Proteste am Maidan, Kiew im Februar 2014Foto: GENYA SAVILOV/Getty Images

BBC-Enthüllung zur Maidan-Revolution: „Erste Schüsse kamen von Seiten der Opposition“

Epoch Times21. Februar 2015 Aktualisiert: 21. Februar 2015 13:02

 Tausende Ukrainer haben am Freitagabend in Kiew der Opfer blutiger Massenproteste vor einem Jahr gedacht. Damals waren bei Gewaltexzessen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten rund 100 Menschen ums Leben gekommen.

„Der Kampf für das Recht, in einem echten europäischen Land zu leben, begann auf dem Maidan und hält bis heute im Donbass an“, sagte Präsident Petro Poroschenko bei der zentralen Feier auf dem Unabhängigkeitsplatz in der Hauptstadt.

Bei den Gedenkfeiern zum Sieg der „Revolution der Würde“ erwartet Poroschenko an diesem Sonntag in Kiew auch Bundespräsident Joachim Gauck zu einer Solidaritätskundgebung für eine proeuropäische Ukraine. Mit anderen Staatschefs etwa aus Polen und dem Baltikum wolle er dort ein Zeichen der Solidarität mit der Demokratiebewegung setzen, teilte das Präsidialamt in Berlin mit.

An diesem Samstag jährt sich der Sturz des früheren ukrainischen Präsidenten Janukowitsch zum ersten Mal. Er floh damals über die Halbinsel Krim ins benachbarte Russland, nachdem ein Abkommen mit der Opposition zur Beilegung der politischen Krise gescheitert war. Eine Auslieferung lehnt Moskau bis heute ab. Prowestliche Kräfte machen Janukowitsch für das Blutvergießen auf dem Maidan verantwortlich.

BBC-Enthüllung: Die ersten Schüsse kamen von der Opposition

Wie der britische TV-Sender BBC berichtet, wurden die ersten Schüsse am Maidan in Kiew, nicht von den Sicherheitskräften abgefeuert. 

Nach den blutigen Protesten, begann ein BBC-Team in eigener Recherche die Vorkommnisse während des Staatsstreichs zu untersuchen. Dabei entdeckte das Team, dass die ersten Schüsse von der Opposition abgefeuert wurden. 

Die jetzige Kiewer Regierung beschuldigt jedoch den gestürzten Janukowitsch das Blutbad ausgelöst zu haben. 

Nach den neuen Erkenntnissen von BBC zufolge, schossen demnach nicht Janukowitschs Leute sondern die Demonstranten als erstes.

Schütze gibt an auf Polizisten geschossen zu haben

BBC interviewte den Schützen Sergej der im Februar 2014 auf Polizisten der Spezialeinheit "Berkut" geschossen hatte. 

Sergej gab an, dass er Ende Januar von einem ehemaligen Offizier aus der Protestbewegung für den Einsatz angeworben worden sei: "Ich war einen Monat lang mit anderen Demonstranten auf dem Maidan", erzählte Sergej. "Am 19. Februar wurde ich mit einem Mann zusammengeführt, der mir eine 12mm-Schrotflinte und ein Saiga-Jagdgewehr anbot. Ich entschied mich für Saiga und versteckte die Waffe im Gebäude der Post."

In den Morgenstunden des 20. Februars traf sich Sergej mit einem weiteren Schützen im Konservatorium südwestlich des Maidan-Platzes. "Wir haben rund 20 Minuten auf die Polizisten geschossen", sagte der Schütze zu BBC. "Unsere Schüsse zwangen sie zum Rückzug."

Die ukrainische Opposition hatte im Februar den Staatschef Viktor Janukowitsch gestürzt. Dem Umsturz waren gewaltsame Ausschreitungen auf dem Kiewer Hauptplatz Maidan vorausgegangen.

Angela Merkel versprach Untersuchungen einzuleiten 

Nach dem Sturz von Janukowitsch in 2014, versprach die Bundesregierung eine internationale Aufklärung der Todesschüsse während der Proteste in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. "Die Bundesregierung setzt sich –auch gemeinsam mit ihren Partnern in der Europäischen Union – für eine umfassende und transparente, unter Einbeziehung internationaler Institutionen erfolgende, Aufklärung aller Gewaltakte in Kiew ein", hieß es in einem Schreiben von Europa-Staatsministers im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD).

"Dies gilt auch für die Todesfälle in der Zeit vom 18. bis 20. Februar 2014."

Die angekündigten Untersuchungen fanden bislang nicht statt.

Bei den blutigen Zusammenstößen waren etwa 100 Menschen ums Leben gekommen und Hunderte weitere verletzt worden. Für Wirbel hatte in diesem Zusammenhang der heimliche Mitschnitt eines Telefonats des estnischen Außenministers Urmas Paet mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton Ende Februar 2014 gesorgt.

Darin berichtete Paet unter Berufung auf eine Ärztin, dass Teile der Opposition und nicht der gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch die Scharfschützen engagiert haben könnten.

Der Minister wies später zurück, ein Urteil abgegeben zu haben, dass die damalige Opposition in Kiew an der Gewalt beteiligt gewesen sei. Zu dem Inhalt des Telefonats nahm Staatsminister Roth in seinem Schreiben an Wagenknecht keine Stellung. Er merkt lediglich an, dass der Bundesregierung die "Klarstellung" des estnischen Außenministers bekannt sei.

Darüber hinaus verfüge die Bundesregierung "nicht über eigene Erkenntnisse", wer für die tödlichen Einsätze von Scharfschützen gegen Maidan-Demonstranten beziehungsweise staatliche Sicherheitskräfte in der Ukraine verantwortlich sei. (so/dpa)


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