Zehntausende haben in den USA friedlich gegen Rassismus demonstriert.Foto: Liu Jie/XinHua/dpa/dpa

Ex-Club-Mitarbeiter: Derek Chauvin und George Floyd „kannten sich ziemlich gut und gerieten aneinander“

Von 11. Juni 2020 Aktualisiert: 12. Juni 2020 11:01
Der Ex-Polizist Derek Chauvin und der von ihm getötete Afroamerikaner George Floyd kannten sich - und zwar gut. Das sagte ein ehemaliger Angestellter eines Clubs in dem Chauvin und Floyd als Security gearbeitet haben.

Wie sich herausstellte, gab es zwischen George Floyd und Derek Chauvin schon vor dessen Tod „Spannungen“. Floyd und Chauvin arbeiteten in der Sicherheitsbranche und zwar beide als Security in demselben Club. Dies berichtete Maya Santamaria, die ehemalige Besitzerin des Rodeo-Club El Nuevo in Minneapolis, gegenüber dem Sender „KSTP“.

„Chauvin war fast während der gesamten 17 Jahre, in denen wir geöffnet hatten, sozusagen unsere Polizei“, sagte Santamaria. „Sie [Chauvin und Floyd] arbeiteten zur gleichen Zeit. Es ist nur so, dass Chauvin draußen arbeitete und die Sicherheitsleute drinnen waren. Es ist möglich, dass sich beide kannten.“

Wie nun bekannt wurde, kannten sich die beiden offenbar ziemlich gut.

Es gab Spannungen zwischen Floyd und Chauvin

David Pinney, ein ehemaliger Mitarbeiter des Clubs, sagte gegenüber CBS, dass die beiden während der Arbeit öfter in Streit gerieten. Es habe „Spannungen zwischen den beiden“ gegeben. Dies habe viel damit zu tun gehabt, „dass Derek innerhalb des Clubs mit einigen Kunden recht aggressiv umging. Das war ein Problem“.

„Sie gerieten aneinander“, sagte Pinney und fügte hinzu: Es gebe keinen Zweifel daran, dass die beiden Männer sich kannten. Auf die Frage, wie gut sie sich kannten, antwortete Pinney: „Ich würde sagen, ziemlich gut“.

Nach Pinneys Interview mit CBS, gab Benjamin Crump, der Anwalt der Floyd-Familie, eine Erklärung ab. Er sagte, dass die Bemerkungen des ehemaligen Club-Mitarbeiters darauf hindeuteten, dass Floyd und Chauvin „Probleme hatten“.

„Es kann nachgewiesen werden, dass er [Chauvin] seine Macht missbraucht hat und die Situation ausnutzte um George zu ermorden. Er wusste ja genau wer er war“, so Crump.

Wenn Chauvin Floyd in böswilliger Absicht ins Visier genommen habe, dann sollte die Anklage gegen ihn auf Mord ersten Grades erhöht werden, argumentierte der Anwalt. Der 44-Jährige wurde am 26. Mai, einen Tag nach Floyds Tod, aus dem Polizeidienst entlassen. Er ist wegen Totschlags dritten Grades angeklagt.

Eine Million Dollar Kaution

Der inhaftierte Chauvin erschien am Montag (8.6.) vor Gericht und wurde erstmals per Video in einen Gerichtssaal in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota zugeschaltet.

Richterin Jeannice Reding setzte die Kaution auf eine Million US-Dollar (rund 885.000 Euro) fest und nannte zudem eine Reihe weiterer Bedingungen für eine vorläufige Haftentlassung Chauvins. Der entlassene Polizist darf bei einer Freilassung den Bundesstaat Minnesota nicht verlassen, darf keinen Kontakt zur Familie Floyd aufnehmen und muss Schusswaffen aus seinem Besitz abgeben.

Die drei anderen Männer, die an Floyds Verhaftung beteiligt waren, erschienen vergangene Woche vor Gericht. Sie wurden am selben Tag wie Chauvin aus der Polizei von Minneapolis entlassen.

Einer von ihnen ist bereits auf Kaution aus dem Gefängnis gekommen. Wie aus der Gefängnisdatenbank des Bezirks Hennepin hervorgeht, wurde der 37-Jährige am Mittwoch (Ortszeit) bis zu einem möglichen Urteil aus der Haft entlassen. Auch für diesen Beamten war zuvor eine Kaution von einer Million US-Dollar für eine auflagenfreie Freilassung oder 750.000 US-Dollar (knapp 660.000 Euro) gegen Bedingungen festgesetzt worden.

Der nächste Gerichtstermin wurde auf den 29. Juni festgesetzt.

Mindestens 17 Tote

George Floyd war vor zweieinhalb Wochen bei einem Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis getötet worden. Die Polizisten, die in die Tat verwickelt waren, wurden festgenommen. Der Hauptverdächtige Derek Chauvin wurde wegen Totschlags angeklagt.

Der Tod des 46-Jährigen, der am Dienstag in Houston bestattet wurde, führte zu landesweiten teils extrem gewalttätigen Protesten. In den USA wurden mindestens 17 Menschen getötet. Gebäude wurden niedergebrannt – es wurde geplündert.

Der Tod des Afroamerikaners hat zudem zu Forderungen nach tiefgreifenden Polizeireformen geführt. Polizeidienststellen soll das Budget gekürzt, teils sollen sie sogar aufgelöst werden. Die Vorhaben wurden von mehreren Seiten heftig kritisiert.

(Mit Textteilen von afp und Epoch Times USA)



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