Mario Draghi.Foto: ALBERTO PIZZOLI/AFP via Getty Images

Draghi macht Ungeimpfte für die „meisten Probleme“ in Italien verantwortlich

Epoch Times11. Januar 2022 Aktualisiert: 11. Januar 2022 10:59

Italiens Regierungschef Mario Draghi hat den Druck auf Ungeimpfte in seinem Land deutlich erhöht. „Die meisten Probleme, die wir heute haben, sind darauf zurückzuführen, dass es ungeimpfte Menschen gibt“, sagte der Ministerpräsident am Montag vor Journalisten. Bürger ohne eine Corona-Impfung würden „viel eher schwere Formen der Krankheit entwickeln“ und „die Krankenhäuser unter Druck setzen“, betonte er, während landesweit verschärfte Maßnahmen für Ungeimpfte in Kraft traten.

Laut den am Montag in Kraft getretenen Maßnahmen haben in Restaurants, Hotels und öffentlichen Verkehrsmitteln nur noch Menschen Zutritt, die gegen Covid-19 geimpft oder von der Krankheit genesen sind. Die 2G-Regel gilt im gesamten Nah- und Fernverkehr – auch in Zügen, Fähren und auf Inlandsflügen. In Theatern, Kinos, Sportstadien und öffentlichen Verkehrsmitteln ist zudem das Tragen von FFP2-Masken verpflichtend.

Eine vorübergehende Ausnahme gewährte die Regierung für die Bewohner von Inseln, die auf Boote oder Flugzeuge angewiesen sind, um zum Festland zu gelangen. Bis zum 10. Februar dürfen ungeimpfte Inselbewohner weiterhin reisen – sie müssen dazu jedoch einen negativen Corona-Test vorlegen.

Die italienischen Gesundheitsbehörden verzeichneten am Montag mehr als 100.000 positiv Getestete binnen 24 Stunden. Der sprunghafte Anstieg der Fälle lässt sich insbesondere auf eine Ausbreitung der Omikron-Variante zurückführen – die ansteckender ist, aber meistens mild verläuft.

Derweil begann am Montag der Schulunterricht nach den Winterferien. Medienberichten zufolge entschieden jedoch mehr als tausend Kommunen, die Schulen weiter geschlossen zu halten. Schulleiter und Ärzte forderten, die Rückkehr in die Klassen um mindestens zwei Wochen zu verschieben. Der Virologe Massimo Galli vom Sacco-Krankenhaus in Mailand erklärte, die Öffnung der Schulen sei „unvorsichtig und ungerechtfertigt“.

Italien war Anfang 2020 das erste schwer von der Corona-Pandemie betroffene Land in Europa und verzeichnete seitdem nach offiziellen Angaben fast 140.000 Tote in Zusammenhang mit dem Virus. Gut 86 Prozent der Italiener ab zwölf Jahren sind geimpft, von den Kindern zwischen fünf und elf Jahren sind mittlerweile 15 Prozent geimpft. In der vergangenen Woche trat eine Impfpflicht für über 50-Jährige in Kraft. (afp/oz)



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