Italien: Küstenwache setzt zwei Rettungsschiffe deutscher Organisationen fest

Die italienische Küstenwache hat die im Mittelmeer eingesetzten Schiffe "Mare Go" und "Sea Eye 4" zweier deutscher Rettungsorganisationen festgesetzt.
Mit der «Sea-Eye 4» wurden bereits in der Vergangenheit Migranten gerettet. Hier legt das Schiff in Trapani an.
Mit der „Sea Eye 4“ wurden bereits in der Vergangenheit Migranten gerettet. Hier legt das Schiff in Trapani an.Foto: Alberto Lo Bianco/LaPresse/AP/dpa
Epoch Times3. Juni 2023

Die Behörde begründete die Maßnahmen am Freitag damit, dass die Besatzungen gegen seit wenigen Monaten geltende italienische Gesetze zu Rettungseinsätzen verstoßen hätten.

Die Küstenwache erklärte, die „Sea Eye 4“ sei festgehalten worden, weil sie zwei verschiedenen Booten geholfen habe, ehe sie den ihr zugewiesenen Hafen angesteuert habe. Damit habe sie gegen die Regel verstoßen, nur eine Rettungsaktion pro Einsatz auszuführen.

Die Besatzung der „Mare Go“ weigerte sich hingegen, den von den Behörden zugewiesenen Hafen Trapani im Westen Siziliens anzusteuern. Sie entschied sich stattdessen, an der kleinen italienischen Insel Lampedusa nahe der afrikanischen Küste anzulegen. Die Organisation begründete dies mit der um 32 Stunden längeren Fahrt nach Trapani.

Die in Regensburg ansässige Organisation Sea-Eye bestätigte die Festsetzung ihres Schiffs am Freitagabend. Sie sei darüber informiert worden, dass die „Sea Eye 4“ für 20 Tage in Ortona in der süditalienischen Region Abruzzen festgesetzt worden sei. Demnach habe die Küstenwache den Schritt damit begründet, dass das Schiff „nach der Rettung von 17 Menschen (…) 32 weitere Menschen (…) rettete und nicht so schnell wie möglich den Hafen von Ortona angefahren habe“.

Die italienische Regierung unter der Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte die Aktivitäten von Seenotrettern Anfang des Jahres eingeschränkt. Seither müssen Rettungsschiffe die Behörden informieren, sobald ein Boot gerettet wurde – und einen von den Behörden zugewiesenen Hafen ansteuern. Dieser liegt häufig weit vom Ort der Rettungsaktion entfernt, sodass die Rettungsschiffe keinen weiteren Booten helfen können und viel Zeit verlieren.

Die tunesische Küstenwache barg unterdessen nach AFP-Informationen nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes die Leiche eines kleinen Kindes. Der leblose Körper sei während einer Patrouille vor der Stadt Sfax entdeckt worden. Nach Angaben der Küstenwache handelte es sich um ein kleines Mädchen, das vermutlich aus Kamerun stamme. In den vergangenen zwei Tagen waren mehr als 200 kamerunische Flüchtlinge vor Sfax gerettet worden.(afp)



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