Interessierte betrachten die Lava, die am 26. März 2021 aus dem ausbrechenden Vulkan Fagradalsfjall etwa 40 km westlich der isländischen Hauptstadt Reykjavik fließt.Foto: JEREMIE RICHARD / AFP über Getty Images

Ein 6000 Jahre ruhender Vulkan bei Reykjavik ausgebrochen – Himmel über Island feuerrot

Epoch Times21. März 2021 Aktualisiert: 6. April 2021 12:34
Es war der erste Vulkanausbruch in diesem Teil Islands - der Reykjanes-Halbinsel mit der Stadt Reykjavik - seit neun Jahrhunderten. Und es ist das erste Mal seit etwa 6.000 Jahren, dass dieser spezielle Vulkan ausgebrochen ist.

Beim ersten Ausbruch seit neun Jahrhunderten in diesem Teil Islands hat seit 6000 Jahren ruhender Vulkan den Himmel in feuriges Rot getaucht. Der rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavik entfernte Fagradalsfjall spuckte infolge mehrerer Erdbeben Lavaströme aus.

Der Ausbruch ereignete sich in der Nacht zum Samstag; bereits im Verlauf des Tages schwächte sich der Lavastrom offenbar wieder ab. Der Zugang zu dem Gebiet war vorübergehend gesperrt worden, wurde inzwischen aber wieder freigegeben.

Die isländische Katastrophenschutzbehörde riet jedoch mehrstündigen Wanderungen über die nächstgelegene Straße ab. Solche Ausflüge sei nur für jene empfehlenswert, die es gewohnt seien, sich unter schwierigen Bedingungen im Freien zu bewegen, warnte die Behörde.

Der Lavastrom ergoss sich aus einem etwa 500 bis 700 Meter langen Bodenriss in Geldingadalur in der Nähe des Berges Fagradalsfjall, wie auf Video-Aufnahmen der Küstenwache zu sehen war.

Nachdem sich der Lavastrom am Samstag unter Regenschauern langsam abschwächte, stiegen blaue Gase und Dampfwolken über dem Vulkan Fagradalsfjall rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavik auf. Am Sonntag schien er langsam wieder zur Ruhe zu kommen.

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Straße von Reykjavik zum Flughafen war zeitweise gesperrt

Der Berg Fagradalsfjall liegt auf der Halbinsel Reykjanes nur 40 Kilometer von Reykjavik entfernt, unweit des internationalen Flughafens Keflavik und des kleinen Fischereihafens Grindavik. Die Straße von Reykjavik zum Flughafen war zeitweise gesperrt.

Filmaufnahmen zeigten dramatisch wirkende Aufnahmen von brodelnder Lava, die sich in das Geldingadalur-Tal ergoss. Da das Gebiet rund um den aktuellen Vulkanausbruch unbewohnt ist, drohte für die Bevölkerung nach Behördenangaben jedoch keine unmittelbare Gefahr.

Die Lava habe sich nur auf einem Gebiet von weniger als einem Quadratkilometer ausgebreitet, teilte der Wetterdienst IMO mit. Blaue Gase und rosafarbene Dämpfe stiegen am Samstag am Ort des Vulkanausbruchs auf. Ganz in der Nähe befindet sich ein beliebtes Ziel von Touristen, die geothermische Blaue Lagune.

Da das Gebiet rund um den Vulkanausbruch unbewohnt ist, drohte für die Bevölkerung laut Behörden und Experten keine unmittelbare Gefahr. Das Tal sei der „ideale“ Ort für eine Eruption, sagte der Geophysiker Magnus Tumi Gudmundsson von der Isländischen Universität vor Journalisten. Er verglich die Senke mit einer „Badewanne, in die die Lava langsam auslaufen kann“.

Polizei ordnete an, alle Fenster zu schließen und die Gebäude nicht zu verlassen

Der Berg Fagradalsfjall liegt auf der Halbinsel Reykjanes, unweit des internationalen Flughafens Keflavik und des kleinen Fischereihafens Grindavik. Der 54-jährige Hafenbeamte Sigurdur Kristmundsson sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Einheimischen freudig erregt über den Ausbruch seien. „Niemand ist in Gefahr“, sagte er und fügte hinzu: „Also glaube ich, dass die Leute aufgeregt sind und keine Angst haben.“

Das betroffene Vulkansystem Krýsuvík war nach Behördenangaben in den vergangenen 900 Jahren inaktiv. Die Region steht jedoch seit einigen Wochen unter verstärkter Beobachtung, nachdem am 24. Februar ein Erdbeben der Stärke 5,7 in der Nähe des Berges Keilir registriert worden war.

Insgesamt wurden mehr als 50.000 Erdbeben gemessen

In der Folge kam es zu einer ganzen Serie kleinerer Erschütterungen. Insgesamt wurden mehr als 50.000 Erdbeben gemessen, die höchste Zahl seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen 1991.

Island hat 32 aktive Vulkansysteme, im Schnitt ereignet sich alle fünf Jahre ein Ausbruch. Im April 2010 hatte die Eruption des kleineren Vulkans Eyjafjallajökull einen Monat lang den Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge wurden damals gestrichen, gut zehn Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest. (afp/er)



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