Francois Hollande, Präsident von FrankreichFoto: Thierry Chesnot/Getty Images

Frankreich Präsidentenwahl: Wenig Vertrauen in Hollande – Sozialisten einstimmig für parteiinterne Vorwahl

Epoch Times20. Juni 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 19:36
Es ist wohl das erste Mal in der Geschichte Frankreichs, dass sich der Staatspräsident für eine zweite Amtszeit einer Vorwahl innerhalb seiner Partei stellen muss. Doch Francois Hollande (PS), wichtigster Europaverbündeter von Angela Merkel, gefällt den Sozialisten Frankreichs wohl nicht mehr so gut als Kandidat - nur noch Platz fünf für den Präsidenten.

Am Samstag tagte das Konvent der französischen Sozialisten. Dabei "wünsche" sich Generalsekretär Jean-Chistophe Cambadélis für die Präsidentenwahl im April 2017 zwar, dass sich der amtierende Francois Holland als Kandidat zur Verfügung stelle, allerdings empfahl der Parteikonvent "einstimmig" eine Vorwahl innerhalb der Partei anzusetzen, und zwar am 22. und am 29. Januar 2017.

Bisher hatte Hollande noch nicht offiziell verkündet, dass er sich für die Präsidentenwahl zur Verfügung stelle. Seine Umfragewerte seien stabil im Keller, schreiben die "Deutschen Wirtschafts Nachrichten". Am Freitag verzeichnete er bei einer Erhebung der TNS-Sofres lediglich einen Platz fünf bei den potenziellen Links-Wählern. Selbst unter den Anhängern der Sozialistischen Partei (PS) gilt Ministerpräsident Manuel Valls als der bessere Präsidentenanwärter.

Hollande wirkt unsicher: "Wenn ich die Vorwahl nicht gewinne, wie sollte ich auf einen Sieg bei der Präsidentschaftswahl hoffen?" Auch innerhalb der Partei ist eine Vorwahl umstritten. Die einen glauben, dass sich der Hollande danach mit gestärkter Legitimität in den Wahlkampf ziehen könne, die anderen sehen es als Eingeständnis für die schwache Position des sozialistischen Staatschefs.

Und die Republikaner spotten schon. Deren Nationalratsabgeordneter für Boulogne-Billancourt-Nord-Oues, Thierry Solère, meinte, dass die Sozialisten ihre Siegeschancen bei der Präsidentenwahl schon vorab begraben würden, wenn sie Hollande, als amtierenden Präsidenten, eine Vorwahl aufnötigen, so der Oppositionspolitiker im Fernsehsender BFMTV.

Doch da wäre auch noch der Premier von 1995 und Bürgermeister von Bordeaux, der Konservative Alain Juppè. Das 70-jährige französische Politi-Urgestein hatte angekündigt, sich für die Präsidentenwahl zur Verfügung zu stellen – und er gilt derzeit als Favorit, vielleicht sogar als Hoffnungsträger der Nation, wie die "Zeit" schreibt.

Der Vertreter des Gaullismus, der gemäßigt rechten Strömung in Frankreich (Gründer: Charles de Gaulle), gehört zum Parteienbündnis Les Républicains, wie auch der weniger beliebte Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Auch zur weiter rechts stehenden Marine Le Pen gibt es gewisse Abstände, die ihn für so manchen akzeptabler erscheinen lassen. (sm)

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