Kaiser-Großneffe Asserate: „Wer nur noch Europäer statt Deutscher sein will, hat ein Problem“

In einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) erteilt der Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie, Asfa-Wossen Asserate, den Denkmalstürmern aus der Anhängerschaft der „Black Lives Matter“-Bewegung eine Absage. Zudem bricht der Unternehmensberater, der seit 1981 selbst die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, eine Lanze für den Patriotismus und wendet sich gegen deutsche Landsleute, die „Europa“ zur Ersatzidentität erheben.

Es sei durchaus eine „Koalition der Gerechten“, die sich weit über die Grenzen der USA hinaus und auch in unseren Breiten über den Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis empöre, meint Asserate. Auch gäbe es durchaus „faule Äpfel“ auch im hiesigen Polizeiapparat, wie der NSU-Skandal zeige. Deutschland sei aber weder ein rassistischer Staat noch liege SPD-Bundessprecherin Saskia Esken richtig, wenn sie der deutschen Polizei insgesamt „latenten Rassismus“ andichte.

Asserate: Eskens Vorstoß war „maßlos“

„Das war maßlos“, kritisiert Asserate. „Als Afrikaner sage ich Ihnen: Die meisten afrikanischen Länder wären froh und dankbar, wenn sie die deutsche Polizei hätten.“

Zudem finde er die Diskussion über Bezeichnungen und Begriffe „hochneurotisch“. Er selbst wolle weder als „Person of Color“ noch als „Afrodeutscher“ bezeichnet werden: „Ich bin ein Deutscher. Meine Heimat ist Deutschland, und mein Vaterland ist Äthiopien. […] Wenn Sie Koslowski heißen, sagt niemand: Das ist ein polnischer Deutscher. Wozu brauche ich einen Zusatz?“

In diesem Zusammenhang habe Frankreich mit seinem „Citoyen“-Begriff Deutschland etwas voraus, wo das Ius Sanguinis bezüglich der Staatsangehörigkeit erst spät abgeschafft wurde und in vielen Köpfen noch drinstecke. Es komme darauf an, dass jemand „Bestandteil des deutschen Gemeinwesens“ sei, eigenverantwortlich daran teilnehme und es mitgestalte.

Klare Ansagen in der Einwanderungspolitik

Asserate empfinde zudem „nur Verachtung“ für Einwanderer, die sich bewusst der Integration verweigern und die Mehrheitsbevölkerung herabwürdigten. In der Einwanderungspolitik dürfe man die Fehler von 2015 nicht wiederholen. Es müsse an Neuzuwanderer klare Ansagen geben:

„Jeden, der ins Land kommt, müssen wir vom ersten Tag an belehren: Ihr seid willkommen, aber nur unter folgenden Bedingungen. Erstens, wir sind ein demokratischer Staat, in dem Männer und Frauen gleiche Rechte haben. Zweitens, wir haben Meinungs- und vor allem Religionsfreiheit. Drittens, dieses Land ist jüdisch-christlich geprägt; Antisemitismus steht bei uns unter Strafe. Viertens, gebt euch Mühe, unsere Sitten und Bräuche kennenzulernen. Fünftens, lernt unsere Sprache.“

Im Gegenzug müsse es Sprachkurse auch schon für noch nicht anerkannte Flüchtlinge geben und Zuwanderer müssten schneller Zugang zum regulären Arbeits- und Wohnungsmarkt bekommen, damit keine Parallelgesellschaften entstünden.

In der AfD „immer noch Leute, mit denen ein Austausch möglich ist“

Was die Grundlagen des Abendlandes anbelangt, die es zu wahren gelte, sieht Asserate sich in der Nähe des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss: „Der hat mal auf die Frage nach den Grundlagen des Abendlandes von den drei Hügeln gesprochen, auf denen dieses stehe: Akropolis, Kapitol und Golgota. Griechische Philosophie, römisches Recht und christlicher Glaube. Das sind die Fundamente, auf der unsere Zivilisation begründet ist. Ich würde als viertes Element noch die Aufklärung hinzufügen.“

Dieser Hügel stünde in Königsberg, meint Asserate, auch wenn Kant bei seinen Ausflügen in die Volkskunde „Quatsch“ geschrieben, den „nur ein Weißer […], der nie einen Schwarzen gesehen hat“ schreiben könne. Dennoch bleibe sein kategorischer Imperativ „die Grundlage für alles Vernünftige“.

Asserate wendet sich auch gegen eine Ausgrenzung der AfD und meint, die derzeitige Strategie der übrigen Parteien stärke die Radikalen in deren Reihen. Es gäbe in der AfD „immer noch Leute, mit denen ein Austausch möglich ist“.

Man müsse diesbezüglich auch den Institutionen des Landes sagen: „Solange eine Partei nicht verboten ist, ist es ein Gebot der Demokratie, sich mit ihr und ihren Mitgliedern auseinanderzusetzen.“

Deutsche Angst vor sich selbst „ungesund“

Der Großneffe des früheren äthiopischen Kaisers betont, Patriotismus sei für ihn „ein Menschenrecht“. Die Angst, vor sich selbst, die viele Deutsche hätten, sei „ungesund“.

„Die alten Römer pflegten zu sagen: Mach dich nicht so klein, du bist nicht so groß“, erklärt Asserate. „Ein Deutscher, der auf die Frage nach seiner Herkunft ‚Ich bin Europäer‘ antwortet, hat ein Problem. Denn ein Europa, das nur ein Vorwand ist, um das eigene Deutschsein zu überwinden, ist ein totes Europa. Diese Gemeinschaft funktioniert entweder als Europa der Vaterländer oder gar nicht. Unsere Unterschiede sind unser wertvollster Schatz.“

Auch vom Versuch, „Geschichte mit dem Vorschlaghammer umzuschreiben“, distanziert sich Asserate – und bescheinigt den selbstberufenen Denkmalstürmern „Bildungsmangel“. Sogar ein Denkmal seines Großonkels hätten „irregeleitete ethnozentrische Äthiopier“ in London demoliert, obwohl eine bekannte Antifaschistin dieses konzipiert hätte.

Und noch ein Aspekt der gegenwärtigen Debatte mache ihn fassungslos: „Selbst Winston Churchill wird verhöhnt. Der Retter der Nation! Das darf doch nicht wahr sein. Kinder, sage ich, schaut in ein Geschichtsbuch. Wenn Churchill nicht gewesen wäre, dann würde heute nicht der Union Jack am britischen Fahnenmast wehen, sondern das Hakenkreuz.“

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/ausland/kaiser-grossneffe-asserate-wer-nur-noch-europaeer-statt-deutscher-sein-will-hat-ein-problem-a3288525.html