Erneut Proteste in Minneapolis wegen Todes von Schwarzem bei Polizeieinsatz

Epoch Times28. Mai 2020 Aktualisiert: 28. Mai 2020 15:58
In der US-Stadt Minneapolis haben am zweiten Abend in Folge Demonstranten ihrer Wut über den Tod eines Schwarzen nach einem brutalen Polizeieinsatz Luft gemacht. Der Mann war gestorben, nachdem ein Polizist minutenlang auf seinem Genick gekniet hatte.

Nach dem Tod eines Afroamerikaners infolge eines Polizeieinsatzes in der US-Großstadt Minneapolis haben den zweiten Abend in Folge Demonstranten ihrer Wut Luft gemacht. Sie versammelten sich am Mittwoch vor dem Polizeirevier, in dem die vier Beamten gearbeitet hatten, die wegen des brutalen Umgangs mit dem 46-jährigen George Floyd entlassen wurden. Am Rande der Proteste in Minneapolis wie auch in Los Angeles gab es gewaltsame Zusammenstöße.

In Minneapolis reihten sich Polizisten vor dem Revier auf, um das Gebäude gegen die Demonstranten abzuschirmen. Die Polizei in der Großstadt im Bundesstaat Minnesota setzte Tränengas ein und drängte die aufgebrachte Menschenmenge zurück. An dem Ort, an dem Floyd festgenommen worden war, sangen Demonstranten und legten Blumen nieder.

Brandstiftung und Plünderungen als vermeintliche Reaktion auf Polizeibrutalität

Am Rande der Demonstrationen wurde ein Geschäft für Autoteile in Brand gesetzt. Ein Kaufhaus sowie weitere Geschäfte wurden geplündert. In der Nähe der Proteste wurde nach Polizeiangaben auf einen Mann geschossen. Er sei später seinen Verletzungen erlegen. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Minnesotas Gouverneur Tim Walz rief dazu auf, die Umgebung der Polizeiwache zu verlassen. Die Lage dort sei „extrem gefährlich“, schrieb er im Onlinedienst Twitter.

Bereits am Vorabend hatten tausende Demonstranten in Minneapolis gegen exzessive Polizeigewalt protestiert. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein.

Proteste und Vandalismus in Los Angeles

Am Mittwochabend fand auch in der kalifornischen Metropole Los Angeles eine Kundgebung gegen Polizeigewalt gegen Schwarze statt. Die Demonstranten zogen durch die Innenstadt und blockierten zwischenzeitlich eine Stadtautobahn. Einige Demonstranten schlugen die Scheiben von zwei Polizeiwagen ein, mehrere kletterten auf die Motorhaube von einem der Fahrzeuge. Als dieses wegfuhr, erlitt einer der Vandalierer beim Hinabstürzen Verletzungen.

Ein Video belegt, dass beim Einsatz gegen Floyd ein Polizeibeamter minutenlang auf Floyds Genick kniete, als dieser stöhnte: „Ich kann nicht atmen.“ Schließlich blieb Floyd reglos am Boden liegen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er wenig später für tot erklärt wurde.

Der 46-jährige Restaurant-Mitarbeiter war wegen eines mutmaßlichen Delikts festgenommen worden: Er soll einen gefälschten 20-Dollar-Schein für einen Einkauf benutzt haben. Der örtliche Polizeichef Medaria Arradondo übergab nach eigenen Angaben die Ermittlungen zu dem Fall an die Bundespolizei FBI.

Reaktionen

Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, zeigte Unverständnis darüber, dass der verantwortliche Polizist nicht festgenommen wurde: „Warum ist der Mann, der George Floyd getötet hat, nicht im Gefängnis?“ fragte er. Die Schwester des Verstorbenen, Bridgett Floyd, forderte im Fernsehsender NBC, die vier entlassenen Beamten müssten wegen Mordes angeklagt werden – „denn genau das ist es, was sie getan haben“.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete Floyds Tod als „traurig und tragisch“. Auf seine Veranlassung hätten FBI und Justizministerium bereits eine Untersuchung eingeleitet, twitterte er und versprach „Gerechtigkeit“.

Der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden forderte eine eingehende Untersuchung des Vorfalls. Floyds Tod sei „eine tragische Erinnerung daran“, dass in den USA immer noch „ein tief verwurzelter Kreislauf der Ungerechtigkeit“ existiere.

Die demokratische Senatorin Kamala Harris warf dem Polizisten, der auf Floyds Hals gekniet hatte, „Folter“ vor. „Es war eine öffentliche Hinrichtung“, erklärte sie.

Fälle von tödlicher Polizeigewalt haben in den vergangenen Jahren in den USA immer wieder für Empörung sowie für mitunter von Gewalt überschattete Proteste gesorgt. (afp/rm)


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