Logo Epoch Times
„Schwarzer Tag“ für die Geschichte

Israel gedenkt Opfer von Hamas-Angriff vor zwei Jahren - Deutschland zeigt Anteilnahme

Zwei Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel werden in Berlin die Namen der rund 1.200 Opfer verlesen. Zugleich muss die Polizei gegen Gewaltverherrlichung vorgehen. Auch Israel gedenkt den Toten.

top-article-image

Vor zwei Jahren überfielen islamistische Terroristen Israel. (Archivbild)

Foto: Ilia yefimovich/dpa

0:00
thumbs-up
author-image
Artikel teilen

Lesedauer: 7 Min.

Israel gedenkt heute der Opfer des Hamas-Angriffs vor zwei Jahren, bei dem islamistische Kämpfer mehr als 1.200 Menschen getötet hatten. Am Ort des Nova-Musikfestivals, wo Hamas-Terroristen mehr als 370 Menschen getötet hatten, legten Angehörige am Morgen eine Schweigeminute ein.
Derweil sollten Gespräche über ein Ende des durch den Hamas-Überfall ausgelösten Gaza-Krieges fortgesetzt werden. US-Präsident Donald Trump, der zuletzt einen Friedensplan vorgestellt hatte, äußerte sich optimistisch über die Verhandlungen.

Schweigeminute am Ort des Nova-Musikfestivals

Am Dienstag um 06.29 Uhr (Ortszeit, 05.29 Uhr MESZ) – dem Beginn des brutalen Hamas-Angriffs vor zwei Jahren – legten Familienangehörige am Ort des Nova-Musikfestivals, der mittlerweile eine Gedenkstätte ist, eine Schweigeminute ein, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Auch im weiteren Verlauf des Tages soll in Israel der Opfer gedacht werden.
Am 7. Oktober 2023 wurden beim Hamas-Terrorangriff etwa 1.200 Menschen getötet, mehr als 400 auf dem Nova Music Festival. (Archivbild)

Am 7. Oktober 2023 wurden beim Hamas-Terrorangriff etwa 1.200 Menschen getötet, mehr als 400 auf dem Nova Music Festival.

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Kämpfer der radikalislamischen Hamas und mit ihr verbündeter Gruppierungen hatten am 7. Oktober 2023 einen massiven Überraschungsangriff auf Israel gestartet. Tausende Raketen wurden auf israelische Gemeinden abgefeuert, mehr als tausend Kämpfer stürmten in das Land und griffen fast 50 verschiedene Orte an, darunter das Nova-Musikfestival.
Nach israelischen Angaben wurden insgesamt mehr als 1.200 Menschen getötet, 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Es war der schwerste Angriff auf Israel seit seiner Staatsgründung.
Zwei Jahre später sind noch immer 47 Geiseln in der Gewalt der Hamas, darunter auch mehrere deutsche Staatsbürger. Mindestens 25 der Geiseln sollen nach Angaben des israelischen Militärs bereits tot sein.

Merz: „Neue Welle des Antisemitismus“

Im Ausland wurde ebenfalls an den Hamas-Überfall auf Israel erinnert. Der 7. Oktober 2023 sei als „schwarzer Tag in die Geschichtsbücher des jüdischen Volkes“ eingegangen, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Seitdem gebe es in Deutschland eine „neue Welle des Antisemitismus“.
Er rief zur Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft auf. „Gehen Sie heute, gehen sie morgen und übermorgen auf unsere jüdischen Bürgerinnen und Bürger zu, wo immer es Ihnen möglich ist. Gehen Sie auf die jüdischen Gemeinden zu“, sagte Merz in einer Videobotschaft.
„Zeigen wir alle, dass wir an ihrer Seite stehen. Und dass wir gemeinsam alles dafür tun werden, dass Jüdinnen und Juden hier in Deutschland ohne Angst leben können, dass sie mit Zuversicht leben können“, fuhr der Bundeskanzler fort.
Der britische Premierminister Keir Starmer erinnerte an den „Albtraum“, den viele seit dem 7. Oktober 2023 erlebt hätten. Der Tag sei der schlimmste Angriff auf das jüdische Volk seit dem Holocaust.
Vorgelesen wurden die Namen der Opfer des Terrorangriffs.

