Bootsflüchtlinge sitzen dicht gedrängt auf einem Holzboot im Mittelmeer.Foto: Santi Palacios/dpa

Die Fährte des Nizza-Killers: Terrorist kam als Bootsmigrant übers Mittelmeer – Italien verpasste Abschiebung

Epoch Times30. Oktober 2020 Aktualisiert: 30. Oktober 2020 15:18
Tunesien - Lampedusa - Bari - Paris - Nizza: Brahim Aoussaoui, der Attentäter von Notre Dame war nur wenige Wochen in Europa, als er mit einem Messer drei Menschen ermordete und sechs weitere schwer verletzte.

Nach dem terroristischen Attentat in einer katholischen Kirche in Nizza am Donnerstagvormittag, 29. Oktober, gab der französische Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard am Abend in einer Pressekonferenz weitere Details zu dem Täter bekannt.

Ein Terrorist unter den Bootsmigranten

Der 1999 geborene Tunesier Brahim Aoussaoui lebte in der Stadt Bouhajla, bevor er nach Angaben des italienischen Innenministeriums am 20. September als illegaler Bootsmigrant auf der Mittelmeerinsel Lampedusa ankam. Die italienischen Behörden brachten ihn zunächst für eine 14-tägige Corona-Quarantäne auf ein Schiff.

Anschließend wurde er Anfang Oktober nach Bari, der Hauptstadt Apuliens, gebracht und dort im Identifikationszentrum registriert und fotografiert.

Laut der italienischen „Corriere della Sera“ habe der Präfekt von Bari ein Ablehnungsdekret gegen den illegalen Migranten erlassen und ihn angewiesen, das Land innerhalb von sieben Tagen zu verlassen. Da der Tunesier jedoch nicht in ein Abschiebezentrum kam, konnte er untertauchen.

Am 9. Oktober erreichte er Paris. Einen Asylantrag stellte er in Frankreich jedoch nicht. Nach Nizza reiste er erst am Tattag – die Ankunftszeit: 6.30 Uhr am Bahnhof Nizza. Nachdem er sich dort umgezogen hatte, machte er sich auf den Weg zur Basilika, wo er laut Aufnahmen der Überwachungskamera um 8.30 Uhr ankam. Der Tunesier blieb eine halbe Stunde in der Kirche, bevor er gegen 9 Uhr das Attentat in der Basilika Notre Dame verübte. (sm)

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