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COP30-Protest

Farbaktion in Venedig: Thunberg und Aktivisten mit Einreisesperre belegt

Nach mehreren Einfärbeaktionen in italienischen Städten verhängte die Regionalregierung von Venedig gegen Greta Thunberg und weitere Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion eine kurzfristige Einreisesperre sowie Geldstrafen. Die Aktionen sollten auf die aus Sicht der Aktivisten unzureichenden Ergebnisse des Weltklimagipfels COP30 aufmerksam machen.

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Greta Thunberg.

Foto: Hasan Mrad/ZUMA Press Wire/dpa

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Lesedauer: 3 Min.


In Kürze:

  • Einreisesperre und Geldstrafe für Greta Thunberg nach Farbstoffaktionen in Venedig
  • Aktionen von Extinction Rebellion färben italienische Gewässer grün.
  • Kritik der Regionalregierung: „Respektloser Akt“ mit potenziellen Umweltfolgen
  • Unzufriedenheit der Aktivisten über Ergebnisse des Klimagipfels COP30

 
Die Regionalregierung von Venedig verhängte gegen die Klimaaktivistin Greta Thunberg eine 48-stündige Einreisesperre in die Region sowie eine Geldbuße von 150 Euro. Dieselbe Sanktion traf 35 weitere Personen, die der Gruppe Extinction Rebellion angehören – einer Aktivistengruppe, die als radikaler als die ursprünglich gegründete Bewegung Fridays for Future gilt.

Letzter Tag der COP30 als Anlass für Aktion

Am Samstag, 22. November, hatten die Klimaaktivisten Berichten zufolge in mehreren italienischen Städten grünen Farbstoff in Gewässer gekippt. Dieser soll nicht umweltschädlich sein, das Landschaftsbild jedoch erheblich beeinträchtigen. In Venedig war der Canale Grande von der Aktion betroffen.
Mit dem Auftritt wollten Thunberg und ihre Mitstreiter auf die „massiven Auswirkungen des Klimakollaps“ hinweisen. Die Aktion war bewusst auf den Abschluss des Weltklimagipfels COP30 in Brasilien abgestimmt. Dort wurden zwar mehrere Vereinbarungen getroffen, ein verbindlicher Plan zum Ausstieg aus fossilen Energien wurde jedoch nicht beschlossen.
Während des Gipfels zeichnete sich zudem eine zunehmende Tendenz ab, den Fokus von der Verhinderung eines Temperaturanstiegs hin zu Anpassungsmaßnahmen an Klimaveränderungen zu verlagern. Für den Schutz besonders sensibler Regionen wie des Amazonas-Regenwaldes soll ein entsprechender Fonds eingerichtet werden.

Gouverneur: „Respektloser Akt gegenüber Venedig und seiner Geschichte“

Für Thunberg und Extinction Rebellion war das Ergebnis der COP30 unzureichend. Aus Protest entrollten die Aktivisten von der Rialto-Brücke ein Transparent mit der Aufschrift „Stoppt den Ökozid“, hielten einen Flashmob ab und zogen in roter Kleidung sowie mit vermummten Gesichtern langsam durch die Touristenmassen.
Luca Zaia, der Gouverneur der Region Venedig, kritisierte die Aktion. Er bezeichnete sie als „respektlosen Akt gegenüber unserer Stadt, ihrer Geschichte und ihrer Verwundbarkeit“ und warnte zudem vor potenziellen Umweltfolgen.
Berichten zufolge färbten die Aktivisten auch weitere Gewässer in Italien ein: die Flüsse Po in Turin und Reno bei Bologna, das Meer vor Triest sowie das historische Hafenbecken in Palermo. In Padua und Genua betraf die Aktion öffentliche Brunnen. Auch in Tarent soll es eine Einfärbung gegeben haben.

Aktivisten kritisieren Italiens Klimapolitik

Laut einem Bericht der österreichischen „Kronen Zeitung“ hatte Greta Thunberg bei der Aktion keine Ausweispapiere bei sich, konnte ihre Identität jedoch mündlich bestätigen.
Die Aktivistengruppe richtete ihre Proteste in Italien insbesondere gegen die Regierung von Giorgia Meloni, da diese während der COP30 als zurückhaltend gegenüber ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen wahrgenommen wurde.
Tagungsleiter André Corrêa do Lago erklärte am Samstagmorgen gegenüber „Amazonia Vox“, dass zwar ein Abkommen erzielt worden sei, dieses jedoch aufgrund zahlreicher Vereinbarungen erst ausführlich erläutert werden müsse. Ein verbindlicher Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sei darin jedoch nicht enthalten.
Reinhard Werner schreibt für Epoch Times zu Wirtschaft, gesellschaftlichen Dynamiken und geopolitischen Fragen. Schwerpunkte liegen dabei auf internationalen Beziehungen, Migration und den ökonomischen Folgen politischer Entscheidungen.

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