gegenüber dem „Daily Caller“ bezeichnete Banks den Film als „Futter für Pädophile“, der „sehr junge Mädchen ermutigt, sich den Wünschen ihrer Eltern zu widersetzen und pornografische Bilder von sich mit Fremden zu teilen“.

Netflix und das Justizministerium äußerten sich nicht sofort auf Kommentar-Anfragen von The Epoch Times.

„Cuties“ kam in Frankreich im August in die Kinos, am 9. September begann der Streaming auf Netflix. Nur einen Tag später stand das Thema „#CancelNetflix“ ganz oben auf der Twitter-Trendliste, nachdem mehr als 200.000 Twitter-Posts den Hashtag enthielten.

Außerdem wurde im vergangenen Monat auf Change.org eine Petition gestartet, in der die Menschen aufgefordert werden, ihre Abonnements für die Streaming-Plattform wegen „Cuties“ und anderer Filme, die Kinder ausbeuten, zu kündigen. Sie hatte bis Anfang September mehr als 621.000 Unterschriften.

US-Abgeordnete: Nahrung für Pädophile und den Kindersexhandel

Die demokratische Abgeordnete Tulsi Gabbard twitterte Ende September: „[Netflix-]Kinderpornografie ‚Cuties‘ wird sicherlich den Appetit der Pädophilen anregen und dazu beitragen, den Kindersexhandel anzuheizen. Eines von 4 Opfern des Menschenhandels ist ein Kind. Das ist der 13-jährigen Tochter meiner Freundin passiert. Netflix, du bist jetzt mitschuldig. #CancelNetflix“

Das Netflix-Logo in einer Fotoabbildung. Foto: Olivier Douliery/AFP via Getty Images

Der republikanische Senator Josh Hawley schrieb am 11. September einen Brief an Netflix’ CEO Reed Hastings. Darin verlangte er, dass Netflix den Film von seiner Plattform „sofort entfernt“ und bis zum 18. September eine Liste von Fragen über die Vermarktung des Films beantwortet.

Netflix strahlt einen Film mit dem Titel ‚Cuties‘ aus, der Kinder zeigt, die darauf trainiert werden, simulierte sexuelle Handlungen zu vollziehen, und zwar für Kameras sowohl im Film als auch im Hintergrund“, schrieb Hawley an Hastings. 

„Ihre Entscheidung, dies zu tun, wirft wichtige Fragen zur Sicherheit und Ausbeutung von Kindern auf, einschließlich der Möglichkeit des Nachahmungsverhaltens und der Ausbeutung von Kinderdarstellern“, so der Senator.

Als der Film auf dem Sundance Film Festival 2019 in Utah seine Premiere feierte, gewann er den Regiepreis „World Cinema Dramatic“. Bei IMDb, einer Online-Filmdatenbank, hatte der Film, Stand 11. September, eine Bewertung von 1,8/10. Auf der Filmkritiken-Sammel-Website „Rotten Tomatoes“ erhielt „Cuties“ eine Kritikbewertung von 88 Prozent, doch eine Publikumsbewertung von nur 3 Prozent.

Netflix entschuldigt sich für anzügliches Werbeplakat

Im August entschuldigte sich Netflix, als der Werbeplakat des Films in den USA eine öffentliche Gegenreaktion nach sich zog. Es zeigte die Mädchen in anzüglichen Tanzposen und freizügiger Kleidung. Das Bild war das krasse Gegensatz zur französischen Version, auf dem die voll bekleideten Mädchen fröhlich auf der Straße rannten; Netflix griff nach der Gegenreaktion auf dieses Poster für die USA zurück.

„Wir bedauern zutiefst das unangemessene Bild, das wir für ‚Cuties‘ verwendet haben. Es war weder in Ordnung, noch war es repräsentativ für diesen französischen Film, der bei Sundance seine Premiere feierte. Wir haben jetzt die Bilder und die Beschreibung aktualisiert“, so der Streaming-Dienst in einer von „Deadline“ veröffentlichten Erklärung.

Das Original erschien in der englischen EPOCH TIMES (deutsche Bearbeitung von as)
Originalartikel: DOJ Should Charge Netflix With ‘Distribution of Child Porn,’ GOP Lawmakers Say



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