Chinesische Kampfkunst für Körper und Geist

Das berühmte Shaolin-Kloster in Dengfeng, Provinz Henan, China

Epoch Times18. April 2005 Aktualisiert: 18. April 2005 23:43

Ein Kampfmönch zeigt seine Wushu-Fertigkeiten (oben). Wushu heißt Kriegskunst und wird heutzutage oft fälschlicherweise durch denn Begriff Kung Fu ersetzt, der allerdings nur bedeutet „etwas meisterlich zu beherrschen“. Unten ist eine Darbietung für Touristen zu sehen, die sich „Fünf Speere stechen Körper“ nennt.

Im traditionsreichen Shaolin-Kloster werden seit Jahren kommerzielle Wushu-Kurse angeboten, an denen Tausende gegen eine nicht unbeträchtliche Gebühr teilnehmen. Daneben gibt es auch ordinierte Mönche, die die „Kampfkunst“ als Teil ihres buddhistischen Kultivierungsweges praktizieren.

Kultivierung bedeutet, das Herz, die „Innere Natur“, den Geist durch eine spirituelle Praxis zu entwickeln. Aufgrund der Einheit von Körper und Geist kann das auch den Körper mit einschließen. Ein zentraler Aspekt der buddhistischen Praxis ist das Üben der Achtsamkeit. Diese kann in stiller Meditation geübt werden aber auch durch Körperübungen wie Kinhin – langsames, achtsames Gehen – und Kampfkunst wie Kendo, Kyudo oder Wushu.

Das war auch der ursprüngliche Ansatz von Bodhidharma, der aus Indien stammte und sich im Jahre 527 nach Christus im Shaolin-Kloster, das rund dreißig Jahre zuvor gegründet worden war, niederließ. Er erkannte die Bedeutung körperlicher Übungen für die spirituelle Praxis. Als Nebenaspekt erwiesen sich diese Übungen als wirksame, waffenlose Verteidigungstechnik gegenüber Räuberbanden. Daraus erwuchs der Ruf des Shaolin-Klosters als Lehrstätte der berühmten Shaolin-Kampfkunst, die bis heute als größte und bekannteste Kampfkunst Chinas gilt.

Von Bodhidharma ist bekannt, dass er in einer kleinen Höhle oberhalb des Shaolin-Klosters neun Jahre vor einer Wand sitzend meditiert hat. Dort sind die durch die Sonne in Stein gebrannten Umrisse seines Körpers zu besichtigen. (Bilder – Gettyimages)



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