Nazimuddin Samad (28)Foto: Facebook

Islamismus-Kritiker (28) mit Macheten auf offener Straße ermordet

Epoch Times8. April 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 3:45
Ein Jura-Student aus Bangladesch wurde ermordet, berichtet die dortige Polizei am Donnerstag. Er hatte auf seiner Facebook-Seite den Islamismus offen kritisiert.
Nazimuddin Samad, 28, stand auf der Top-Liste von 84 atheistischen Bloggern, die eine Gruppe radikaler Islamisten an das Innenministerium von Bangladesch geleitet hatte, berichtet der "Guardian".
“Mindestens vier Angreifer hackten am Mittwochabend auf Nazimuddin Samads Kopf mit Macheten ein. Als er nieder fiel schoss einer von ihnen aus nächster Nähe mit einer Pistole auf ihn. Er starb sofort”, so der stellvertretende Beauftragte der Stadtpolizei in Dharka Syed Nurul Islam gegenüber AFP.

“Das war ein gezielter Mord. Aber noch hat sich keine Gruppe dafür verantwortlich erklärt”, sagte Islam. Die Polizei würde noch ermitteln, ob er wegen seiner Schriften ermordet wurde, fügt Islam hinzu. 

Die Angreifer sollen während des Angriffs Allahu Akbar (Gott ist der Größte) gerufen haben, als sie Samad auf einer belebten Straße nahe der Dhaka Jagannath Universität angegriffen hatten. Samad war dort als Jura-Student eingeschrieben, berichtet die Dhaka Tribune. Der Student war für seine Kritik der Staatsreligion in der Verfassung von Bangladesch bekannt.
Der Mord ist ein weiterer in einer Reihe von Attacken, bei denen gezielt Atheisten oder Islamismuskritiker in Bangladesch hingerichtet wurden. In Bangladesch ist der Islam Staatsreligion. 
Allein im Jahr 2015 starben auf diese Weise mindestens vier atheistische Blogger und ein Herausgeber in einer seit Langem andauernden Serie von gezielten Morden in dem mehrheitlich muslimischen Land.
Die Polizei hatte Mitglieder einer verbotenen Gruppierung, namens “Ansarullah Bangla Team” nach diesen Morden verhaftet, jedoch ist bislang niemand bestraft worden.

“Er war ein weltlicher Online-Aktivist und eine laute Stimme gegen soziale Ungerechtigkeit. Er war gegen islamistischen Fundamentalismus”, so Imran Sarker, der die größte Online-Gruppe von weltlichen Aktivisten in Bangladesch leitet und der Vorsitz von Bangladeschs Blogger Association ist.

Mustakur Rahman, ein 26-jähriger Studienkollege des Ermordeten sagte laut Guardian: “Also ich bin sehr, sehr schockiert. Aber in Bangladesch ist das heute ein allgmeines Problem. So viele Atheisten sind getötet worden."

Amnesty International äußerte, der Mord war eine Erinnerung daran, dass die Behörden in Bangladesch nicht in der Lage sind, die Menschen bei der Ausübung ihres Rechtes auf freie Meinungsäußerung zu beschützen. (dk)



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