Arseni Jazenjuk bei einer Pressekonferenz im Atlantic Council am 12.März 2014 in Washington, DCFoto: T.J. Kirkpatrick/Getty Images

Jazenjuk vergleicht Bürgerkrieg in Ostukraine mit sowjetischer Inversion im Zweiten Weltkrieg

Epoch Times12. Januar 2015 Aktualisiert: 12. Januar 2015 14:32

Arseni Jazenjuk redete unlängst darüber, dass Deutschland und die Ukraine im Zweiten Weltkrieg von der Sowjetunion überfallen wurden. Nach dieser Aussage des ukrainischen Ministerpräsidenten verlangte Boris Spiegel, Präsident der internationalen Menschenrechtsbewegung "Die Welt ohne Nazismus", am Samstag, Jazenjuks Rücktritt.  

In seinem Interview für die Sendung ARD-Tagesthemen sagte Jazenjuk am vergangenen Mittwoch: "Die sowjetische Invasion der Ukraine und Deutschlands bleibt immer noch in unserer Erinnerung." Somit verglich er den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine mit dem Einfall der Sowjetunion in die Ukraine und nach Deutschland während des Zweiten Weltkrieges. 

Jazenjuks Aussage löste Empörung aus, worauf seine Sprecherin Olga Lappo erklärte, dass Jazenjuk auf die Teilung Deutschlands nach dem Krieg anspielte. 

"Jazenjuks Äußerungen auf europäischer Ebene sprengen den Rahmen des Zulässigen", sagte Boris Spiegel und fügte hinzu: "Wir dürfen nicht zulassen, dass ein derart ranghoher Politiker solche Erklärungen unbestraft abgibt." 

Spiegel forderte von Jazenjuk öffentlich zu erklären, was er tatsächlich mit der Aussage gemeint hatte. Er schlug dem Regierungschef auch vor sich zu entschuldigen. 

"Wir fordern vom ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko, die Frage zu erörtern, ob ein Mensch, der mit seinen kurzsichtigen politischen Ausfällen den politischen Kreisen der Ukraine von heute einen nicht wieder gutzumachenden Schaden zufügt, im Amt des Regierungschefs bleiben darf," so Spiegel.

Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschjow bezeichnete die Aussage als "Rechtfertigung des Nationalsozialismus", berichtet sputniknews.com. Sein Kollege Alexej Puschkow sagte sogar, dass Jazenjuk nicht ernst genommen werden könnte.

Jazenjuk fordert "gewaltiges Hilfspaket"

Jazenjuk hat darüber geklagt, dass seine Regierung die Altschulden des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch abbezahlen muss und ein "gewaltiges Hilfspaket" gefordert. "In drei Jahren hat er sich 40 Milliarden Dollar angeeignet, und jetzt müssen wir das alles zurückzahlen", sagte Jazenjuk der F.A.Z.. Trotz Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen benötige sein Land, das durch den Konflikt im Donbass und die Annexion der Halbinsel Krim große Teil der Industrie verloren habe, weitere Kredite.

"Um zu überleben, brauchen wir ein gewaltiges Hilfspaket", sagte der ukrainische Regierungschef. Zur genauen Höhe des weiteren ukrainischen Finanzbedarfs wollte sich Jazenjuk nicht äußern, er dementierte allerdings auch nicht die in Medienberichten genannte Zahl von 15 Milliarden Dollar. "Für mich gehört es sich nicht, das zu kommentieren", sagte Jazenjuk der F.A.Z.

Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen, nach denen das ukrainische Militär im Donbass rücksichtslos gegenüber der Zivilbevölkerung auftrete, wies Jazenjuk scharf zurück. "Das ist nicht wahr!", sagte er. "Keine Beweise, keine Belege! Russland macht das mit Absicht! Die wissen, wie man Konflikte schürt, wie man auf diese sehr empfindlichen Punkte Aufmerksamkeit lenkt, und wir wissen genau, dass russisch geführte Terroristen gezielt Zivilisten beschossen haben."


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