Nun hat die „New York Post“ eine pikante Verbindung zwischen der Mormonen-Gemeinde und einem bizarren Sex-Kult offengelegt.Foto: istock

Drogenkartell-Opfer in Mexiko: Mormonen-Gemeinde hatte Verbindungen zum Sex-Kult NXIUM

Von 6. November 2019 Aktualisiert: 6. November 2019 18:55
Mindestens neun Frauen und Kinder starben am Montag, als mutmaßliche Drogengangster einen Konvoi im nordmexikanischen Sonora mit Schusswaffen angriffen. Die Opfer kommen aus einer Mormonen-Gemeinde, die vor Jahren vom Kult NXIVM instrumentalisiert wurde.

Zwei Tage nach dem brutalen Überfall in der nordmexikanischen Stadt Sonora, bei dem mutmaßliche Angehörige eines Drogenkartells am Montag (4.11.) mindestens drei Frauen und sechs Kinder getötet hatten, beherrscht die Bluttat immer noch die Schlagzeilen dies- und jenseits der Grenze.

Die Getöteten, die von den Angreifern in der von Bandenkriminalität gezeichneten Gegend offenbar mit Mitgliedern eines rivalisierenden Kartels verwechselt wurden, gehörten einer Mormonen-Gemeinde an, die sich bereits im 19. Jahrhundert dort angesiedelt hatte, weil ihren Mitgliedern damals in den USA Strafverfahren wegen Polygamie drohten.

Propagandavideo unter Mitwirkung der Mormonen-Gemeinde

Nun hat die „New York Post“ eine pikante Verbindung zwischen der Mormonen-Gemeinde und einem bizarren Sex-Kult offengelegt, in den unter anderem prominente Hollywood-Größen und weitere Mitglieder der US-amerikanischen High Society involviert waren. Die Gemeinde in Sonora soll Ausgangspunkt von Rekrutierungsbemühungen für die nach Art eines Strukturvertriebes aufgebaute Sekte mit dem Namen NXIVM (ausgesprochen: „Nexium“) gewesen sein, deren Anführer Keith Raniere im Juni 2019 unter anderem des Menschenhandels schuldig gesprochen wurde.

Wie der Filmemacher Mark Vincente, den Raniere einst mit der Produktion eines Videos für die Sekte mit dem Titel „Öffne dein Herz“ beauftragt hatte, gegenüber der NYP erklärte, habe man in der Mormonen-Gemeinde jungen Frauen Angebote gemacht, in den USA als Krankenschwestern zu arbeiten – unter anderem in einer Wohnsiedlung auf einem Grundstück des Kultes. Auf diese Weise, so hieß es in dem Film, wolle man die jungen Frauen aus der Gegend wegbekommen, in der Drogenkriminalität und Gesetzlosigkeit herrschten. NXIVM verwendete das Video zum Zwecke der Rekrutierung.

Tatsächlich entpuppte sich die angebliche Selbsthilfegruppe zur Erstarkung junger Frauen als destruktive Vereinigung, in der sexueller, physischer und emotionaler Missbrauch an der Tagesordnung waren. Die Opfer sollten zudem ihr gesamtes Vermögen der Sekte überlassen und einige wurden sogar mit Brandzeichen gekennzeichnet. Ein Fünf-Tage-Kurs, den Neurekrutierte absolvieren mussten, kostete 5000 Dollar, weshalb sich viele Frauen verschuldeten und gezwungen waren, die Außenstände abzuarbeiten.

LeBaron: „Wir wurden getauscht“

Neben Raniere sollte auch fünf zum Teil prominenten Frauen wegen ihrer führenden Rolle in der Sekte der Prozess gemacht werden. Sie alle, darunter Seagram-Erbin Clare Bronfman und „Smallville“-Star Allison Mack, konnten allerdings durch Deals mit der Staatsanwaltschaft einem Prozess entgehen. Das Strafmaß für Raniere, dem lebenslange Haft droht, soll Anfang 2020 verkündet werden.

Bei einem der Opfer des Angriffs vom Montag handelte es sich NYP zufolge um eine Kusine von Julian LeBaron, der Mitglied des Leitungsgremiums der betroffenen Mormonen-Gemeinde in Mexiko ist. Er steuerte ein Interview zu dem Rekrutierungsfilm bei. In der mexikanischen Region sind die Mormonen und LeBaron hoch angesehen, weil sie mit ihrem Reichtum zahlreiche lokale Projekte unterstützen, der Korruption entgegenwirken und jungen Menschen Perspektiven abseits der Kriminalität eröffnen.

Diesen guten Ruf wollte offenbar NXIVM-Führer für seine Belange nutzen. LeBaron distanzierte sich nach Bekanntwerden der Umtriebe Keith Ranieres von ihm und dem Rekrutierungsvideo. Er erklärte, über den wahren Charakter der Organisation und den Zweck des Films getäuscht worden zu sein. 

Ein Bruder LeBarons wurde 2009 von einem lokalen Drogenkartell entführt. Obwohl die Familie sich beharrlich weigerte, ein Lösegeld zu bezahlen, wurde er später wieder freigelassen. Ein weiterer Bruder wurde jedoch durch Angehörige des Kartells erschossen.

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