Demonstranten versammelten sich in der Via Laietana während einer Demonstration der katalanischen Jugendgruppe "Arran" am 19. Oktober 2019 in Barcelona, einen Tag nachdem fast 200 Menschen in einer weiteren Nacht gewalttätiger Auseinandersetzungen in Katalonien verletzt wurden.Foto: JOSEP LAGO/AFP über Getty Images

Katalonien: Verhandlungen mit Madrid „ohne Vorbedingungen“

Epoch Times19. Oktober 2019 Aktualisiert: 20. Oktober 2019 17:11
Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra ruft Madrid zu Verhandlungen auf. Die Regierung in Madrid erklärte, sie sei stets bereit "für einen Dialog im Rahmen der Gesetze" und fordert Quim Torra auf, die Gewalt "aufs Schärfste zu verurteilen".

Die katalanische Regionalregierung hat Madrid nach den tagelangen Massenprotesten von Unabhängigkeitsbefürwortern zu Verhandlungen aufgerufen. Ministerpräsident Pedro Sánchez müsse umgehend einen Termin für Gespräche „ohne Vorbedingungen“ nennen, sagte der katalanische Regionalpräsident Quim Torra am Samstag. Mit seiner Forderung zielt Torra auch auf ein neues Unabhängigkeitsreferendum ab, das die spanische Zentralregierung allerdings kategorisch ablehnt.

Die Regierung in Madrid erklärte, sie sei stets bereit „für einen Dialog im Rahmen der Gesetze“. Sie forderte den katalanischen Regionalpräsidenten auf, die Gewalt in der Region „aufs Schärfste zu verurteilen“.

In Katalonien war es am Freitag die fünfte Nacht in Folge zu gewaltsamen Protesten von Unabhängigkeitsbefürwortern gekommen, nachdem mehrere Anführer der Unabhängigkeitsbewegung wegen „Aufruhrs“ verurteilt worden waren. Bei den Ausschreitungen in der Nacht zu Samstag wurden mindestens 182 Menschen verletzt. Das spanische Innenministerium meldete außerdem 83 vorläufige Festnahmen. In den vergangenen Tagen waren bereits 128 Demonstranten festgenommen worden.

„Gewalt haben wir uns nie auf die Fahnen geschrieben und werden es auch nicht tun“, sagte Torra, ohne die Gewalt ausdrücklich zu verurteilen. Sein Stellvertreter Pere Aragones kritisierte das Vorgehen der Polizei, die Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten einsetzte.

Auslöser der Proteste war die Verurteilung von neun Anführern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Spaniens Oberster Gerichtshof hatte am Montag Haftstrafen von bis zu 13 Jahren gegen prominente Politiker der Bewegung verhängt. (afp)



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