Gefährliche Fluchthilfe: Deutscher Frau drohen 10 Jahre Haft für Flüchtlingstransport

Epoch Times1. Februar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 21:39
Die 48-jährige Frau aus Cölbe/Hessen hatte in Griechenland in ihrem Transporter eine syrische Flüchtlingsfamilie mitgenommen, lediglich innerhalb des Landes, wie sie aussagte. Bei einer Kontrolle der Polizei wurde sie verhaftet: Vorwurf der Schleuserei. Kurz vor Silvester wurde sie dann gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Ihr drohen jetzt bis zu 10 Jahre Haft. Der Prozess soll in wenigen Monaten stattfinden.

Die aktive Flüchtlingshelferin wollte kurz vor Weihnachten Spenden nach Griechenland bringen: Kleider, Schuhe und Medikamente für Migranten auf der Insel Lesbos.

Der Bürgermeister von Cölbe (7.200 Einwohner) stellte ihr dafür den Gemeindetransporter zur Verfügung. Als sie die Güter bei einer privaten Hilfsorganisation abgegeben hatte, bekam sie einen Anruf.

Eine syrische Familie bittet um Hilfe

Sie lernte die Familie aus Syrien im Rahmen ihrer Flüchtlingsarbeit kennen. Das Ehepaar und die vier Töchter hatten es über die Grenze nach Griechenland geschafft. An jenem Dezembertag meldeten sie sich telefonisch bei der Frau und baten sie um Hilfe.

Die Flüchtlingshelferin nahm sie mit dem Transporter mit, wollte sie zur nächsten Registrierungsstelle in Griechenland bringen. Zu diesem Zeitpunkt sei ihr noch nicht bewusst gewesen, dass sie etwas Illegales getan hatte. Bald darauf wurde sie von der Polizei kontrolliert und festgenommen.

Flüchtlingstransport verboten, auch kostenlos

"Ich habe dann gesagt: Ich habe hier sechs Syrer, die haben alle Ausweise und bräuchten eine Registrierung, damit sie dann über die Balkanroute weiterreisen können", erinnert sich die 48-Jährige. Sie war völlig überrascht, dass die Polizei sie anschließend mitnahm und dem Haftrichter übergab.

Die Behörden würden ihr Schlepperei vorwerfen, wie eine Anwältin mit Dolmetscher ihr erklärt habe. Dies kann sie entkräften. Allerdings ist schon der kostenlose Transport von Flüchtlingen in Griechenland verboten. Dafür drohen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren pro Person, wie die "Hessenschau" berichtet.

Gegen Kaution wurde die Deutsche kurz vor Silvester freigelassen. Der Prozess wird in wenigen Monaten stattfinden. Auch der Gemeindetransporter muss vorerst in Griechenland verbleiben, er wurde beschlagnahmt.

Wieder in Deutschland

"Das ist das Wichtigste, dass sie wieder da ist", so Bürgermeister Volker Carle. Der Rathauschef der Gemeinde sagte, dass sich die Frau sehr im Arbeitskreis für Flüchtlinge um die Integration kümmere. Für den Verbleib des Leasingfahrzeuges in Griechenland kassierte der Rathauschef jetzt reichlich Schelte im Netz.

Die Flüchtlingshelferin erzählte ihre Geschichte im Bekanntenkreis herum, um eventuelle Nachahmer vor den Folgen zu warnen. Neben der Gerichtsverhandlung kommen nun auf sie die Kosten des Rücktransportes des Fahrzeuges, sowie die Anwaltskosten zu.

Auch an die freiwilligen Helfer auf Lesbos richtete sie einen guten Rat: "Bitte nehmt keine Flüchtlinge im Auto mit, denn das wird sehr hart bestraft."

Das Auswärtige Amt warnt

Auch das Auswärtige Amt warnt auf seiner Internetseite vor der Mitnahme von Flüchtlingen. Dies werde in bestimmten Ländern unter dem Verdacht der Schleusung hart bestraft.

Selbst in Deutschland kann der Transport von Flüchtlingen ohne Aufenthaltserlaubnis unter Schleuserverdacht fallen. Hier sei aber der Nachweis des Grenzübertritts notwendig. Den müsse die Bundespolizei erbringen. Dann allerdings drohen bis zu fünf Jahren Haft.

Wer zum ersten Mal Flüchtlinge ohne Gegenleistung über die Grenze bringt, gilt als Helfer, macht sich also der Beihilfe zur illegalen Einreise schuldig. Dies wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft, meldete die "Welt". (sm)

https://youtube.com/watch?v=BPPc7_Iy56w

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN