Die drei jungen Männer sollen im Iran hingerichtet werden. Sie hatten sich an Protesten gegen erhöhte Benzinpreise beteiligt.Foto: Twitter

Iran: Weltweite Protestwelle gegen Todesstrafe für drei junge Männer

Epoch Times15. Juli 2020 Aktualisiert: 15. Juli 2020 16:54
2019 gab es im Iran heftige Proteste wegen der Anhebung des Benzinpreises um fast 300 Prozent. Heute wurde ein Todesurteil gegen drei junge Männer ausgesprochen, die während der Proteste inhaftiert worden waren. Unter der Bevölkerung im Land regt sich heftiger Widerstand.

Im Iran sind drei Teilnehmer an den im November 2019 begonnenen und teilweise gewaltsamen Protesten zum Tode verurteilt worden. Die Urteile wurden nach eingelegter Berufung am Dienstag vom Obersten Gericht bestätigt, wie die Justizbehörden in Teheran mitteilten.

Erst am gestrigen Dienstag sind wegen eines Bombenanschlags im Jahr 2010 im Iran zwei Menschen hingerichtet worden. Sie seien als Haupttäter des Attentats in der Stadt Mahabad zum Tode verurteilt worden, hieß es vonseiten der Justizbehörde.

Die Serie von Todesurteilen, die derzeit im Iran nicht abzureißen droht, hat die Iraner zu einer landesweiten Protestwelle in den sozialen Medien veranlasst. Vor allem das Todesurteil gegen die drei jungen Männer, die an Demonstrationen gegen die hohen Benzinpreise im vergangenen Jahr teilgenommen hatten, sorgten für großen Unmut. Unter dem Hashtag „No To Execution“ – Nein zur Hinrichtung – sprachen sich in den letzten 24 Stunden laut einem „Welt“-Bericht über zwei Millionen Iraner gegen die bevorstehende Hinrichtung aus.

 

Ein weiterer Twitter-User schreibt: Menschen des Iran! Wenn wir diese Unterdrückung heute nicht für immer stoppen, wird sich morgen alles wiederholen. Unsere Familien können die Nächsten sein.

Und in einem weiteren Tweet schreibt er: Eine Hinrichtung bedeutet nicht nur das Töten von Menschen. Vielmehr bedeutet es Repression und Verletzung des Gesetzes der Meinungsfreiheit!!!! Die Hinrichtung ist die Botschaft der Unterdrückung der Stimme einer Nation.

Eine Petition wurde ebenfalls geschaltet:

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Unter die Protestierenden haben sich auch prominente iranische Künstler gemischt, wie der zweifache Oscar-gekrönte Filmemacher Asghar Farhadi („The Salesman“). „Macht das traurige Leben der Iraner nicht noch bitterer … Nein zur Hinrichtung“, schrieb Farhadi auf seiner Instagram-Seite. In Deutschland verbreitete sich ein ähnlicher Hashtag.

Die drei Verurteilten wurden nach Behördenangaben während eines „bewaffneten Überfalls“ festgenommen. Auf ihren Handys seien Beweise gefunden worden, dass sie zuvor Banken, Busse und öffentliche Gebäude in Brand gesetzt hätten.

Das endgültige Urteil kann noch in einem „außerordentlichen Verfahren“ abgeändert werden.

Im Iran hatten sich Mitte November heftige Proteste ausgebreitet, nachdem die Behörden die Treibstoffpreise über Nacht mehr als verdoppelt hatten. Sie betrafen zunächst eine Handvoll Städte und breiteten sich dann auf städtische Gebiete in der gesamten Islamischen Republik aus.

In der Folge wurden Tanksäulen angezündet, Polizeistationen angegriffen und Geschäfte geplündert. Die Sicherheitskräfte griffen hart ein. Genaue Opferzahlen liegen nicht vor, Schätzungen reichen sie von 230 bis über 1000 Tote und tausende Verletzte.

Geständnis unter Folter erzwungen

Die politische Führung bezeichnete die Demonstranten als bezahlte Söldner der iranischen Erzfeinde USA, Israel und Saudi-Arabien. Sie wollten aus Sicht des Iran nicht gegen die höheren Benzinpreise protestieren, sondern mit Sabotageaktionen das iranische System schwächen oder gar stürzen.

Einer der drei Männer soll nach Angaben von „Welt“ die Tat auch im Staatsfernsehen gestanden haben. Nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International sind seine Aussagen jedoch unter Folter erzwungen worden.

Das iranische Justizministerium teilte am Dienstag zudem mit, den ehemaligen Mitarbeiter im Verteidigungsministerium Reza Asgari bereits vergangene Woche hingerichtet zu haben. Der Rentner hatte demnach nach seiner Pensionierung Informationen über das iranische Raketenprogramm an den US-Geheimdienst CIA verkauft.

Asgari arbeitete nach offiziellen Angaben bis zu seinem Ruhestand vor rund vier Jahren für die Luft- und Raumfahrtabteilung des iranischen Verteidigungsministeriums. (nmc)

(mit Textteilen von afp)

Eine Buchempfehlung vom Verlag der Epoch Times

Der Öffentlichkeit ist wenig über den Einfluss der KP Chinas auf den Iran bekannt. In der sogenannten „peripheren Strategie“ der Kommunistischen Partei werden Staaten, die die Partei als zentrale Schlüsselstaaten ansieht, etabliert. Der Iran ist einer davon. Schlüsselstaaten sind für China die, die über eine beträchtliche regionale Macht verfügen und die Peking mit seinen Kapazitäten und Ressourcen leiten kann. Weiterhin haben diese Staaten keine direkten Konflikte in Bezug auf strategische Interessen mit der KP China und keine engen gemeinsamen Interessen mit den Vereinigten Staaten.

Im Nahen Osten ist der Iran der Empfänger der größten chinesischen Investitionen. Peking unterhält seit den 1980er Jahren enge wirtschaftliche und militärische Beziehungen zum Iran.

1991 stellte die Internationale Atomenergiebehörde fest, dass die KP China Uran in den Iran exportiert hatte und dass China und der Iran 1990 ein geheimes Atomabkommen unterzeichneten. Als 2002 das iranische Urananreicherungsprojekt bekannt wurde, zogen sich westliche Ölgesellschaften aus dem Land zurück und gaben der KP China damit die Möglichkeit, die Situation zu nutzen und engere Beziehungen zum Iran aufzubauen.

Dank der Unterstützung der KP China konnte der Iran die ihm auferlegte internationale Isolation überstehen und ein breites Arsenal an kurz- bis mittelfristigen ballistischen Raketen sowie Schiffsabwehrraketen entwickeln. Die Chinesen versorgten sie auch mit Seeminen und angriffstauglichen Schnellbooten und halfen dem Iran, ein Projekt für verdeckte chemische Waffen zu realisieren. Diese Tatsachen werden in Kap. 18 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ dargelegt.

Hier weitere Informationen und Leseproben.

ISBN Band 1: 978-3-9810462-1-2, Band 2: 978-3-9810462-2-9, Band 3: 978-3-9810462-3-6, Drei Bände 1-3: 978-3-9810462-6-7. Einzeln kostet jeder Band 19,90 Euro (zzgl. 2,70 Euro Versandkosten), alle drei Bände gemeinsam sind im Moment noch zum Sonderpreis von 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands) zu erwerben. Das Buch hat insgesamt 1008 Seiten und über 1200 Stichworte im Indexverzeichnis.

Bestellmöglichkeiten: Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich in unserem neuen Online-Buch-Shop, bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Das Buch gibt es auch als E-Book und als Hörbuch

Das E-Book gibt es in den Formaten PDF, EPUB oder MOBI. Das Hörbuch bieten wir im MP3-Format zum Download an. Einzeln kostet jeder Band 17,90 Euro, alle drei Bände sind im Moment noch zum Sonderpreis von 43,00 Euro zu erwerben. E-Books und Hörbücher sind in unserem neuen Online-Buch-Shop oder direkt beim Verlag der Epoch Times bestellbar – Tel: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]