Es geht um technologische Souveränität
EU meldet Wiederaufnahme von Nexperia-Chipexporten aus China
Falls Chips ausschließlich für den zivilen Gebrauch bestimmt sind, will China wieder Nexperia-Chips für den Export zulassen. Das erklärte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic. VW meldet derweil erste Chip-Lieferungen.

Das Nexperia-Logo auf einem Smartphone in Brüssel am 3. November 2025: Nexperia ist ein Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in Nimwegen, Niederlande.
Foto: Nicolas Tucat/AFP via Getty Images
China hat nach EU-Angaben teilweise wieder den Export von Nexperia-Chips in die EU aufgenommen. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic begrüßte die „weitere Vereinfachung der Vorschriften zum Export von für die EU und globale Kunden bestimmte Nexperia-Chips“.
Exporteuren würden Ausnahmen von den Lizenzanforderungen gewährt, sofern erklärt werde, dass die Waren für zivile Zwecke bestimmt seien. „Diese Maßnahme tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft“, fügte Sefcovic im Onlinedienst X hinzu.
Friedrich Merz ist optimistisch
Sefcovic erklärte auch, die EU-Kommission werde in engem Austausch mit den chinesischen und niederländischen Behörden bleiben, um ein dauerhaftes, stabiles und berechenbares Rahmenwerk zu schaffen, das die vollständige Wiederherstellung der Halbleiterströme gewährleiste.
„Eine solche Stabilität und Berechenbarkeit sind entscheidend für die industrielle Basis Europas und stärken ihre globale Wettbewerbsfähigkeit.“
Vor den Ankündigungen von Sefcovic hatte sich Bundeskanzler Friedrich Merz optimistisch gezeigt. „Es scheint der Weg jetzt offen zu sein für eine Wiederaufnahme der Lieferung“, sagte er am Rande eines UN-Klimatreffens im brasilianischen Belém. Er habe zuvor erneut mit dem geschäftsführenden niederländischen Ministerpräsidenten Dick Schoof über das Thema gesprochen.
Es geht um technologische Souveränität
Peking hatte zuvor Nexperia-Produkte mit einem Exportverbot belegt. Die Automobilbranche warnte daraufhin vor drohenden Produktionsstopps und stellte Kurzarbeit in Aussicht.
Hintergrund ist: Am 30. September übernahm die niederländische Regierung die Kontrolle über den Chiphersteller Nexperia, fror dessen Vermögenswerte ein und setzte die chinesischen Führungskräfte ab. Es ist der wachsende Versuch des Westens, Halbleitertechnologien als strategische Vermögenswerte zu sichern und die technologische Souveränität Europas gegenüber China zu behaupten.
Nexperia wurde 2019 von der chinesischen Firma Wingtech Technology übernommen, die teilweise im Besitz der chinesischen Regierung ist – und in den USA auf der schwarzen Liste steht. Nexperia war früher eine Sparte des niederländischen Elektronikkonzerns Philips.
Peking fordert Entgegenkommen der Niederlande
Zuvor forderte China ein deutlicheres Entgegenkommen der Regierung in Den Haag. Die Niederlande hätten noch keine erkennbaren Maßnahmen unternommen, um die Verletzung der Rechte und Interessen chinesischer Firmen zu unterbinden und die Stabilität globaler Lieferketten wiederherzustellen, so das Handelsministerium in Peking.
Die Behörde reagierte laut Mitteilung auf einen Online-Beitrag des geschäftsführenden niederländischen Wirtschaftsministers Vincent Karremans vom 6. November. Auf X hatte er geschrieben, dass die Niederlande angesichts der Gespräche mit den chinesischen Behörden darauf vertrauten, dass die Lieferungen von Chips aus China nach Europa und in den Rest der Welt in den kommenden Tagen die Kunden von Nexperia erreichen würden.
VW meldet Chip-Lieferungen
Am 7. November hatten Volkswagen und der Automobil-Zulieferer Aumovio gemeldet, dass sie auf der Grundlage von Ausnahmegenehmigungen wieder mit Nexperia-Chips beliefert würden.
Nexperia ist ein wichtiger weltweiter Großlieferant von Halbleitern, die beispielsweise in elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugelektroniksystemen zum Einsatz kommen. Vor allem produziert das Unternehmen Standardchips, die in großen Stückzahlen in der Autoindustrie und in elektronischen Geräten verwendet werden.
Nexperia-Halbleiter werden auch in Europa produziert. Zur Weiterverarbeitung werden sie häufig nach China verschickt, bevor sie zu den europäischen Kunden reexportiert werden. (afp/dpa/red)
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