Vorgelesen wurden die Namen der Opfer des Terrorangriffs.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Anteilnahme in Deutschland

Auch in Berlin wurde an die Opfer erinnert worden. Am Brandenburger Tor wurden am frühen Morgen die Namen der rund 1.200 Todesopfer verlesen.
Zudem wurden am Vormittag rund 1.100 Stühle in Gedenken an die Opfer aufgestellt. Einige Stühle sollen dabei ganze Familien symbolisieren. Abends sollen die Worte „Bring them home now“ auf das Brandenburger Tor projiziert werden. Damit wird gefordert, die verbliebenen Geiseln freizulassen.
Deutschlandweit sollen Flaggen zum 7. Oktober auf halbmast wehen. An mehreren Orten wird an das Massaker erinnert. Am Berliner Bebelplatz etwa ist eine Mahnwache gegen Antisemitismus geplant, der Gedenktag wird in der Hauptstadt von rund 1.400 Polizisten begleitet.
In Leipzig trifft sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Juden. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) eröffnet in Berlin eine Ausstellung, die den Angriff auf das Nova-Musikfestival rekonstruiert.

Pro-palästinensische Demonstration gestoppt

Die Polizei begegne allen Veranstaltungen und Demonstrationen „mit der gebotenen Sensibilität und wird auf einen störungsfreien Ablauf achten“, sagte eine Sprecherin. Wenn nötig, werde man konsequent eingreifen. Eine pro-palästinensische Demonstration mit verbotenen Parolen wurde gestoppt. Die Polizei nahm am Vormittag 17 Menschen nach der Blockade einer Kreuzung an der Oberbaumbrücke in Friedrichshain fest.
Laut Polizei blockierten um kurz nach 8:00 Uhr 37 Menschen die Straße. Sie zündeten Pyrotechnik und hielten Transparente hoch. Auf einem der Banner stand nach einem Bericht der „B.Z.“: „Glory to the fighters“ (deutsch: „Ehre den Kämpfern“).
Im Internet gab es weitere Aufrufe für pro-palästinensische und antiisraelische Demonstrationen und Aktionen. Am Abend um 18:00 Uhr war eine Kundgebung zum Krieg in Gaza auf dem Alexanderplatz angekündigt mit dem Titel: „Stoppt den Völkermord“. Angemeldet sind 150 Teilnehmer.
Mit den Stühlen soll an die Opfer erinnert werden.

Mit den Stühlen soll an die Opfer erinnert werden.

Foto: Lilli Förter/dpa

Israel meldet Beschuss

Die israelische Armee hat unterdessen einen Angriff aus dem Gazastreifen gemeldet. Aus dem Norden des Palästinensergebiets sei ein Projektil abgefeuert worden, teilte die Armee am Dienstagmorgen mit.
In der an der Grenze zum Gazastreifen gelegenen Ortschaft Netiv Haasara sei Luftalarm ausgelöst worden. Es sei wahrscheinlich, dass das Projektil „in diesem Gebiet eingeschlagen ist“, erklärte die Armee. „Bislang wurden keine Opfer gemeldet.“

Friedensverhandlungen haben begonnen

Am Montag begannen Delegationen der Hamas und Israels in Ägypten indirekte Gespräche über ein Ende des Krieges. Die dem ägyptischen Geheimdienst nahestehende TV-Sendergruppe „Al-Kahera News“ berichtete später, dass die erste Runde von Gesprächen zwischen der Hamas und den Vermittlern in einer „positiven Atmosphäre“ zu Ende gegangen sei. Die Gespräche sollten am Dienstag in Scharm el-Scheich fortgesetzt werden.
Trump äußerte sich am Montag positiv über die Verhandlungen. „Ich denke, die Hamas hat Dingen zugestimmt, die sehr wichtig sind“, sagte er. „Wir werden einen Gaza-Deal haben, da bin ich mir ziemlich sicher.“
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte sich bei einem Besuch vor einer Woche in Washington hinter Trumps 20-Punkte-Plan gestellt, die Hamas stimmte dem Plan am Freitag in Teilen zu.
Der Plan sieht unter anderem die Freilassung aller von der Hamas festgehaltenen Geiseln, die Entwaffnung der Hamas und einen schrittweisen Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen vor. Dem Plan zufolge soll die Hamas künftig bei der Verwaltung des Gazastreifens keinerlei Rolle mehr spielen. Die radikalislamische Palästinenserorganisation besteht allerdings auf einem Mitspracherecht. (afp/dpa/dts/red)

Kommentare

Noch keine Kommentare – schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel.