Israelische Soldaten feuern am 16. Mai 2021 eine 155-mm-Haubitze mit Eigenantrieb in Richtung Gazastreifen von ihrer Position entlang der Grenze zur palästinensischen Enklave ab.Foto: JACK GUEZ / AFP über Getty Images

Israel beantwortet Hamas-Raketenangriffe mit Gegenschlägen im Gazastreifen

Epoch Times16. Mai 2021 Aktualisiert: 16. Mai 2021 17:56
Der Raketenbeschuss der radikalislamischen Hamas geht unvermindert weiter. Die israelische Armee antwortet ihrerseits mit Raketenangriffen vom Boden und aus der Luft aus. Ziel ist die radikalislamische Hamas und der "Islamische Dschihad".

Der Raketenbeschuss zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas setzt sich weiter fort.

Der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern ist in den vergangenen Tagen in einem Maße eskaliert wie seit Jahren nicht mehr. Das israelische Militär teilte am Sonntagmorgen mit, es habe allein in den vergangenen 24 Stunden über 90 Ziele im Gazastreifen angegriffen.

Am Sonntag bombardierte die israelische Armee das Haus des Chefs des politischen Flügels der Hamas im Gazastreifen, Jahia Sinwar. Ob Sinwar bei dem Angriff getötet wurde, war zunächst unklar. Die UNO, die USA und die EU riefen dringend zur Deeskalation auf.

Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht zum Samstag mehrere Ziele im Zentrum der Stadt Gaza an, wie die Armee mitteilte. Dabei sei ein „Einsatzbüro“ der Hamas nahe dem Zentrum von Gaza getroffen worden. Auch unterirdische Abschussanlagen wurden den Angaben zufolge bombardiert.

Die israelischen Angriffe konzentrieren sich auf die Hamas-Infrastruktur und auf Hamas-Funktionäre im Gazastreifen.

Israelische Armee konzentriert sich auf Mitglieder und Infrastruktur der Hamas und „Islamischer Dschihad“

Insgesamt starben seit Montag 181 Menschen, darunter 52 Kinder. Mehr als 1.200 Menschen wurden verletzt. Darunter sind mehrere Hamas-Funktionäre denen die Angriffe der israelischen Armee galt.

Am Freitag griff der Konflikt auch auf das Westjordanland über. Dort starben nach Angaben der palästinensischen Behörden elf Menschen.

Radikale Palästinenser schossen ihrerseits aus dem Küstenstreifen seit Montag rund 3.000 Raketen auf Israel ab, wie das israelische Militär am Sonntag meldete. Etwa 450 stürzten demnach auf dem Gebiet des Gazastreifens ab, rund 1.150 wurden vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen. Im Süden des Landes war Raketenalarm zu hören.

Wie viele Palästinenser durch die Hamas-Raketen, die im Gaza-Streifen niedergingen, verletzt oder getötet wurden ist unklar. Auch in Israel wurden Palästinenser-Gebiete von den Hamas getroffen. In Israel wurden seit Montag zehn Menschen durch Raketenbeschuss getötet und viele verletzt. Mehr als 560 Menschen in Israel erlitten Verletzungen.

Die israelischen Streitkräfte nehmen nach eigenen Angaben insbesondere die Infrastruktur der militanten Palästinenserorganisationen Hamas und „Islamischer Dschihad“ ins Visier. Unter anderem wurden demnach ein Tunnelsystem, Waffenfabriken und Lagerstätten der Hamas zerstört.

Bombenangriff auf von internationalen Medien genutztes Gebäude wurde angekündigt

Am Samstag hatte insbesondere die Zerstörung eines von internationalen Medien genutzten Gebäudes in Gaza durch israelische Raketen international für Empörung gesorgt.

Die israelische Armee begründete den Angriff damit, dass sich darin auch militärische Anlagen des Geheimdienstes der Hamas befunden hätten. Vor dem Angriff meldete sich der israelische Geheimdienst beim Eigentümer des Hauses. Ihm gegenüber gab man den bevorstehenden Bombenangriff bekannt und eine Stunde Zeit das Gebäude zu evakuieren.

Außerdem wird Israel weiter von Gewalt zwischen jüdischen und arabischen Israelis erschüttert. In der Nacht zum Samstag setzten junge Palästinenser in Schuafat in Ost-Jerusalem Barrikaden in Brand. Die israelische Polizei setzte Tränengas ein. Seit Wochenbeginn wurden wegen der Gewaltausbrüche innerhalb des Landes schon mehr als 750 Menschen festgenommen.

International wächst die Angst vor einem erneuten Krieg in Nahost

International wächst die Angst vor einem erneuten Krieg in Nahost. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) forderte einen Drei-Stufen-Plan zur Deeskalation des Konflikts. „Es braucht nun: 1. Einen Stopp des Raketenterrors, 2. Ein Ende der Gewalt und 3. Die Rückkehr zu Gesprächen zwischen Israelis und Palästinensern und über eine Zweistaatenlösung“, schrieb er am Sonntag auf Twitter.

