EU-Präsident Tusk spricht von „revolutionärer Stimmung“ in Europa

Epoch Times20. Juli 2015 Aktualisiert: 20. Juli 2015 12:30
Im Zusammenhang mit den heftigen Auseinandersetzungen in der Griechenland-Frage spricht der EU-Präsident Donald Tusk offen von einem Vorboten einer Revolution in Europa.

Das neue Griechenland Hilfspaket hat heftige Diskussionen im EU-Parlament ausgelöst. Der polnische EU-Ratspräsident Donald Tusk zeigte sich schockiert über die Debatten und die Uneinigkeit der Partein. 

Im Interview mit der Financial Times sagte er: "Es war das erste Mal, dass ich Radikale mit solchen Emotionen gesehen habe. Es war fast das halbe Europäische Parlament. Deshalb glaube ich, dass niemand ein politischer Gewinner in diesem Prozess ist, auch Deutschland nicht."

Dabei bezeichnet Tusk die linken und rechten Parteien als "radikal". Er sagte, dass ihre "extremen" Positionen zu einer politischen Ansteckung von Griechenland führen: "Es ist immer dasselbe Spiel, bevor es zu den größten Tragödien in unserer europäischen Geschichte gekommen ist, wenn eine solche taktische Allianz entsteht. Heute können wir ganz gewiss dasselbe politische Phänomen beobachten."

Es werde die Illusion erweckt, es gebe eine Alternative zum bestehenden Wirtschaftssystem, ohne Sparpolitik und Einschränkungen, so Tusk. Schuld an der Krise in Griechenland sei nach Ansicht des polnischen Politikers aber nicht die Einführung des Euro, sondern die griechische Politik.

Unterdessen warnte der Pole vor einer ideologischen Spaltung Europas. Wie 1968 gebe es eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen, die schnell in eine revolutionäre Stimmung umschlagen könne, sagte er im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung. 

"Ich spüre eine, vielleicht noch nicht direkt revolutionäre Stimmung, aber eine starke Ungeduld. Wenn aber Ungeduld von der individuellen Erfahrung zu einem sozialen Phänomen wird, dann ist das die Einleitung von Revolutionen." (so) 

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