Lufthansa-Piloten bieten dem "Kranich" Gehaltsverzicht an.Foto: Guido Kirchner/dpa/dpa

Lufthansa kündigt Abbau von 22.000 Vollzeitstellen an – Piloten bieten Gehaltskürzung an

Epoch Times11. Juni 2020 Aktualisiert: 11. Juni 2020 20:58
22.000 Vollzeitstellen will die schwer angeschlagenen Lufthansa abbauen. Konzernchef Carsten Spohr rechnet erst in mehreren Jahren mit einer Normalisierung des Angebots und hat bereits eine tiefgreifende Umstrukturierung angekündigt. 

Nachdem das Rettungspaket der Bundesregierung für den Lufthansa-Konzern steht, kündigte das Unternehmen an 22.000 Vollzeitstellen zu streichen.

Am Mittwochabend hatten sich Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sowie der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) zum zweiten sogenannten Tarifgipfel mit Unternehmensvertretern getroffen. Im Anschluss teilte die Lufthansa mit, nötig sei eine „signifikanten Senkung der Personalkosten“.

Gewerkschaft: 22.000 Vollzeitstellen entsprächen 26.000 Arbeitsplätzen im Konzern

„Wir gehen davon aus, dass die Flotte der Lufthansa Group nach der Krise rund 100 Flugzeuge weniger zählen wird“, erklärte der Konzern. Entsprechend weniger Piloten und Flugbegleiter werden gebraucht. Hinzu kämen Überhänge in der Verwaltung und im Drittkundengeschäft der Servicegesellschaften. Betriebsbedingte Kündigungen will die Fluggesellschaft durch Kurzarbeit und Krisenvereinbarungen aber möglichst vermeiden.

UFO-Geschäftsführer Nicoley Baublies erklärte nach dem Treffen, die 22.000 Vollzeitstellen entsprächen 26.000 Arbeitsplätzen im Konzern. Dies könne „niemandem gefallen“. Er forderte einen Kündigungsschutz für die Mitarbeiter aller Airlines des Konzerns. Das sind rund 138.000 Beschäftigte.

Piloten bieten Gehaltskürzung an

Die Pilotengewerkschaft VC hatte vor dem Treffen ihr Angebot bekräftigt, die Piloten könnten auf bis zu 45 Prozent ihres Gehalts verzichten. Das bedeute Kosteneinsparungen von etwa 350 Millionen Euro. VC-Präsident Markus Wahl erklärte nach dem Treffen, das Gespräch habe gezeigt, „dass wir gemeinsam eine Lösung finden wollen und werden“. Wahl mahnte, eine Auslagerung von Arbeitsplätzen zu schlechteren Bedingungen „wäre völlig inakzeptabel“.

Die Lufthansa ist von der Corona-Krise schwer getroffen; Konzernchef Carsten Spohr rechnet erst in mehreren Jahren mit einer Normalisierung des Angebots und hat bereits eine tiefgreifende Umstrukturierung angekündigt.

Aktionäre müssen Rettungspaket noch zu stimmen

Der Staat hilft der Airline mit einem Rettungspaket im Umfang von neun Milliarden Euro, dem die Aktionäre aber noch zustimmen müssen. Die Hauptversammlung ist am 25. Juni. Bis zum 22. Juni wollen die Tarifpartner daher „konkrete, personalkostensenkende Maßnahmen“ vereinbaren, um „den Weg für den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze“ zu ebnen, wie die Lufthansa mitteilte. (afp/er)

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