Die EU-Außenminister wollen am Dienstag auf einer Krisensitzung über die Lage in Nahost beraten. Bei der Videokonferenz werde es darum gehen, wie „die EU am besten zu einem Ende der derzeitigen Gewalt beitragen“ könne, teilte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Sonntag mit.

Der UN-Sicherheitsrat befasst sich am Sonntagnachmittag zum dritten Mal binnen einer Woche mit dem Nahost-Konflikt. Bei den vorherigen Beratungen hatte es keine Einigung auf eine gemeinsame Erklärung gegeben. Dies lag Teilnehmern zufolge an den USA, die eine Verurteilung ihres Verbündeten Israel ablehnten. Die USA besteht auf das Recht der Selbstverteidigung.

Biden sprach mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas

US-Präsident Joe Biden zeigte sich nach dem israelischen Angriff auf das von Medien genutzte Gebäude nach Angaben des Weißen Hauses zwar besorgt über „die Sicherheit von Journalisten“. In einem Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Samstag betonte er jedoch erneut Israels Recht auf Selbstverteidigung.

Biden sprach am Samstag auch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und betonte, die Hamas müsse aufhören, Raketen auf israelisches Territorium abzufeuern. Abbas hat allerdings keinen direkten Einfluss auf die Hamas. Seine Fatah-Bewegung steht in Rivalität zur Hamas.

Die USA schickten wegen des eskalierenden Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern ihren Nahost-Gesandten Hady Amr nach Israel. Er werde Gespräche mit israelischen Regierungsvertretern und palästinensischen Verantwortungsträgern führen und für „nachhaltige Ruhe“ werben, sagte die Vize-Sprecherin des US-Außenministerium, Jalina Porter.

Palästinenser kritisieren arabische Staaten die Beziehungen zu Israel normalisierten

Die Palästinenserführung hat angesichts der Eskalation im Nahost-Konflikt Kritik an den arabischen Staaten geübt, die ihre Beziehungen zu Israel normalisiert haben.

Die Normalisierung der Beziehungen ohne Frieden und ohne ein Ende der israelischen Besatzung komme „der Unterstützung des Apartheid-Regimes und der Beteiligung an seinen Verbrechen gleich“, sagte der Außenminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Rijad al-Maliki, auf einer Krisensitzung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit in Riad am Sonntag.

Durch Vermittlung und Bemühungen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump hatten die Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, der Sudan und Marokko vergangenes Jahr mit Israel eine Normalisierung ihrer Beziehungen vereinbart.

Die Palästinenser hatten die Abkommen als „Verrat“ an der palästinensischen Sache verurteilt. Bis zum vergangenen Jahr waren Ägypten und Jordanien die einzigen arabischen Staaten, die Beziehungen zu Israel unterhielten.

Der saudiarabische Außenminister, Prinz Faisal bin Farhan, rief die internationale Gemeinschaft auf, sich dringend für ein Ende des israelischen Militäreinsatzes einzusetzen. Friedensgespräche mit dem Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung müssten wieder aufgenommen werden. „Jerusalem zu erhalten, ist unser aller Verantwortung“, unterstrich er. Saudi-Arabien hat seine Beziehungen zu Israel offiziell nicht normalisiert, unterhält aber geheime Verbindungen zu dem Land.

Iranische Al-Kuds-Brigaden sagen Palästinensern Unterstützung gegen Israel zu

Der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden hat den Palästinensern seine Unterstützung im Kampf gegen Israels „Verbrechen“ in Jerusalem und im Gazastreifen zugesichert.

Der Iran stehe „an der Seite der Nation von Palästina“ und verurteile Israel für sein Handeln „gegen alle internationalen Gesetze und Konventionen“, sagte Brigadegeneral Ismail Kaani dem Hamas-Führer Ismail Hanijeh in einem Telefonat, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Sonntag berichtete.

In einem weiteren Telefonat mit dem Chef des „Islamischen Dschihad“, Sijad al-Nachalah, sagte Kaani demnach, dass Teheran „das Recht der Palästinenser unterstützt, sich der Aggression und den Verbrechen des zionistischen Feindes entgegenzustellen“. Er lobte auch „die Entwicklung des palästinensischen Widerstands und seine Fähigkeiten, das Volk von Palästina zu verteidigen“.

Die Al-Kuds-Brigaden sind der für Auslandseinsätze zuständige Arm der iranischen Revolutionsgarden. Der Iran erkennt den Staat Israel nicht an. Die Unterstützung der Palästinenser ist seit der Revolution von 1979 eine wichtige Säule der iranischen Außenpolitik. (afp)



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