Giftgaseinsatz in Aleppo – Syrische Kurden melden Chlorangriff von Dschihadisten

Epoch Times8. April 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 22:10
"Die Opfer, die ins Krankenhaus gebracht wurden, leiden an Krämpfen und Konvulsionen infolge von Vergiftungen durch Gase wie Chlor, die überall auf der Welt verboten sind", so der Rothalbmond-Arzt. Mehrere Zivilisten und kurdische YPG-Kämpfer sollen laut einem Sprecher der syrischen Kurden im Stadtviertel Scheich Maksud in Aleppo unter chemischen Beschuss gekommen sein. Einige Verletzte befinden sich in kritischem Zustand.

Der Angriff wurde von der radikal-islamischen Gruppe "Dschaisch al-Islam" bereits eingeräumt, wie "Sputniknews" schreibt. In einer Mitteilung der Gruppe wurde ein eigenmächtiger Einsatz der Waffen durch einen Brigadegeneral zugegeben. Der Mann sei bereits vor ein Militärgericht gestellt und verurteilt worden. Der Einsatz der chemischen Waffen widerspreche den Vorschriften der Gruppe.

Später erklärten auch Kämpfer der Hisbollah, dass sie bereits in der Nacht auf Montag im Südviertel von Aleppo von Terroristen mit Chemiewaffen angegriffen worden sein.

Die Volksbefreiungseinheiten der Kurden (YPG) warfen ihrerseits den Extremisten vor, unter türkischer Anleitung Kämpfer und Zivilisten mit C-Waffen angegriffen zu haben, so Sputnik.

Erst am Dienstag berichtete "Sputniknews" Giftgasangriffe auf den syrischen Luftstützpunkt in der Provinz Deir ez-Zor. Syrische Militärkreise meldeten: "Die IS-Kämpfer haben mit chemischen Stoffen gefüllte Geschosse auf den Militärflugplatz in Deir ez-Zor  abgefeuert. Das syrische Militär meldet, dass mehrere Soldaten durch das Gas erstickt sein sollen."

Anfang März soll die Terrorgruppe "Ahrar al-Scham" einen Giftangriff auf Aleppos Scheich-Maksud-Bezirk verübt haben. "Heute, am 8. März 2016, erfolgte um 13.00 Uhr ein Beschuss des Bezirks Scheich Maksud mit Waffen, die chemische Stoffe, vermutlich gelben Phosphor, enthalten", twitterte YPG-Sprecher Redur Xelil.

Giftwaffen-Report von SAMS

Wie die Syrisch-Amerikanische Medizingesellschaft (SAMS) in einem aktuellen Report veröffentlichte, sollen seit Beginn des Syrien-Konflikts 161 Angriffe mit chemischen Waffen geschehen sein. Dabei soll es fast 1.500 Tote und 14.500 verletzte gegeben haben. Weiterhin gebe es 133 bisher unbestätigte Angriffe.

Bei den bestätigten 161 Angriffen wurde 104 Mal Chlor eingesetzt worden. 53 Mal konnte das benutzte Gas noch nicht offiziell untersucht werden. Drei Mal wurde der Nervenkampfstoff Sarin und einmal das aus den beiden Weltkriegen bekannte Hautgift Senfgas (Lost, Gelbkreuz) eingesetzt.

Ghuta-Giftgasangriffe vom August 2013

Der größte Giftgaseinsatz fand am 21. August 2013 mit Sarin auf die Region Ghuta, östlich von Damaskus, statt. Hier starben 1.242 Menschen, berichtet "Sputniknews". Je nach Quelle variieren die Opferzahlen von 281 bis 1.729, wie Wikipedia angibt. Dabei soll eine UN-Untersuchung vor Ort hochkonzentrierte Sarin-Messungen ergeben haben. Umstritten ist die Herkunft der verursachenden Boden-Boden-Raketen.

Die USA fanden sogleich Beweise, die auf syrische Regierungstruppen hingewiesen haben sollen. Die Existenz solcher Beweise wurde vom russischen Präsidenten Putin allerdings bestritten. Er forderte die USA auf, diese Beweise der UN vorzulegen. Eigene Untersuchungen Russlands machten Rebellen für den Zwischenfall verantwortlich.

Putin wies auch darauf hin, dass es unlogisch sei, dass die syrische Regierung chemische Waffen einsetzt, während sich UN-Ermittler im Land aufhielten. Russlands Außenminister Lawrow gab am 26. September an, dass der Kampfstoff "selbstgemacht" gewesen sei.

Auch der renommierte amerikanische Investigativ-Journalist Hersh bezweifelte die offizielle US-Meldung. Er habe mit mehreren Geheimdienstlern gesprochen. Dabei kam heraus, dass der US-Militär-Geheimdienst DIA im Juni in einem streng geheimen Papier darauf hingewiesen habe, dass es innerhalb der Al-Nusra Front eine Gruppe von Terroristen gebe, die für die Herstellung von Giftgas geschult worden seien. Sie würden auch von Agenten der Türkei und Saudi-Arabiens dabei unterstützt.

Türkei in Giftgasangriffe involviert?

Dies These wurde auch von türkischen Oppositionsabgeordneten der 1923 von Atatürk gegründeten ältesten türkischen Partei CHP getragen, die den türkischen Geheimdienst und Dschihadisten-Milizen verantwortlich machten. Sie stützten sich dabei auf Gerichtsakten der Staatsanwaltschaft von Adana.

Am 10. Dezember 2015 erklärte der türkische Abgeordnete Eren Erdem (CHP) während einer Parlamentssitzung, dass er Beiweismaterial habe, dass die türkische Regierung in den Schmuggel von Saringas und Saringas-Komponenten zu Terroristengruppen nach Syrien involviert sei.

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, Personen wurden verhaftet. Nach einer Woche wurde der Fall einem anderen Staatsanwalt übergeben, die Personen wurden wieder freigelassen. Sie flohen nach Syrien. Die Staatsanwaltschaft in Ankara leitete ein Verfahren wegen "Hochverrats" gegen Eren Erdem ein, veröffentlichte "Wikipedia". (sm)

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