Berg-Karabach: Erneut zahlreiche nächtliche Raketenangriffe auf Hauptstadt.Foto: ARIS MESSINIS/AFP via Getty Images

Historische Kathedrale in Berg-Karabach durch Beschuss beschädigt

Epoch Times8. Oktober 2020 Aktualisiert: 8. Oktober 2020 16:55

Bei dem Bombardement von Berg-Karabach ist nach armenischen Angaben eine historische Kathedrale getroffen worden. Wie die Regierung in Eriwan am Donnerstag (8. Oktober) mitteilte, wurde die Kathedrale Christi des Heiligen Retters in der Stadt Schuscha durch den Beschuss der aserbaidschanischen Streitkräfte beschädigt. Die Regierung veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite Fotos von den Schäden an der symbolträchtigen Kirche, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Armenien erbaut worden war.

Die Gefechte zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach waren am 27. September wieder aufgeflammt. Beide Seite machen sich gegenseitig für Angriffe auf zivile Einrichtungen und die Zivilbevölkerung verantwortlich.

Erneut zahlreiche nächtliche Raketenangriffe auf Hauptstadt

Die Hauptstadt der selbsternannten Republik Berg-Karabach ist in der Nacht zum Donnerstag erneut Ziel zahlreicher Raketenangriffe gewesen. Die ganze Nacht über ertönten in Stepanakert in regelmäßigen Abständen Alarmsirenen, gefolgt von jeweils drei bis vier Explosionen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Wie in der Nacht zuvor schlugen die Salven fast stündlich ein. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden waren zunächst unklar. Welche Waffentypen von den aserbaidschanischen Truppen eingesetzt werden, ist nicht eindeutig zu sagen.

Nach Angaben örtlicher Behörden werden Wohngebiete mit 300-Millimeter-Raketen vom Typ Smertsch angegriffen, einem Nachfolgemodell der Katjuscha-Mehrfachraketenwerfer.

Nicht explodierte Exemplare dieses Typs sind in der Stadt zu finden. Wohngebäude wurden durch die Angriffe komplett zerstört, die Krater sind teilweise zehn Meter groß. Vor allem tagsüber überfliegen regelmäßig Drohnen die Stadt, teilweise gefolgt von gezielten Angriffen.

Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium warf am Donnerstagmorgen den armenischen Kämpfern vor, in der Nacht und am Morgen von Zivilisten „bewohnte Gebiete angegriffen“ zu haben. Betroffen gewesen seien Gebiete in Bardinsk, Agdschabedin, Goranboy, Terter und Agdam. Es gebe Tote und Verletzte, erklärte das Ministerium.

Die ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan liefern sich bereits seit Jahrzehnten einen erbitterten Konflikt um die Region im Südkaukasus, die mehrheitlich von Armeniern bewohnt wird. Vor eineinhalb Wochen waren die Kämpfe neu entbrannt. Die selbsternannte Republik Berg-Karabach wird international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. (afp)

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