Österreichs Polizisten arbeiten seit Wochen durch und öfter dienen ihre Büros als Notunterkünfte. (Szene vom 10. September 2015 nahe Nickelsdorf).Foto: JOE KLAMAR / AFP / Getty Images

Erste Dienstverweigerer: Österreichs Polizei kurz vorm Streik!

Epoch Times28. Oktober 2015 Aktualisiert: 28. Oktober 2015 19:17
Österreichs Polizeigewerkschaft erwägt, wegen der Migrationskrise in den Streik zu treten. Die ersten Beamten verweigerten bereits wegen Überlastung den Dienst.

Die österreichische Polizeigewerkschaft, die etwa 30.000 Polizeibeamte vertritt, kritisiert, dass die Regierung zu wenig unternehme, um die Lage in den Griff zu bekommen. Die Stimmung bei den Polizisten sei „am Siedepunkt“ angekommen. Die Polizeibeamten seien die Leidtragenden der Krise. Streik wird zur ernsthaften Option.

Mehrere Beamte, die das vierte Wochenende in Folge wegen des Massenansturms hätten durcharbeiten sollen, hatten den Dienst erstmals offen wegen Überlastung verweigert, so Die Presse. Ihre Büros und Räumlichkeiten als Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen wollen die Polizisten in Zukunft auch nicht mehr.

Nun lässt die Gewerkschaft mitteilen, sie behalte sich „weitreichende gewerkschaftliche Maßnahmen“ vor. Eine offene Streik-Drohung.

Drei Hauptforderungen an Regierung:

Die Polizei stellt drei Forderungen, die bei einer Krisensitzung am 5. November präsentiert werden sollen:

Sie verlangt erstens 1.000 zusätzliche Stellen bis 2018, denn das vorhandene Personal könne die Last der Überstunden nicht mehr tragen, die Grenze ihrer Belastbarkeit sei überschritten.

Zweitens wird darauf aufmerksam gemacht, dass es durch die Belastung und ständige Konfrontation mit menschlichem Leid mehr Krankenstände gebe. Betroffene würden bestraft, weil nach dem 30. Krankheitstag und erlittenen psychischen Schäden pauschalierte Zulagen für Polizisten eingestellt werden, so die Presse. Das muss anders werden, fordert die Gewerkschaft.

Drittens soll die Gesundheitsvorsorge dringend verbessert werden: Die Polizisten wollen Schutzimpfungen und mentale Betreuung durch einen psychologischen Hilfsdienst. (rf)

Siehe auch:

Hilferuf der bayerischen Polizei: „Wir saufen heute ab“

Bayern kann "für Leben der Flüchtlinge nicht mehr garantieren"



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