Gemeinde Davos: WEF-Treffen hat Werbewert von 74,5 bis 79 Millionen Euro

Epoch Times21. Januar 2020 Aktualisiert: 21. Januar 2020 19:49
Von heute an treffen sich wieder Tausende Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Davos. Eine Belastung für den Alpenort, könnte man meinen. Der Gemeindepräsident sieht das ganz anders.

Trotz der großen Belastung durch Tausende Teilnehmer und Sicherheitskräfte will die Schweizer Gemeinde Davos das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in dem Alpenort nicht missen.

Eine Studie hat ergeben, dass der Werbewert der viertägigen Veranstaltung bei 80 bis 85 Millionen Schweizer Franken (74,5 bis 79 Millionen Euro) liegt. Das sagte Gemeindepräsident Tarzisius Caviezel der Deutschen Presse-Agentur.

„Das WEF-Jahrestreffen ist eine der wichtigsten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Veranstaltungen der Welt“, betonte Caviezel. Bilder von der Tagung würden in die ganze Welt gesendet. Außerdem werde Davos mit der Tagung als Plattform für Dialog bekannt, „wo sich zerstrittene Parteien an einen Tisch setzen können“, sagte Caviezel.

Während des Treffens gibt es für Einwohner und Touristen aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen zahlreiche Einschränkungen. Straßen sind für den Verkehr gesperrt, einige Bereiche nur mit Ausweisen zugänglich. Probleme beim Aufbau etwa der Absperrungen oder vorübergehender Bauten habe es anders als in den Vorjahren nicht gegeben, sagte der Gemeindepräsident. „Wir haben diese Wildwest-Mentalität und das Gefühl, man bewege sich hier in einem rechtsfreien Raum, korrigiert.“

Mit kostenlosen Shuttle-Zügen innerhalb des Ortes und Dutzenden Elektrofahrzeugen will Davos zudem die Umweltbelastung deutlich senken. Caviezel hofft, dass in diesem Jahr noch mehr Teilnehmer die Zugverbindung nutzen. Wie 2019 wurde auf Höhe des Kongresszentrums eine zusätzliche Haltestelle eingerichtet. Zwar sei es „abwegig“, dass vor allem ranghohe Teilnehmer auf den Zug ausweichen, sagte Caviezel. Ziel sei aber, etwa 2025 nur noch Elektrofahrzeuge im Einsatz zu haben.

Caviezel kritisierte, dass einige Restaurants und Hotels die Preise während der Tagung stark erhöhen. „90 Prozent aller Anbieter halten sich an vernünftige Preise.“ Aber die restlichen zehn Prozent seien Schuld daran, dass jedes Jahr im Vorfeld der Tagung die gleiche Debatte geführt werde. Die Gemeinde habe keine Handhabe dagegen, es gelte der freie Markt.

Der Gemeinderatspräsident betonte, er wünsche sich einen friedlichen Verlauf der 50. WEF-Jahrestagung. Die Gemeinde hat mehrere Demonstrationen während des Treffens genehmigt. „Das soll auch so sein, die freie Meinungsäußerung soll ihren Platz haben.“ (dpa)

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